Protest gegen Stellenabbau: Hunderte Mitarbeiter versammeln sich vor Goodyear-Werk
Zahlreiche Menschen haben sich am Montagmittag vor dem Goodyear-Werk in Fulda versammelt, um ihrem Ärger über den geplanten Stellenabbau Luft zu machen.
Update vom 3. Juli, 14.49 Uhr: Bei der Versammlung vor dem Fuldaer Goodyear-Werk sprachen unter anderem Landrat Bernd Woide und Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (beide CDU). „Das, was hier produziert wird, das ist kein Allerweltsprodukt. Das ist Hochtechnologie. Und deshalb sollte man die Menschen schätzen, die das herstellen“, sagte Landrat Woide.
Fotostrecke: Hunderte protestieren gegen Goodyear-Stellenabbau
„Stadt Fulda kann stolz auf Sie sein“: OB Wingenfeld spricht zu Goodyear-Mitarbeitern
„Sie stehen mit Ihrer Arbeit für Industrie und Tradition. Die Stadt Fulda kann stolz auf Sie sein“, richtete Oberbürgermeister Wingenfeld an die zahlreich erschienenen Mitarbeiter.
Betriebsrätin Ines Sauer sprach den Demonstranten Mut zu: „Wir lassen uns nicht unterkriegen. Die Verhandlungen des Unternehmens mit dem Betriebsrat werden kein 100-Meter-Lauf, sondern ein Marathon.“
Erstmeldung vom 3. Juli, 13.25 Uhr:
Fulda - Die Nachricht über den geplanten Stellenabbau bei Goodyear sorgte in der Region für Betroffenheit. Das Unternehmen hatte angekündigt, 550 Stellen im Fuldaer Werk zu streichen. Grund sei der kriselnde Automarkt in Europa. „Es ist eine schwierige, aber notwendige Entscheidung, die wir treffen müssen, um die Strukturkosten zu senken und unsere Wettbewerbsposition zu verbessern“, hieß es in einer offiziellen Stellungnahme.
Fulda: Hunderte protestieren gegen Stellenabbau bei Goodyear
Die Beschäftigten wollen das allerdings nicht einfach so hinnehmen. Aus diesem Grund versammelten sich am Montag, 3. Juli, um 13 Uhr auf Einladung des Betriebsrats Hunderte Menschen vor dem Werk in Fulda, um gegen die Pläne des Unternehmens zu protestieren. Auch Landrat Bernd Woide und Oberbürgermeister Heiko Wingenfeld (beide CDU) sind zugegen.
„Wir erwarten, dass die Beschäftigten ihrem Ärger Luft machen werden“, wurde Anne Weinschenk, Leiterin des Bezirks Mittelhessens der IGBCE, in der Mitteilung zitiert.
Weinschenk erhob darin schwere Vorwürfe. Die Auslastung des Fuldaer Werks sei gut. „Goodyear will hier Management-Fehler auf Kosten der Beschäftigten ausgleichen. Jetzt gut ausgebildete Mitarbeiter zu entlassen, ist ein Fehler, der dem Standort schadet“, heißt es. „Wir werden alles tun, um das zu verhindern.“
Bereits 2019 hatte Goodyear in Fulda Arbeitsplätze gestrichen. „Jetzt reicht es!“, so Weinschenk weiter. „Der Betrieb braucht keinen weiteren Arbeitsplatzabbau, sondern Investitionen. Der Arbeitgeber muss sich darauf einstellen, dass wir mit allem kämpfen werden, was wir zur Verfügung haben. Um jeden einzelnen Arbeitsplatz.“ (ah, lio)