Wirtschaft

Hessen: Bauwirtschaft mit Sorgen

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Kräne sind rarer geworden. Der Wohnungsbau stockt.
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Das Baugewerbe in Hessen blickt skeptisch in die Zukunft. Schlecht läuft etwa der Wohnungsbau. Und das könnte so bleiben. Die Zahl der Baugenehmigungen ist rückläufig.

Die Lage der Bauwirtschaft bleibt nach Zahlen des Verbands baugewerblicher Unternehmer Hessen angespannt. Zwar haben die Unternehmen mit 20 Beschäftigten und mehr nach dessen Schätzung 2023 zusammen einen Jahresumsatz von etwa 6,1 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das wäre ein Plus von etwa 200 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahreswert. Dieser Anstieg sei aber vorwiegend den gestiegenen Preisen für das Baumaterial geschuldet, hieß es am Donnerstag.

Das Baugewerbe blickt eher skeptisch in die Zukunft. Schon im Jahr 2023 seien weniger Arbeitsstunden geleistet worden als noch 2022. Das sei ein deutliches Zeichen einer Konjunktureintrübung, teilte der Verband mit. Diese sei insbesondere für den Wohnungsbau zu erkennen. In diesem Bereich rechnet der Verband auch für das laufende Jahr mit einem rückläufigen Baugeschehen. Auch im gewerblichen und industriellen Bau seien Bauherren derzeit zurückhaltend. Trotz der schwierigen Situation hat das Baugewerbe nach Zahlen des Verbands zuletzt sogar Personal aufgebaut. Die Zahl der Beschäftigten liege mit fast 69.000 inzwischen 2,6 Prozent über dem Durchschnittswert des Jahres 2022.

Viele Unternehmen haben Wohnbauprojekte in Hessen auf Eis gelegt

Für einen raschen Wiederanstieg des Baugeschehens spricht derzeit nichts. Jahrelang hatte der Wohnungsbau geboomt. Angesichts der stark gestiegenen Baukosten und vieler Krisen sind in den vergangenen Jahren aber viele große Projekte auf Eis gelegt oder aufgegeben worden. Noch 2019 war in Hessen der Bau von fast 30.000 Wohnungen genehmigt worden. Im Jahr 2022 lag die Zahl nur noch bei gut 25.000. Nun wurde nach Zahlen des Statistischen Landesamts von Januar bis November lediglich der Bau von 17.828 Wohnungen genehmigt. Noch gibt es zwar, etwa in Frankfurt, eine große Zahl bereits genehmigter Bauprojekte, mit denen noch nicht begonnen wurde. Allerdings zögern auch öffentliche Wohnungsbauunternehmen wie die Nassauische Heimstätte oder die ABG Frankfurt wegen hoher Kosten, diese Vorhaben auch anzugehen.

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