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Wintereinbruch in Osthessen: Straßen wegen brechender Äste gesperrt - „erhebliche Gefahr“

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  • Sabine Kohl
  • Lena Eberhardt

Der Wintereinbruch in Teilen Deutschlands trifft auch Osthessen. Schnee und Glätte sorgten zeitweise für Chaos auf den Straßen.

  • Winter-Wetter in Hessen: Schnee, Hagel und Glatteis haben am Sonntag zu zahlreichen Unfällen und Stromausfällen geführt.
  • Wegen herabstürzender Äste mussten zahlreiche Waldwege gesperrt werden. Die Polizei warnte vor Lebensgefahr.
  • Auf die Natur hat das Winter-Wetter schwerwiegende Auswirkungen: Blüten knicken ab oder erfrieren, es fliegen keine Insekten.

+++ Update vom 23. April, 15.51 Uhr: Nach den massiven Schneebruch-Schäden an Straßenbäumen infolge des kurzen Wintereinbruchs am vergangenen Wochenende muss in Fulda die Karrystraße (Westring) in Höhe des Industrieparks West ab sofort (23. April) bis voraussichtlich Samstag, 27. April, halbseitig gesperrt werden.

Das teilte die Stadt Fulda am Dienstag (23. April) mit. Es bestehe „erhebliche Gefahr durch herabfallende Äste“. Deshalb finden umfangreiche Baumpflegearbeiten statt. Die Karrystraße ist von der Anschlussstelle B254 bis zur Kreuzung Rodges/Am Haimberg nur in eine Richtung befahrbar, nämlich in Richtung Westring/Sickels/Johannesberg/Frankfurter Straße. 

Wintereinbruch in Osthessen: Stadt Fulda warnt vor abknickenden Ästen und Bäumen

+++ 17.13 Uhr: Das Winterwetter mit starkem Schneefall und glatten Straßen hat Feuerwehren und Rettungsdienste stark gefordert. Bis Sonntagmittag gingen bei der Zentralen Leitstelle für Stadt und Kreis Fulda rund 500 Anrufe ein, davon 135 Notrufe. Das teilt der Landkreis mit.

„Feuerwehr und Rettungsdienst rückten im Stadtgebiet zu 46 Einsätzen aus, im gesamten Landkreis waren es insgesamt schätzungsweise 170 Einsätze. Finale Zahlen werden in den kommenden Tagen feststehen.“

Winterwetter: Schnee und glatte Straßen in Osthessen

Schnee Landschaft
Der April zeigte sich am Sonntag von einer besonders kalten Seite. © Jonas Wenzel
Enzianhütte Schnee
Von der Enzianhütte hatte man am Sonntagmorgen eine schöne Aussicht über die verschneite Landschaft. © Jonas Wenzel
Schnee Fulda Baum
Ein paar Bäume in der Nähe des Fuldaer Doms konnten dem Schnee nicht stand halten. Einige Äste sind auch hier auf die Straßen und Gehwege gefallen. © Jonas Wenzel
Fulda Schnee
Schne2.jpg © Jonas Wenzel
Straßensperrung
Die Landstraße Richtung Kleinlüder war am Sonntagvormittag aufgrund des Winterwetters gesperrt worden. © Fuldamedia
Baumbruch Wald Maberzell Schneelast
Zahlreiche Bäume sind unter der Schneelast zusammengebrochen, wie hier zwischen Gläserzell und Maberzell. Die Polizei warnt derzeit davor in den Wald zu gehen. Es besteht Lebensgefahr. © Michael Tillmann
Abgebrochene Äste Fulda
Abgebrochene Äste sorgten auch in Fulda für Probleme auf den Straßen. © Jonas Wenzel
Schloss Fasanerie
Das Schloss Fasanerie bei Eichenzell ist am Sonntagmorgen auch in Schnee gehüllt. © Bernd Loskant
Die Hünfelder Rhönkampfbahn ist zum Winterwonderland geworden.
Die Hünfelder Rhönkampfbahn ist zum Winterwonderland geworden. © Siggi Larbig
Unfall Mercedes A5
Über die Höhe des Schadens ist noch nichts bekannt. © Fuldamedia
Schnee Rhön April
Der kräftige Schneefall hat auch die Rhön in eine weiße Decke gehüllte. Auf der Wasserkuppe liegen nun rund 20 Zentimeter Schnee. © Jessica Baier
Wintereinbruch im Erzgebirge
Der Wintereinbruch hat für glatte Straßen und zahlreiche Unfälle in ganz Deutschland gesorgt. (Symbolbild) © News5/März/dpa

Update vom 22. April, 13.31 Uhr: Vielerorts in Osthessen sind Straßen und Wege nach dem Wintereinbruch am Sonntag gesperrt - etwa die Landstraße von Oberrode nach Kleinlüder. Die Stadt Fulda ist aktuell mit Aufräumarbeiten beschäftigt und mahnt, Wälder und den Bereich rund um Bäume möglichst zu meiden oder dort Vorsicht walten zu lassen. Wegen des starken Schneefalls sei es zu zahlreichen Schneebruchschäden im gesamten Stadtgebiet gekommen, teilt die Stadt Fulda in einer Presseerklärung mit.

Mit Hochdruck sei man dabei, abgebrochene Äste oder abgeknickte Bäume zu beseitigen. Dies könne allerdings einige Tage dauern. Insbesondere abgebrochene Äste, die jetzt noch in den Kronen hängen, stellten eine unkalkulierbare Gefahr dar, so die Stadt. Diese könnten sich unvermittelt lösen und zu Boden fallen. Gleiches gelte für Bäume, die aufgrund der Schneelast zwar in Schieflage geraten, aber noch nicht umgefallen seien. Wegen der nassen, aufgeweichten Böden könne eine einzelne Windböe reichen, die Bäume zum Umstürzen zu bringen.

Die Landstraße von Oberrode Richtung Kleinlüder ist nach wie vor gesperrt. Hessenforst hat noch viel Arbeit vor sich.

Weiterhin weist die Stadt darauf hin, dass die Radweg-Abschnitte zwischen Maberzell und Gläserzell sowie weiterführend nach Kämmerzell bis auf weiteres gesperrt sind. Grund dafür sind zahlreiche heruntergefallene Äste sowie die Gefahr, dass weitere herabstürzen. Die Beseitigung dieser Schäden werde durch Hessenforst vorgenommen.

+++ 11.45 Uhr: Winterwetter und umgestürzte Bäume haben in Osthessen am Sonntagmorgen für Behinderungen auf den Straßen gesorgt. Am frühen Morgen fielen dicke Flocken - das sorgte für einige überraschte Blicke aus dem Fenster. Wie die Polizei mitteilte, gab es mehrere wetterbedingte Verkehrsunfälle, aber keine schweren Verletzungen. Neben Bundes-, Land- und Kreisstraßen war auch die Autobahn 7 in Richtung Norden betroffen. Laut Polizei dauerten die Aufräumarbeiten der Feuerwehr, Räumungsdienste, Straßenmeistereien und städtischer Dienste am Sonntagvormittag noch an.

Nach Polizeiangaben mussten einige Straßen und Wege wegen umgestürzter Bäume gesperrt werden. Die Polizei warnt davor, Waldgebiete und Wälder aufzusuchen. Dort bestehe Lebensgefahr, weil Bäume umstürzen könnten. Die teils große Schneelast macht aber auch Hobbygärtnern zu schaffen.

„Heute morgen kam es ab 6.46 Uhr in Teilen der Gemeinde Petersberg zu einem Stromausfall. Ursache war vermutlich, dass Äste unter der plötzlichen Schneelast auf Freileitungen gefallen waren“, berichtet die RhönEnergie in einer Pressemitteilung. Betroffen von dem Ausfall waren Teile des Kernorts, Stöckels, Almendorf sowie einzelne Straßen in Marbach, Steinau und Steinhaus. Die Versorgung wurde nach und nach wieder hergestellt. Um 8.30 Uhr waren die letzten Haushalte wieder versorgt.

Schnee und Glätte in Osthessen: 25 Zentimeter Neuschnee auf der Wasserkuppe

+++ 10.55 Uhr: Laut Betreiber der Ski- und Rodelarena Wasserkuppe sind auf Hessens höchstem Berg rund 25 Zentimeter Neuschnee gefallen. Die Anlagen bleiben aufgrund der Witterung aber geschlossen. Die Märchenhüttenwiese ist ab 10 Uhr geöffnet. Vor wenigen Tagen hatte es bereits auf der Wasserkuppe geschneit. In der Nacht auf Donnerstag (18. April) fielen rund elf Zentimeter Schnee.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) meldet für den weiteren Tagesverlauf eher wechselnd bis stark bewölktes Wetter. Von Nordosten allmählich südwestwärts verlagernder Niederschlag. Die Schneefallgrenze liegt zunächst bei 200 bis 400 Meter, in kräftigeren Niederschlägen teils auch bis in tiefe Lagen, sodass im Laufe des Sonntags bereits Tauwetter einsetzt.

Das Schloss Fasanerie bei Eichenzell ist am Sonntagmorgen auch in Schnee gehüllt.

Gegen Nachmittag steigt die Schneefallgrenze auf 400 bis 600 Meter. Vereinzelnd sind Schauer möglich, teils auch niederschlagsfrei und Auflockerungen. Höchstwerte bei 6 bis 9 Grad, im höheren Bergland um 3 Grad. Mäßiger Wind aus Nordost, vereinzelt stark böig auffrischend.

In der Nacht zum Montag wechselnd bewölkt aber nur ganz vereinzelt schwache Schneeschauer. Tiefsttemperatur zwischen 0 und minus 3 Grad. Lokal Glättegefahr. Verbreitet Frost in Bodennähe.

Update vom 21. April, 9.57 Uhr: Auf der Autobahn 5 bei Alsfeld-Ost im Vogelsberg kam es am Sonntagvormittag zu einem weiteren Unfall. Aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeit ist ein Mercedes von der Fahrbahn abgekommen. Laut Reporter vor Ort rutschte das Fahrzeug in den Graben und überschlug sich anschließend.

Wintereinbruch in Osthessen - Schnee und Glätte in Fulda

Der SUV kam schließlich in einem Feld zum Stehen. Im Fahrzeug befanden sich der 30-jährige Fahrer und ein dreijähriges Kind. Beide wurden in ein Krankenhaus gebracht.

Im Vogelsberg gab es einen Unfall infolge von Schneeglätte.

Erstmeldung vom 21. April, 9.24 Uhr: Region - Winterliche Verhältnisse im April: Schnee, Hagel, Glatteis und starker Regen haben schon am Samstag Deutschlandweit für zahlreiche Unfälle im Straßenverkehr gesorgt. Für diesen Sonntag kündigte der Deutsche Wetterdienst (DWD) teils kräftigen Schneefall an - und warnte auch vor Glatteis. Auch in Osthessen könne es demnach zu Verkehrsbehinderungen und Gefahr durch Baumschäden aufgrund der hohen Schneelasten kommen.

Am Wochenende kam es bereits zu den ersten Unfällen aufgrund des Wetters. Unter anderem wurden vier Menschen, darunter zwei kleine Kinder, bei einem Glätteunfall am Samstag im Landkreis Fulda leicht verletzt. Ein 26-jähriger Autofahrer aus Lauterbach befuhr gegen 19.30 Uhr mit seiner 25-jährigen Frau und zwei kleinen Kindern die B458 vom Grabenhöfchen kommend in Fahrtrichtung Dietges. Das berichtet die Polizei Osthessen in einer Pressemitteilung.

Ausgangs einer Kurve kam das Fahrzeug infolge einer plötzlich winterglatten Fahrbahn und nicht angemessener Geschwindigkeit von der Fahrbahn ab, überquerte die Gegenfahrbahn und rutschte in einen Graben. Dort überschlug sich der Pkw. Die vier Insassen zogen sich nur leichte Verletzungen zu wurden durch den alarmierten Rettungsdienst zur ambulanten Versorgung ins Klinikum Meiningen verbracht. Das Auto war nicht mehr fahrbereit, es entstand wirtschaftlicher Totalschaden in Höhe von etwa 10.000 Euro. Zur Unterstützung der Bergungsarbeiten waren Einsatzkräfte der Feuerwehr Hilders vor Ort.

Auch in anderen Teilen Deutschlands kam es zu wetterbedingten Unfällen: Am Samstagvormittag war es auf der Autobahn 70 in Oberfranken bei Glätte zu einer Massenkarambolage gekommen. 29 Fahrzeuge, darunter Autos und ein Fernbus, waren beteiligt. 15 Menschen wurden verletzt. 

Der kräftige Schneefall hat auch die Rhön in eine weiße Decke gehüllte. Auf der Wasserkuppe liegen nun rund 20 Zentimeter Schnee.

Bei Ilmenau in Thüringen war am Samstagvormittag bei einem Graupelschauer und Temperaturen knapp über 0 Grad ein 65 Jahre alter Mann bei einem Unfall mit mehreren Autos ums Leben gekommen. Er sei mit seinem Wagen ins Schleudern geraten, teilte die Polizei mit. Dann sei das Auto in den Gegenverkehr geraten und frontal mit einem Fahrzeug zusammengestoßen. Zwei weitere Menschen seien verletzt worden.

Im Landkreis Zwickau in Sachsen hatten am Samstagabend kurzzeitig vereiste Fahrbahnen zu mehreren Unfällen geführt, bei denen vier Menschen verletzt wurden. Die Autos seien aufgrund von Schnee, Hagel und Starkregen von der Straße abgekommen und gegen die Leitplanken gekracht, sagte eine Polizeisprecherin. Auf der A72 zwischen den Anschlussstellen Zwickau-Ost und Hartenstein wurde ein Mensch schwer verletzt. Bei einem Unfall mit zwei Autos auf der A4 wurden drei Menschen leicht verletzt. (mit dpa-Material)

Rubriklistenbild: © Sophia Auth

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