Stadtverordnete

Streit um „Walk of Foaset“: „Die Partei“-Politikerin äußert „Blackfacing“-Vorwurf und erntet Kritik

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Die Bahnhofstraße in Fulda soll demnächst um eine karnevalistische Facette reicher sein.
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Für einen „Walk of Foaset“ sollen auf der Bahnhofstraße in Fulda Sterne analog zum berühmten „Walk of Fame“ in Hollywood verlegt werden, die die einzelnen Fuldaer Karnevalsvereine würdigen. Die Magistratsvorlage wurde hart diskutiert.

Fulda - Wenn Karnevalisten und eine selbst ernannte Satirepartei sich in die Haare kriegen, sollte man eigentlich auf eine humoristische Diskussion hoffen dürfen. Sollte man. Während der Stadtverordnetenversammlung in Fulda am Montagabend wurde das Thema „Walk of Foaset“ aber todernst und fast schon hasserfüllt diskutiert

Die Magistrats-Entscheidung für einen „Walk of Foaset“ kritisierte Ute Riebold (Die Partei), die statt der Fastnachtsvereine lieber verdiente Frauen aus Fulda in einem „Walk of femmes“ entsprechend gewürdigt gesehen hätte. Ein entsprechender Antrag sei von CDU, FDP und AfD im Sozialausschuss schon abgelehnt worden.

Fulda: Streit um Walk of Foaset - Die Partei-Politikerin äußert Blackfacing-Vorwurf

Darüber wollte Riebold noch einmal reden, stieß aber auch wegen des in ihrer Anfrage gewählten Tonfalls auf wütende Reaktionen. „Von welchen Närrinnen und Narren ist die Idee entwickelt worden, dem jährlichen Fastnachtstreiben auf dem prominenten Straßenzug eine besondere Akzentuierung und somit dauerhafte Erinnerung zu verleihen?“, fragte sie. 

Besonderen Verve verlieh der Diskussion der Hinweis auf den 1938 gegründeten Verein Südend, dem Riebold unter anderem „Blackfacing“, also das Verkleiden weißer Menschen als Schwarze, und mangelnde Distanz zur kolonialen Vergangenheit vorwarf. „Das ist ein ganz fieser Punkt“, schimpfte CDU-Stadtverordneter Thomas Hering.

Er schilderte den Fall eines Aktiven aus dem Südend, der wegen seiner Verkleidung als Schwarzafrikaner angefeindet worden und daran „kaputt gegangen“ sei. „Das hat man mir so erzählt“, beteuerte Hering. Zudem wies Hering aber auch darauf hin, dass Frauenrechte auch in Fulda ein vorrangiges Thema seien.

Zum Beispiel an der Besetzung der Spitzenämter der CDU in der Stadtverordnetenversammlung könne man sehen, dass Frauen eine tragende Rolle spielten. Für seine Bemerkung „Sie sind ein Nestbeschmutzer“ an die Adresse der Satirepartei handelte sich der CWE-Stadtverordnete Martin Jahn von Stadtverordnetenvorsteherin Margarete Hartmann (CDU) einen Ordnungsruf ein.

Video: Foaset in Fulda - der Ball der Stadt Fulda

„Nicht ich, sondern der Magistrat hat die Foaset gegen Frauenrechte abgewogen“, verteidigte sich Riebold. Von der CDU-Fraktionsvorsitzenden Patricia Fehrmann musste sie sich vorhalten lassen, dass sie die ehrenamtliche Arbeit der Karnevalisten nicht anerkenne. 

Stadtbaurat Daniel Schreiner (parteilos) wollte eingangs der Diskussion die Schärfe nehmen mit dem Hinweis, dass die Ehrung der Narren und der Narrenfreiheit eigentlich im Sinne der Satire sei. Satirisches fand man in diesem Teil der Stadtverordnetenversammlung aber nicht.

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