Moderne Schnitzeljagd

Aktion „Cash Catch“: Warum das Geld in Fulda manchmal auf der Straße liegt

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Ob an einer Parkbank, zwischen Steinen oder an Straßenlaternen: Der Macher hinter dem Instagram-Account „Cash Catch Fulda“ versteckt Geld in der Region Fulda. Auf der Plattform wird anschließend ein Hinweis veröffentlicht - und die Jagd auf das Geld beginnt.

Fulda - „Es macht großen Spaß, den Leuten dabei zuzusehen, wenn sie das Geld gefunden haben und Jubelsprünge machen“, erklärt der Betreiber des Instagram-Accounts „Cash Catch Fulda“. „Es ist wie eine Art Schnitzeljagd.“ Zwischen 10 und 100 Euro können ein- bis zwei Mal pro Woche gefunden werden. Die Scheine stammen oft aus seinem eigenen Geldbeutel.

Eine Schnitzeljagd über Instagram: Mann versteckt Geld in Fulda

„Manchmal kommt das Geld von Sponsoren, das sind regionale und überregionale Unternehmen, wie zum Beispiel oh-Events, die sich so Reichweite erhoffen“, erklärt er. Doch nicht nur die Reichweite der Sponsoren steigt, sondern auch die Bekanntheit des Konzepts von „Cash Catch“.

Eines ist dem Mann hinter „Cash Catch Fulda“ aber besonders wichtig: Er möchte anonym bleiben. „Nur ein paar wenige Menschen aus meiner Familie wissen überhaupt, dass ich das mache“, erklärt er. Das soll sich auch in Zukunft nicht ändern. „Für mich ist es deutlich einfacher, das Geld zu verstecken“, betont er.

Angefangen hat er im April 2024. 20 Euro hat er damals im Schlossgarten versteckt. „Die Idee, Geld zu verstecken, war nicht von mir. Ich kannte das aus anderen Städten und dachte mir: ‚Der Trend muss nach Fulda‘“. Mittlerweile folgen ihm fast 10.000 Menschen auf Instagram, auf der Plattform TikTok sind es sogar 18.000.

Jede Woche versteckt der Macher hinter Cash Catch Fulda Geld in der Barockstadt.

Aktuell gehen die Ausgaben, die er hat und seine Einnahmen durch das Sponsoring relativ genau auf. Doch in Zukunft möchte er gerne Geld verdienen. Möglich wäre das, wenn seine Reichweite weiter steigt. „Cash Catch“ ist ein Trend in den sozialen Medien. Das Schema ist dabei immer gleich: Jemand versteckt Geld, verbreitet einen Hinweis in den sozialen Netzwerken und die, die den Account verfolgen, suchen.

Die Verstecke wählt er immer ein paar Tage im Voraus. „Die Orte sollen nicht gefährlich sein. An Kreuzungen würde ich zum Beispiel nie Geld verstecken.“ Natürlich dürfen die Verstecke weder zu offensichtlich noch zu schwer zu finden sein. „Wenn ich irgendwo tief in der Rhön etwas verstecken würde, würde es keiner finden.“

In der Stadt hat das Geld meistens bereits wenige Minuten, nachdem er den Hinweis veröffentlicht hat, den Besitzer gewechselt. „In Zukunft möchte ich das Geld so verstecken, dass es auch mal ein bisschen länger dauert, bis es jemand findet.“

Krystian Kulynycz aus Petersberg hat die 50 Euro gefunden.

Geld geschenkt bekommen - wer will das nicht? Aber wer läuft dafür durch die Stadt? „Als ich damit begonnen habe, habe ich gedacht, dass hauptsächlich junge Leute kommen und das Geld suchen. Aber auch ältere Leute machen mit. Manchmal kommen auch Erwachsene mit ihren Kindern.“

An einem Tag im Oktober befinden sich 50 Euro, in einem Kästchen, das unter einem Haufen Laub neben der Liobakirche in Petersberg versteckt ist. Die Jagd nach dem Geld startet um 15 Uhr, mit einem Post auf Instagram.

„Cash Catch“ in Petersberg - nach vier Minuten wird das Geld gefunden

Nur vier Minuten später steht Krystian Kulynycz neben der Lioba-Kirche. Der Petersberger war der Schnellste. „Wir wohnen hier in der Nähe. Meine Frau hat gesehen, dass das Geld hier ist und mich losgeschickt“, erklärt der 28-Jährige, der schon öfter mitgemacht, aber noch nie Geld gefunden hat. Was die beiden jetzt mit dem Geld machen, weiß Krystian Kulynycz noch nicht. „Das ist ein gutes Spiel. Es macht Spaß“, sagt er.

Zu Fuß, mit Autos oder mit dem E-Scooter: Viele Menschen kommen zur Lioba-Kirche und suchen den Schatz.

Doch er ist nicht der einzige, der diesem Tag Kirche kommt. Nur Minuten später stehen zwei junge Frauen an der Lioba-Kirche, und nach und nach kommen noch weitere Menschen. Mehr und mehr Autos, Fahrräder und E-Scooter kommen angefahren, Menschen steigen aus und suchen die Box oder ziehen enttäuscht von dannen, wenn sie erfahren, dass der Schatz bereits gefunden ist. Doch da regelmäßig Geld in der Region Fulda versteckt wird, haben sie schon bald wieder eine Chance.

Ein anderes ungewöhnliches Projekt: Ein Berliner Duo hat das nachhaltige Projekt „HappyTaps“ in Fulda gestartet; die Überraschung kommt aus dem Automaten.

Rubriklistenbild: © Jan Eurich

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