Mensch und Haustiere können sich anstecken

Hochansteckende Krankheit grassiert in Niedersachsen – Gefahr auch in Hessen?

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In Niedersachsen wurde vor kurzem die Hasenpest nachgewiesen. Auch Menschen und Haustiere können sich anstecken. Wie kann man sich schützen?

Isenbüttel – In Isenbüttel (Landkreis Gifhorn) in Niedersachsen wurde kürzlich eine hochansteckende bakterielle Krankheit nachgewiesen - die sogenannte Hasenpest (Tularämie). Die Krankheit tritt überwiegend bei Feldhasen auf, kann aber auch auf Haustiere und sogar den Menschen übertragen werden. Behörden in Niedersachsen warnen vor der Krankheit. Muss man sich auch in Hessen darüber sorgen machen?

Feldhasen können an der Hasenpest erkranken. (Archivbild)

Die Infektionskrankheit wird laut dem hessischen Landeslabor durch das Bakterium Francisella tularensis verursacht. Betroffen sind hauptsächlich Feldhasen und Nagetiere, aber auch andere Wildtiere wie Rehe, Igel, Füchse, Vögel oder Schafe können sich mit der Krankheit anstecken.

Auch Hunde, Katzen und Menschen können sich anstecken. Raubvögel und Möwen können den Erreger über weite Strecken verteilen. Er kommt vor allem in sonnigen Gebieten mit Flusslandschaften ohne flächenhaften Waldbestand, darunter zählt auch die Rhein-Main-Region.

Hasenpest in Niedersachsen ausgebrochen: Auch Verbreitung in Hessen möglich?

Laut dem Landkreis Gifhorn kann es bei der Hasen zu einem milden Verlauf oder einem seuchenhaften Geschehen mit hoher Sterblichkeit kommen. Bei Hasen kommt es in der Regel zu einer Blutvergiftung und dem Tod nach wenigen Tagen. Typische Symptome bei Hasen sind struppiges Fell, ein unsicherer Gang, Apathie und ein Verlust der natürlichen Scheu.

Auf Nachfrage von IPPEN.MEDIA gibt Martin Schambeck, Pressesprecher des hessischen Landeslabors, Auskunft über die Hasenpest in Hessen. Im Jahr 2025 wurden laut Schambeck in Hessen bisher zwei Fälle der Hasenpest nachgewiesen, beide im Landkreis Gießen – jeweils einmal in Hungen und in Linden. „Über Ausbreitungstendenzen könnte aufgrund der niedrigen Fallzahl in Hessen nur spekuliert werden“, sagt er. Die Fallzahl in den betroffenen Landkreisen seien zu gering, um eine Aussage darüber zu machen, ob diese vermehrt betroffen sind.

Rote Liste: 10 Tierarten sind in Deutschland bedroht

Auch wenn es für so manchen Hobbygärtner komisch klingt: Die Gartenspitzmaus (lebt am liebsten in der Nähe von menschlicher Siedlungen) wird in Deutschland in der Roten Liste als gefährdet geführt.
Auch wenn es für so manchen Hobbygärtner komisch klingt: Die Gartenspitzmaus (lebt am liebsten in der Nähe von menschlichen Siedlungen) wird in Deutschland in der Roten Liste als gefährdet geführt. (Symbolbild) © blickwinkel/Imago
Das Birkhuhn steht sowohl in Deutschland, als auch in Bayern auf der Rote Liste und ist fast überall verschwunden. Nur in der Rhön gibt es noch ein paar Exemplare. Förster und Naturschützer haben mit Wacholdersträuchen und Heidelbeeren kleine Biotope geschaffen.
Das Birkhuhn steht sowohl in Deutschland, als auch in Bayern auf der Rote Liste und ist fast überall verschwunden. Nur in der Rhön gibt es noch ein paar Exemplare. Förster und Naturschützer haben mit Wacholdersträuchern und Heidelbeeren kleine Biotope geschaffen. (Symbolbild) © Nature Picture Library/Imago
Libellen sind nicht nur wunderschöne Insekten, sie leisten uns Menschen auch tolle Dienste, indem sie Mücken oder Bremsen fern halten. Doch die Helm Azurjungfer Libelle ist vom Aussterben bedroht und gehört geschützt.
Libellen sind nicht nur wunderschöne Insekten, sie sind auch recht nützlich und leisten uns Menschen gute Dienste, indem sie Mücken oder Bremsen fern halten. Doch die Helm Azurjungfer Libelle ist vor allem durch den Verlust ihres Lebensraums vom Aussterben bedroht und gehört geschützt. (Symbolbild) © GFC Collection/Imago
Fliege ist gleich Fliege? Von wegen. Laut Bfn zählt die Steinfliege zu 46,4 Prozent zu den bestandsgefährdeten Arten.
Fliege ist gleich Fliege? Von wegen. Laut Bfn zählt die Steinfliege zu 46,4 Prozent zu den bestandsgefährdeten Arten.  © blickwinkel/Imago
Eine Fledermaus mag für manchen unheimlich wirken. Jedoch sind Fledermäuse extrem nützliche, unglaublich faszinierende und streng geschützte Tiere.
Eine Fledermaus mag für manchen unheimlich wirken. Auch weil darauf hingewiesen wird, dass die Insektenfresser Tollwut übertragen können. Jedoch sind Fledermäuse extrem nützliche, unglaublich faszinierende und streng geschützte Tiere. Die winzigen Geschöpfe benötigen unseren Schutz – auch die Mopsfledermaus. (Symbolbild) © Steffen Schellhorn/Imago
Für die meisten Autofahrer ein Ärgernis. Trotzdem: Der Iltis zählt zur Familie der Marder und wird in der Roten Riste als gefährdet eingestuft. Grund dafür sind intensive Landnutzung und ein Verlust des Lebensraums.
Für die meisten Autofahrer ein Ärgernis. Trotzdem: Der Iltis zählt zur Familie der Marder und wird in der Roten Riste als gefährdet eingestuft. Grund dafür sind intensive Landnutzung und ein Verlust des Lebensraums. (Symbolbild) © blickwinkel/Imago
Man glaub es kaum, aber gefährdet ist auch der Feldhase.
Man glaub es kaum, aber gefährdet ist auch der Feldhase. Neben natürlicher Feinde, hat auch der Mensch damit zu tun. (Symbolbild) © imagebroker/Imago
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So manchen Hobby-Gärtner erschreckt eine Schlange, die sich genüsslich in der Sonne badet. Meistens handelt es sich dabei um die ungefährliche Ringelnatter. Doch auch wenn die Kreuzotter zu den giftigen Schlangen zählt – steht sie auf der Rote Liste der stark gefährdeten Reptilien-Arten. (Symbolbild) © imagebroker/Imago
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Unter den Reptilien gilt die Europäische Sumpfschildkröte als vom Aussterben bedroht. (Symbolbild) © Shotshop/Imago
Der Feldhamster taucht in der Roten Liste als vom Aussterben bedroht auf und zählt zu einer der am stärksten, bedrohten Säugetierarten Deutschlands. Ein Grund: Die stetige Intensivierung der Landwirtschaft.
Die Nagetiere kennt man eigentlich nur noch aus dem Kinderzimmer, wo sie liebevoll umsorgt und gepflegt werden. Doch was ist mit dem Feldhamster? Er taucht in der Roten Liste als vom Aussterben bedroht auf und zählt zu einer der am stärksten, bedrohten Säugetierarten Deutschlands. Ein Grund: Die stetige Intensivierung der Landwirtschaft. (Symbolbild) © blickwinkel/Imago

Die Infektion mit der Tularämie findet über Haut- und Schleimhautkontakt, Verzehr von nicht ausreichend erhitztem kontaminierten Fleisch oder Wasser statt. Auch Mücken oder Zecken könnten die Bakterien übertragen. Eine Infektion über Staub und Aerosole könnte laut hessischem Landeslabor ebenfalls stattfinden. Der Erreger ist sehr widerstandsfähig gegen Witterung.

Diese Symptome treten nach Kontakt mit Hasenpest-Erreger beim Menschen auf

  • Schlecht heilende Wunden
  • Fieber
  • Lymphknotenschwellungen
  • Erbrechen
  • Atemnot
  • Durchfall

Die Symptome treten in der Regel zwei bis 14 Tagen nach Kontakt mit dem Tularämie-Erreger beim Menschen auf. Beim Auftreten von ersten Anzeichen nach dem Kontakt mit Hasen oder anderen empfänglichen Tieren empfiehlt das hessische Landelabor, schnellstmöglich einen Arzt aufzusuchen.

Diese Maßnahmen können vor einer Infektion mit der Hasenpest schützen

  • Menschen sollten Abstand von auffälligen Wildtieren oder Kadavern halten
  • Beim Umgang mit Wildtieren sollten FFP2-Masken und Einweghandschuhe getragen werden
  • Fleisch von Kaninchen und Hasen sollte gut durchgebraten werden, um den Erreger abzutöten
  • Hunde sollten an der Leine geführt werden, um den Kontakt zu Wildtieren und Kadavern zu vermeiden

Von 2012 bis Anfang 2025 wurden am hessischen Landeslabor bei insgesamt 79 Tierkörpern der Erreger der Tularämie nachgewiesen. 95 Prozent der Tiere waren dabei Feldhasen, einmal wurde es bei einem Dachs und dreimal bei Affen entdeckt. Ein Nachweis der Krankheit ist meldepflichtig. (tph)

Immer wieder kommt es zu Ausbrüchen tödlicher Krankheiten bei Tieren. Im vergangenen Sommer wurden bei mehreren Wildschweinen in Hessen die afrikanische Schweinepest nachgewiesen.

Rubriklistenbild: © Boris Roessler/dpa

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