VonLeon Schmittschließen
Nach einem Raketenangriff auf die Uni Sumy in der Ukraine unterstützt die Hochschule Fulda ihre Partner mit Spenden, Technik und Stipendien.
Fulda/Sumy - Mit großer Betroffenheit reagiert die Hochschule Fulda auf die Nachricht, dass ihre Partneruniversität in der Ukraine, die Sumy State University, bei einem russischen Raketenangriff schwer beschädigt wurde. Wie die Hochschule mitteilt, schlugen an Palmsonntag zwei Raketen im Stadtzentrum von Sumy ein. Nach ukrainischen Angaben wurden mehr als 30 Menschen getötet, über 110 verletzt – unter den Opfern auch zwei Studierende der Universität.
Hochschule Fulda hilft ukrainischer Partneruni in Sumy
Das International Office der Hochschule Fulda steht im engen Austausch mit den Verantwortlichen in Sumy. „Unsere Kolleginnen dort waren mehrfach zu Gast in Fulda – die enge Verbindung ist über die Europäische Hochschulallianz E³UDRES² gewachsen“, sagt Hochschulpräsident Prof. Dr. Karim Khakzar.
Laut Alla Krasulia, Leiterin des International Affairs Department der Sumy State University, wurde bei dem Angriff unter anderem das Congress Center der Universität komplett zerstört. Auch ein Gebäude mit Unterrichtsräumen und das Büro für internationale Beziehungen seien schwer beschädigt. „Dort konnte nichts gerettet werden – noch nicht einmal ein Stift“, wird Krasulia zitiert.
Die Hochschule Fulda prüft derzeit, wie sie mit Sachmitteln helfen kann – etwa durch Technik zur Aufrechterhaltung des Lehrbetriebs. Parallel dazu wird eine Spendenkampagne der ukrainischen Universität unterstützt: Der Förderverein der Hochschule Fulda hat auf der Plattform der VR Bank Fulda das Projekt „Solidarität mit Sumy“ eingerichtet. Hier können Sie spenden. Spendenquittungen werden auf Wunsch ausgestellt.
Rund 4,5 Millionen Euro für Wiederaufbau benötigt
Insgesamt werden die Wiederaufbaukosten auf rund 4,5 Millionen Euro geschätzt. Allein auf dem Campus müssen etwa 600 Fenster und 170 Türen ersetzt werden, über 5500 Quadratmeter Fläche müssen renoviert, weitere 1120 Quadratmeter vollständig neu aufgebaut werden.
Ronja Pralle, E³UDRES²-Koordinatorin an der Hochschule, berichtet von beeindruckender Entschlossenheit in Sumy: „Trotz der Zerstörung arbeiten unsere Partnerinnen und Partner mit enormer Motivation weiter. Ihr Ziel bleibt: jungen Menschen eine Zukunft bieten.“ Besonders dringend benötigt werden aktuell Laptops, Router und andere technische Ausstattung.
Neben Geld- und Sachspenden wünscht sich die Sumy State University auch ideelle Unterstützung – etwa durch Stipendien, Forschungskooperationen oder Konferenzteilnahmen. Das International Office der Hochschule Fulda vergibt derzeit bereits mehrere Stipendien an ukrainische Studierende.
Khakzar ruft zur Unterstützung auf: „Hier können wir ganz konkret Solidarität mit der Ukraine zeigen – und den wissenschaftlichen Austausch in Europa stärken.“

