VonAnja Laudschließen
Das Archäologische Museum in Frankfurt präsentiert einen außergewöhnlichen Fund aus der Römerzeit. Er gibt Einblick in das Leben der antiken Stadt Nida.
Frankfurt – Im Depot des Archäologischen Museums in der Borsigallee drängen sich am Mittwochnachmittag viele Menschen. Dort ist erstmals der außergewöhnlich gut erhaltene Holzkeller eines römischen Wohnhauses aus der antiken Stadt Nida öffentlich zu sehen. Er war im März vergangenen Jahres bei Grabungen des städtischen Denkmalamtes in Heddernheim auf einem Baugrundstück „In der Römerstadt 126-134“ entdeckt worden.
Fund aus der Römerzeit in Frankfurt – Archäologisches Museum zeigt römischen Holzkeller
Weit über 100 Menschen kamen in das Depot, um sich den Sensationsfund aus der Nähe anzuschauen. Die Führungen seien mit jeweils 30 bis 45 Minuten angesetzt gewesen, zum Teil hätten sie aber bis zu eineinhalb Stunden gedauert, weil die Besucher:innen so viele Fragen hatten, sagt Holger Kieburg, Sprecher des Archäologischen Museums in Frankfurt.
Als Grund für das große Interesse vermutet er, dass viele Frankfurter:innen stolz seien, in einer römischen Stadt zu leben. Schon im 19. Jahrhundert und in den zwanziger und sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts waren in Heddernheim Reste von Nida gefunden worden. Inzwischen, so der Archäologe, habe sich die Forschungsarbeit so verbessert, dass sich ein Mosaikteil an das andere füge.
Archäolgischer Fund in Frankfurt: Museum denkt über Folgetermin nach
Der Erhalt des römischen Holzkellers, der aufwendig restauriert worden ist, ist einem Unglück zu verdanken. Vor rund 1900 Jahren stürzte in der damals noch neuen Siedlung Nida bei einem Brand ein Fachwerkgebäude in sich zusammen. Dabei wurde der mit schweren Holzbalken über gestampftem Lehmboden errichtete Keller samt allerlei Inhalt unter Schutt begraben und somit für die Nachwelt erhalten. In dem Raum fanden Archäolog:innen im vergangenen Jahr Amphoren, wohl für Wein und Öl, ein geschmolzenes Glasgefäß und eiserne Bauteile, die vielleicht zu einem Wagen gehörten.
Wegen des großen Andrangs bei der ersten öffentlichen Präsentation des Fundes könnte sich Kieburg einen Folgetermin vorstellen. „Es lohnt sich, regelmäßig auf die Website des Archäologischen Museums zu schauen“, sagt er. Wo der Holzkeller einmal dauerhaft präsentiert werde, sei noch nicht geklärt. „Sinnvoll wäre eine Präsentation in räumlicher Nähe zu Heddernheim“, sagt der Archäologe. Aber über den Standort werde die Politik in naher Zukunft entscheiden.
Übrigens: Einige archäologische Schätze lassen sich rund um Frankfurt finden.
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