Rechtsextremismus

Landessportbund Hessen stellt sich deutlich gegen Rechts – AfD stilisiert sich zum Opfer

+
Beim Sport geht es um Fairness und Miteinander. Der Landessportbund hält das für unvereinbar mit Rechtsextremismus. Foto: Michael Schick
  • schließen

Der Landessportbund Hessen positioniert sich noch klarer gegen den Rechtsextremismus. Die AfD sieht sich mal wieder als Opfer.

Frankfurt – Der Landessportbund Hessen (LSBH) geht verstärkt auf Distanz zur in Teilen rechtsextremen AfD. Wie eine Sprecherin des Verbandes der Frankfurter Rundschau bestätigte, wird die Haltung zur AfD Thema der zweitägigen Klausurtagung des Präsidiums des LSBH sein, die am Freitag (3. Mai) beginnt.

Außerdem überarbeite der LSBH aktuell die Mustersatzung, die er für Sportvereine anbietet, sagte die Sprecherin. Auch dabei werde es um die Abgrenzung von der extremen Rechten und den Umgang mit Mitgliedern gehen, die rechtsextremen Organisationen angehören. Die AfD wird in Hessen derzeit als sogenannter Verdachtsfall vom Verfassungsschutz beobachtet, ihre Jugendorganisation „Junge Alternative“ gilt dem Inlandsgeheimdienst als gesichert rechtsextrem.

Landessportbund Hessen ruft zu Demos gegen Rechts auf

Der Sportbund geht damit über seine bisher schon recht deutlichen Stellungnahmen zum Thema Rechtsextremismus hinaus. Als Reaktion auf Berichte des Rechercheportals „Correctiv“ über Pläne der rechtsextremen Szene und der AfD zur Vertreibung von Menschen mit Migrationsgeschichte hatte der LSBH bereits eine Erklärung „für die Werte des Sports und gegen Rechtsextremismus“ veröffentlicht.

Darin heißt es, der Sport stehe für Werte wie „Miteinander, Fairplay, Menschenwürde, Teilhabe und Integration“ und damit klar gegen jede rechtsextreme Positionierung.

Landessportbund Hessen „gegen jede Form von Ausgrenzung“

In der Erklärung hatte der LSBH Sportvereine dazu aufgerufen, sich an den bundesweiten Demonstrationen gegen Rechtsextremismus zu beteiligen. Man stehe „entschieden gegen jede Form von Ausgrenzung und menschenverachtenden Verhaltensweisen“, hatte LSBH-Präsidentin Juliane Kuhlmann gesagt.

Darüber, dass der LSBH jetzt auch seine Mustersatzung verändert, hatte zuerst der Hessische Rundfunk berichtet. Als Reaktion betonte die AfD im hessischen Landtag, der Sport müsse „unpolitisch bleiben“. „Konservative Menschen“ müssten jetzt auch im Sportverein damit rechnen, ausgegrenzt zu werden, klagte der AfD-Landtagsabgeordnete Pascal Schleich. Der Sport dürfe nicht „in vorauseilendem Gehorsam eine links-grüne politische Agenda umsetzen“. (Hanning Voigts)

Kommentare