Tierseuche

Afrikanische Schweinepest breitet sich in Hessen aus: nächstes infiziertes Tier gefunden

+
In Pfungstadt-Eschollbrücken im Landkreis Darmstadt-Dieburg ist der Kadaver eines mit dem ASP-Virus infizierten Wildschweins geborgen worden.
  • schließen

Bei dem jüngsten Kadaverfund handelt es sich um den ersten Fall von Afrikanischer Schweinepest im Landkreis Darmstadt-Dieburg in Südhessen.

Update vom Freitag, 2. August, 19.50 Uhr: Bei einem weiteren Wildschwein im Landkreis Darmstadt-Dieburg ist der Erreger der Afrikanischen Schweinepest (ASP) nachgewiesen worden. Am Mittwoch hatte die Kreisverwaltung ein erstes krankes Wildschwein gemeldet.

Am Freitag teilte sie nun mit, dass eine Försterin einen zweiten Kadaver in einem Waldstück bei Ober-Ramstadt gefunden habe. Der neue Fund liegt inmitten des Landkreises, weshalb es erforderlich wird, neue Sperrzonen auszuweisen. Deren Verlauf wird jetzt festgelegt.

Schweinepest: Infiziertes Wildschwein in Südhessen gefunden

Erstmeldung vom Mittwoch, 31. Juli 2024, 20.25 Uhr: Pfungstadt-Eschollbrücken – In Pfungstadt-Eschollbrücken (Kreis Darmstadt-Dieburg) ist ein totes Wildschwein gefunden worden, das positiv auf das Virus der Afrikanischen Schweinepest (ASP) getestet worden ist. Das hat die Darmstadt-Dieburger Kreisverwaltung am Mittwochabend mitgeteilt. Es handele sich um den ersten ASP-Fall im Landkreis.

Kreispressesprecher Matti Merker sagte der FR, das Tier sei bereits am Dienstag gefunden worden. Am Mittwoch habe dann das erste Testergebnis vorgelegen. Die Probe sei bereits zur Überprüfung an das Friedrich-Loeffler-Institut, dem Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, geschickt worden.

Kreis Darmstadt-Dieburg: Wildschwein wurde zur Kadaversammelstelle gebracht

Um eine sichere und hygienische Entsorgung zu gewährleisten, sei das Wildschwein zur Kadaversammelstelle nach Griesheim gebracht worden. Ob die bisherigen Sperrzonen ausgeweitet werden müssten, werde noch durch die Kreisverwaltung geprüft, sagte der Kreissprecher.

Der Landkreis Darmstadt-Dieburg arbeitet nach Angaben der Kreisverwaltung seit dem ersten positiven ASP-Fund im Kreis Groß-Gerau eng mit den übergeordneten Behörden zusammen. Ziel sei es, eine weitere Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest zu verhindern.

Afrikanische Schweinepest: Hochansteckend und für Schweine fast immer tödlich

Die Afrikanische Schweinepest ist eine hochansteckende Viruserkrankung, die ausschließlich Schweine betrifft, für den Menschen und andere Tierarten jedoch ungefährlich ist. Trotzdem stellt sie eine erhebliche Bedrohung für die Schweinehaltung und die Landwirtschaft dar. Zuletzt mussten in Trebur im Landkreis Groß-Gerau 1800 Hausschweine in einem Bestand getötet werden.

Auch im Landkreis Darmstadt-Dieburg wurde bereits umfassende Vorkehrungen ergriffen, um die Situation unter Kontrolle zu halten. Neben der Einrichtung verschiedener Sperrzonen wurden flächendeckend Drohnenflüge durchgeführt, Wildschweinbarrieren aufgebaut sowie Informationskampagnen zur Sensibilisierung der Bevölkerung gestartet.

Unterdessen wollen die Landwirtschaftsministerien in Berlin und Wiesbaden eine Informationskampagne an Autobahnen starten, um Reisende darauf hinzuweisen, dass Speisereste nur in verschließbare Müllbehälter geworfen werden sollen, um das Afrikanische Schweinepest-Virus nicht weiter über Lebensmittel zu verbreiten.

Kommentare