Erster Abschnitt

Trassenkorridor für Fulda-Main-Leitung festgelegt: Große Kritik aus Hünfeld

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130 Kilometer beträgt die Gesamtlänge der Hochspannungsleitung zwischen Mecklar bei Bad Hersfeld und Bergrheinfeld bei Schweinfurt. Jetzt steht der Verlauf des ersten Streckenabschnitts fest. (Symbolfoto)
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Seit Jahren plant Tennet den Bau einer 130 Kilometer langen Stromleitung von Mecklar über Dipperz bis Bergrheinfeld. Ebenso lange wird im Kreis Fulda um den Verlauf gerungen. Jetzt hat sich die Bundesnetzagentur für den nördlichen Teil auf eine Trasse festgelegt. Die Kritik ist laut.

Region Fulda - Die geplante Höchstspannungsleitung, getauft auf den Namen Fulda-Main-Leitung, verläuft zwischen Mecklar in Hessen und Bergrheinfeld in Bayern. Sie soll die Übertragungskapazität zwischen den beiden Bundesländern erhöhen. Die Inbetriebnahme ist für das Jahr 2031 geplant. Jetzt ist klar, wo der erste Streckenabschnitt bis zum Umspannwerk Dipperz verlaufen wird.

Fulda-Main-Leitung: Verlauf der Trasse im Norden steht

Die Bundesnetzagentur folgt in ihrer Entscheidung dem Vorschlag des Netzbetreibers Tennet, der diesen vor einem Jahr öffentlich gemacht hatte. Die Trasse verläuft in großen Teilen entlang der Bahnlinie. Dass die Bundesbehörde vom Tennet-Vorzugskorridor nicht abweicht, ist keine Überraschung – obwohl in einer Pressemitteilung betont wird, dass auch mehrere Alternativvorschläge geprüft worden seien, die während der Behörden- und Öffentlichkeitsbeteiligung eingegangen waren.

Der rund 53 Kilometer lange Trassenkorridor beginnt am Umspannwerk Mecklar nordöstlich von Bad Hersfeld und führt in Richtung Süden. Er durchquert den Landkreis Fulda und schwenkt in Petersberg in östliche Richtung, bevor er am Umspannwerk Dipperz endet.

Der erste Abschnitt ist 53 Kilometer lang und verläuft durch den Kreis Fulda bis Dipperz.

In Hünfeld nimmt man die Entscheidung der Bundesnetzagentur mit Bestürzung auf. Seit Jahren schon hat sich die Haunestadt gegen den Verlauf gewehrt, wies auf erhebliche Beeinträchtigungen für die Region hin und rief gar Bürger dazu auf, ihre Bedenken und Einwände bei der Bundesnetzagentur vorzutragen. „Die Befürchtungen der städtischen Gremien haben sich leider bestätigt“, sagt Bürgermeister Benjamin Tschesnok (CDU) nun. Trotz unüberwindbarer Raumwiderstände und vorgetragener fachlicher Bedenken werde die Planung „einfach durchgedrückt“, ärgert sich der Verwaltungschef.

Hünfelds Bürgermeister ärgert sich über Trassen-Entscheidung

Hünfeld werde bereits durchschnitten von zwei Bundesstraßen, einer Autobahn, zwei großen Gasfernleitungen, einer Salzlaugeleitung und zwei großen Stromtrassen, einer Schnellbahntrasse sowie der Hauptstrecke der Bahn für den Güterverkehr in Nord-Süd-Richtung. „Jetzt kommt noch diese Stromtrasse hinzu und sorgt für eine massive Überbündelung von überörtlichen Infrastruktureinrichtungen“, sagt Tschesnok.

Auch die Qualität des Landschaftsbildes und der Wohnlagen werde dadurch erheblich belastet. „Das ist für die Menschen vor Ort nur schwer zu akzeptieren, zumal die Lasten dieser politischen Entscheidungen sicher sehr ungleich verteilt werden.“

Trasse in Zahlen

38000 Volt beträgt die Spannung auf der Fulda-Main-Leitung.

130 Kilometer beträgt die Gesamtlänge der Hochspannungsleitung zwischen Mecklar bei Bad Hersfeld und Bergrheinfeld bei Schweinfurt.

53 Kilometer beträgt die Länge des nördlichen Abschnitts A zwischen Mecklar und Dipperz, für den sich die Bundesnetzagentur entschieden hat.

Bei der Fulda-Main-Leitung handelt es sich um eine Freileitung, in einzelnen Abschnitten sollen aber Erdkabel möglich sein. Auf Anfrage unserer Zeitung konnte Netzbetreiber Tennet bis Mittwochabend nicht angeben, um welche Streckenabschnitte es sich handelt. In der Vergangenheit war aber von Erdkabel in den Bereichen Mecklar, Hünfeld und Dipperz die Rede.

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