VonHanning Voigtsschließen
Die hessische Regierung will Stärke zeigen und schickt die Polizei ins Frankfurter Bahnhofsviertel. Der Sicherheit dient das nicht, Ein Kommentar.
Am vergangenen Freitag hat die neue hessische Landesregierung ihr „Sofortprogramm“ präsentiert. Im Bereich der Innenpolitik kündigte Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) eine „echte Innenstadtoffensive“ gegen Kriminalität in Spielstätten, Wettbüros und Shisha-Bars an. Und vier Tage später schickt Innenminister Roman Poseck (CDU) die Polizei mal wieder ins Frankfurter Bahnhofsviertel.
Es ist an sich nicht falsch, nach Drogendealern zu fahnden oder Wettbüros zu kontrollieren. Aber es wirkt etwas billig, die hundertste Großrazzia im Bahnhofsviertel zu inszenieren und das dann als Ausdruck politischer Strategie zu verkaufen. Wer am Frankfurter Bahnhof nach Straftaten sucht, findet natürlich auch welche.
Hessen: Angebliche Handlungsfähigkeit
Der Verdacht liegt nahe, dass die CDU nur einen einfachen und kostengünstigen Weg gesucht hat, um Handlungsfähigkeit zu demonstrieren. Dabei nimmt sie in Kauf, dass soziale Brennpunkte und migrantische Orte wie Shisha-Bars erneut als große Gefahr markiert werden.
Das Sicherheitsgefühl der Hessinnen und Hessen wird so nicht verbessert. Vielmehr verkommt Politik mal wieder zu einer reinen Show. (Hanning Voigts)
Lesen Sie hier, was bei der Großrazzia im Bahnhofsviertel passiert ist und was Innenminister Roman Poseck dazu sagt.
