Landespolitik

In Hessen bleibt die Grüne Jugend Hessen in der Partei

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Die Grüne Jugend hat in Hessen auch immer wieder zusammen mit den „Fridays for Future“ demonstriert.
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    Georg Leppert
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Die hessische Nachwuchsorganisation der Grünen sieht den Austritt ihres Bundesvorstands kritisch. Man wolle weiter Einfluss auf die Partei nehmen.

Wiesbaden – Nachdem der komplette Bundesvorstand der Grünen Jugend angekündigt hat, die Grünen zu verlassen und eine neue linke Jugendbewegung zu gründen, hat die Nachwuchsorganisation der Partei in Hessen mit Unverständnis reagiert. Lily Sondermann, Landessprecherin der Grünen Jugend Hessen (GJH), sagte der Frankfurter Rundschau, sie sehe die aktuelle Entwicklung der Mutterpartei ebenfalls kritisch. „Den Frust kann ich mehr als nachvollziehen.“

Es sei aber falsch, wenn Linke die Grüne Jugend und die Grünen jetzt verlassen würden, anstatt vorhandene Ressourcen zu nutzen und Einfluss auf den Kurs der Partei zu nehmen, sagte Sondermann. Die GJH werde innerhalb der hessischen Grünen etwa trotz politischer Differenzen durchaus gehört, man begreife die Grünen weiter als politische Heimat. „Wir werden das Handtuch nicht werfen“, formulierte Sondermann.

Druck von links

In Hessen rechne sie nicht damit, dass viele Mitglieder der Grünen Jugend die Nachwuchsorganisation verlassen würden, sagte Sondermann. Man werde eher versuchen, sich besser mit zivilgesellschaftlichen Organisationen oder Gewerkschaften zu vernetzen und sich noch aktiver in die Debatten innerhalb der Grünen einzubringen. Politisch wolle die GJH „definitiv nicht weiter in die Mitte“, man werde sich mit einem noch weniger linken Kurs „auch nicht zufriedengeben“. Bundesweit bleibe die Grüne Jugend weiterhin der Ort, „in dem junge Menschen für ihre linken, progressiven Zukunftsvisionen kämpfen – vor Ort oder in den Parlamenten“.

Sondermanns Co-Sprecher Titus Dharmababu sagte, die Grüne Jugend werde „weiterhin in der Partei für soziale Gerechtigkeit, Menschenrechte und Klimaschutz streiten“, man sei auch zu harten Debatten bereit.

Bedauern über den Schritt des Bundesvorstandes

Ähnliche Töne gibt es aus Frankfurt zu hören. „Der Kreisverband Frankfurt wird sich auch künftig engagiert für die Stärkung der Strukturen der Grünen Jugend als linker Jugendverband der Grünen einsetzen“, teilte die Jugendorganisation am Donnerstag mit. Den Rücktritt des Bundesvorstands nehme man mit Bedauern zu Kenntnis, heißt es. Die Probleme auf Bundesebene sieht man in Frankfurt aber nicht. „In Frankfurt zeigt sich, dass die Zusammenarbeit mit einer progressiven grünen Partei unsere größten sozial-ökologischen Erfolge ermöglicht“, sagte die Sprecherin des Kreisverbands Felicitas Dubuque.

Tatsächlich waren die Frankfurter Grünen vor der Kommunalwahl deutlich nach links gerückt. Zwar kam eine durchaus diskutierte Koalition mit SPD und Linken nicht zustande. Inhaltlich konnte sich der linke Parteiflügel aber in einigen Punkten durchsetzen – etwa in der Abkehr von der Bebauung der Günthersburghöfe. (Georg Leppert und Hanning Voigts)

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