Ski-Wetter

Elf Zentimeter Schnee auf der Wasserkuppe - weiterer April-Schnee in der Region angesagt

+
Erneut hat es in der Rhön und auf der Wasserkuppe, dem höchsten Berg in Hessen, im April geschneit. In der Nacht zum 18. April fielen elf Zentimeter Schnee.
  • schließen

Erneut hat es in der Rhön und auf der Wasserkuppe, dem höchsten Berg in Hessen, geschneit. In der Nacht zum 18. April fielen - wie schon zwei Tage zuvor - einige Zentimeter Schnee. Auf der Wasserkuppe sogar bis zu elf Zentimeter Schnee.

Update vom 18. April, 14.53 Uhr:
Dass es von Mittwoch auf Donnerstag so viel geschneit hat in der Rhön, hatte auch Wetter-Experte Oliver Reuter aus Eiterfeld-Arzell überrascht. „Wir hatten es mit einer Schauerlage zu tun, bei der mehrere Effekte zusammenkamen. Der Schnee war für uns Meteorologen so nicht vorauszusagen. Ein Schauer hatte sich über der Rhön eingenistet und sich so intensiviert, dass kräftiger Niederschlag in Form von Schnee herunterkam. Es schneite so viel, dass der Schnee trotz des warmen Bodens sogar liegenblieb“, erklärt er.

Schnee auf der Wasserkuppe: Heftiger Niederschlag überrascht Wetter-Experte Oliver Reuter

Und es geht noch weiter: Oberhalb von 600 Höhenmetern wird es am Freitag wieder ordentlich schneien: „Das reicht für einige Zentimeter“, so Reuter. Auch wenn die Temperaturen am Tag auf acht bis elf Grad klettern, bleibt es bis mindestens Montag kalt. Nachts ist in den Nächten auf Sonntag und auf Montag mit Bodenfrost zu rechnen bei minus zwei Grad rund um Fulda und minus vier Grad in der Rhön.

„Wer am Wochenende einen Ausflug machen will, sollte die Winterjacke einpacken“, rät der Meteorologe, denn ab Freitag wird es auch wieder windiger. Ab Sonntag soll es zumindest etwas trockener werden und es besteht zwischendurch die Chance auf ein bisschen Sonne.

Erstmeldung vom 18. April, 9.08 Uhr:

Fulda - Nachdem sich das Wetter beruhigt hat und das Sturmtief über Hessen hinweggezogen ist, sind kalte Temperaturen in der Region Fulda geblieben. In der Nacht zu Donnerstag (18. April) herrschten auf der Wasserkuppe, dem mit 950 Metern höchsten Berg in Hessen, Temperaturen um null Grad.

Elf Zentimeter Schnee auf Wasserkuppe - weiterer April-Schnee in Region Fulda angesagt

Das Wetter bleibt wechselhaft, in den Mittelgebirgen droht immer wieder Schnee und Glätte, hieß es noch am Vortag. Und in der Rhön und auf der Wasserkuppe fiel in der Tat in der Nacht zu Donnerstag erneut Schnee. Bereits am Dienstagmorgen waren in der Hochrhön Wiesen, Bäume und Dächer fein weiß gepudert.

Am Donnerstagmorgen waren dann beispielsweise in Poppenhausen die Dächer von Häusern und Auto mit einer feinen Schneeschicht überzogen. Auf den Straßen blieb der Schnee aber nicht länger liegen. Gegen 7.30 Uhr war in den Orten auf den Straßen kaum noch Schnee zu sehen.

„Wer schon auf Sommerreifen umgestellt hat, hat mitunter Probleme“, hatte Diplom-Meteorologin Jacqueline Kernn von der Wettervorhersagezentrale des Wetterdienstes (DWD) am Mittwoch noch gewarnt. Und in der Tat fielen auf der Wasserkuppe in der Nacht zu Donnerstag über zehn Zentimeter Schnee.

Das ergab eine Messung von Florian Heitmann, Betriebsleiter der Ski- und Rodelarena auf der Wasserkuppe, am Donnerstagmorgen. Fotos von der Wasserkuppe zeigen den eingeschneiten Skihang sowie die Pistenraupen, die winterlich mit einer dicken Schneeschicht überzogen sind.

Erneut hat es in der Rhön und auf der Wasserkuppe, dem höchsten Berg in Hessen, im April geschneit. In der Nacht zum 18. April fielen elf Zentimeter Schnee.

Und es könnte sein, dass in der Nacht zum Freitag (19. April) sogar erneut schneit in den Rhön. Nach Mitternacht verdichtet sich die Bewölkung und gegen Morgen beginnt es aus Nordwesten gebietsweise zu regnen, in Lagen oberhalb von etwa 600 Metern zu schneien“, sagt Meteorologe Oliver Reuter aus Eiterfeld im Hünfelder Land.

„Die Temperatur sinkt auf 2 Grad in Flieden und bis auf 0 Grad in Poppenhausen“, informiert der Wetter-Experte auf osthessen-wetter.de. Am heutigen Donnerstag könne es laut seinen Angaben in der Region Fulda noch Graupelschauer bis in tiefere Lagen geben. „Im Laufe des Nachmittags werden die Schauer seltener und die Sonne kommt öfter zum Vorschein.“

Schnee am 18. April in der Rhön: In Poppenhausen lag auf den Blüten eine feine weiße frostige Schicht.

Neben Autofahrern müssen indes auch (Hobby-)Gärtner und Landwirte bei dem kalten Temperaturen aufpassen. In den vergangenen Wochen war das April-Wetter so warm, dass vorgezogene Pflanzen bereits nach draußen gesetzt wurden oder Knospen früh erblüht sind. „Nun bedroht Frost in Bodennähe die empfindlichen Pflanzen“, sagt Meteorologin Kern.

Eine Abdeckung kann die empfindlichen Pflanzen vor dem Frost schützen. Das weiß etwa Erdbeer-Bauer Sebastian Würfl aus Hessen, der seine Pflanzen mit Netzen und Vliesen schützt. „Eine deutliche Milderung und beständiges Wetter sind in dieser Woche nicht in Sicht“, hat Jacqueline Kernn keine guten Nachrichten für alle, die auf eine Rückkehr des Frühlings warten.

Eine Höhenwetterkarte zeigt die Temperaturen am kommenden Sonntag in einer Höhe von 5,5 km über Deutschland. Es werden bis zu -35 Grad gemessen. 

Dominik Jung, Diplom-Meteorologe

Der deutliche Rückgang der Temperaturen kontrastiert den bisher milden Frühlingsanfang, erklärt Johannes Graf, Meteorologe von wetter.net. „Ab diesem Wochenende ist eine Verschärfung des Kälteeinbruchs zu erwarten“, sagt er. „Insbesondere am frühen Morgen des Sonntags, dem 21. April, ist in vielen Teilen Deutschlands mit Frost zu rechnen.“

„Eine Höhenwetterkarte zeigt die Temperaturen am kommenden Sonntag in einer Höhe von 5,5 km über Deutschland. Es werden bis zu -35 Grad gemessen. Das ist ordentlich. Der April hat sein Gesicht komplett einmal gewandelt. Die erste Monatshälfte war extrem zu warm, nun kommt eine deutlich kältere zweite Monatshälfte“, erläutert Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterdienst Q.met.

„In der Nacht zum Samstag sinkt die Schneefallgrenze wieder etwas ab, sodass der Start ins Wochenende in einigen Mittelgebirgen mit etwas Schnee einhergeht“, sagt Diplom-Meteorologe Marcel Schmid von der DWD-Wettervorhersagezentrale. Auch n der Nacht zum Montag können Schauer im hessischen Bergland teils als Schnee runterkommen.

Der DWD-Experte erwartet dann Tiefsttemperaturen zwischen 2 und -2 Grad, im Bergland -1 bis -3 Grad. Örtlich Glätte. Verbreitet Frost in Bodennähe. „Für Autofahrer, die möglicherweise schon Sommerreifen aufgezogen haben, gibt es vor allem in den Mittelgebirgen möglicherweise größere Probleme“, warnt er.

Video: Kalt und frostig - was, wenn ich schon auf Sommerreifen bin?

Wintersport-Freunde dürfen allerdings nicht damit rechnen, dass es in diesem April nochmal zu Ski- und Rodelspaß in der Region Fulda kommt - trotz viel Schnee in der Nacht zu Donnerstag und weiterem angekündigten Schneefall für die nächste Tage. „Nein, so viel schneit es nicht“, antwortet Florian Heitmann auf die Frage, ob die Lifte nochmal angeschmissen werden.

Tourenski-Geher Gabriel Hauser nutzte am Donnerstagmorgen den Schneefall aber gleich nochmal für eine Wasserkuppen-Runde. Er sauste anschließend die Piste runter - und freute sich, dass ihm Florian Heitmann spontan eine Fahrt mit dem Schlepplift ermöglichte. „Ich habe ich ihm kurzerhand aus Spaß den Lift mal angeschaltet“, erzählt Florian Heitmann.

Kommentare