VonHanning Voigtsschließen
Der Landessportbund Hessen hat sich erneut scharf vom Rechtsextremismus abgegrenzt. Der Verband meint damit auch die AfD.
Wiesbaden – Das dürfte der hessischen AfD wehtun: Seit kurzem ist ein Papier in der Welt, in dem sie in einer Liste mit „relevanten antidemokratischen, rechtspopulistischen oder rechtsextremistischen Parteien in Hessen“ aufgeführt ist.
Weitere Parteien auf der Liste: Die Neonazi-Kleinstpartei „Der Dritte Weg“ und die rechtsextreme „Die Heimat“, die frühere NPD. Nicht angenehm für eine Partei, die gerade in Hessen immer wieder betont, dass sie „bürgerlich-konservativ“ sei.
Klare Positionierung vom Landessportbund Hessen
Das besagte Papier hat das Präsidium des Landessportbunds Hessen (LSBH) verabschiedet. Der Verband hat sich schon öfter deutlich von Rechtsextremismus und Rassismus abgegrenzt, aber nach der Recherche der Plattform „Correctiv“ zu einem Vernetzungstreffen der extremen Rechten bei Potsdam, bei dem auch AfD-Vertreter über eine massenhafte Ausweisung von Menschen mit Migrationsgeschichte aus Deutschland diskutiert hatten, war die Nachfrage nach einer klaren Haltung des Sports größer geworden.
Offenbar hatten etwa Sportvereine immer wieder nachgefragt, ob sie zu den großen Demonstrationen gegen Rechtsextremismus aufrufen sollten, die es nach der Correctiv-Recherche bundesweit gibt.
Keine Bühne für die AfD in Hessen
Nun hat der LSBH sich eindeutig festgelegt: Man trete „konsequent für die demokratischen Werte des Sports ein“ und kommuniziere das auch deutlich. Aktive Mitglieder oder Funktionsträger von AfD, „Heimat“ und „Drittem Weg“ dürften nicht für den LSBH sprechen, würden nicht in seine Gremien gewählt und seien auf seinen Veranstaltungen nicht willkommen.
Und Vertreter:innen des LSBH sprächen nicht bei Podien, die von rechtsextremen Parteien organisiert würden oder wo diese ihre Inhalte verbreiten könnten. Außerdem stelle der Verband sich gegen diskriminierende Sprache und Versuche, den organisierten Sport von rechts zu unterwandern.
Bekenntnis zur Demokratie
Rassismus, Antisemitismus und Ausgrenzung passten nicht zu den Werten des Sports, teilte der Verband bei der Veröffentlichung seines Positionspapiers mit. Auch wenn man parteipolitisch neutral bleibe, stehe man eindeutig „zu den Grundsätzen der Kinder- und Menschenrechte sowie zur Demokratie“.
Das ganze Papier im Netz unter www.landessportbund-hessen.de
Rubriklistenbild: © Michael Schick

