Gewalt bei Israel-Kundgebung

Frankfurter Römer: Israel-Protest gegen Hamas-Terror endet in Gewalt und Verhaftungen

Hunderte versammeln sich am Frankfurter Römer, um gegen den Terror der Hamas in Israel zu protestieren. Dabei kommt es zu Gewalt, Platzwunden, Pfefferspray und Verhaftungen.

Frankfurt – Um sich nach den Angriffen der Hamas mit Israel zu solidarisieren, sind Hunderte Menschen am Samstag um 20 Uhr zum Frankfurter Römer gekommen – am jüdischen Feiertag Simchat Thora, genau 50 Jahre nach Beginn des Jom Kippur Krieges. Schmerz, Sorge, Fassungslosigkeit sind zu spüren. Kerzen brennen unter einer Israel-Fahne. Aufgerufen zu der spontanen Kundgebung haben die Initiative Honestly Concerned, der Verband Jüdischer Studierender Hessen und die Deutsch-Israelische Gesellschaft.

„Palästina“, rufen einige junge Männer und bleiben nicht weit entfernt von der Menge stehen. „Israel hat das Recht, sich zu verteidigen“, sagt Oberbürgermeister Mike Josef (SPD). Fast gleichzeitig rennen Polizisten los, bringen vier Männer an unterschiedlichen Stellen zu Fall und führen sie ab. Was vorgefallen ist, ist in der Dunkelheit nicht zu erkennen.

Palästina-Rufe und Pfefferspray führen bei dem Israel-Protest in Frankfurt zu Verhaftungen

Bei einer Solidaritätskundgebung in Frankfurt hat die Polizei mehrere Männer festgesetzt. B. Roessler/dpa

„Wir sind nicht ohnmächtig gegen den Terror in Israel und auf der Welt“, sagt Josef. Die internationale Staatengemeinschaft müsse dafür Sorge tragen, dass die Angriffe ein schnelles Ende finden. „Tel Aviv – Yafo ist unsere Partnerstadt, wir stehen an der Seite der Menschen dort und in ganz Israel. Meine Gedanken sind bei den Opfern.“

Plötzlich sind junge, schwarz gekleidete Personen zu sehen, die Israel-Fähnchen aus Händen reißen, Beschimpfungen sind zu hören. Ein Mann in schwarzer Kleidung sprüht Pfefferspray. Acht Personen werden getroffen, ein Mann stürzt und erleidet eine Platzwunde am Kopf. Das alles geht unglaublich schnell. Augen werden von der Polizei gespült, die Wunde verbunden.

Auch Michel Friedman am Frankfurter Römer bei der Israel-Kundgebung

Derweil steht der hessische Antisemitismusbeauftragte Uwe Becker (CDU) am Mikrofon, fordert ein Verbot der Vorfeldorganisationen des palästinensischen Terrors und einen sofortigen Stopp aller finanziellen Unterstützung der Palästinenser mit deutschem oder auch europäischem Steuergeld. Es gibt wieder Applaus, wie bei allen weiteren Rednern auch. Alle stehen zusammen in der Forderung, die Hamas auf die Terrorliste zu setzen. „Wir wollen Frieden in Israel. Auch mit den Palästinensern. Mit der Hamas geht das nicht. Sie will Terror“, ist zu hören.

Im Publikum stehen auch Michel Friedman und seine Frau Bärbel Schäfer. Tief betroffen. Ebenso wie Ukrainer:innen, die sich solidarisch zeigen. „Es ist so furchtbar. Natürlich sind wir solidarisch mit den Menschen und mit Israel“, sagen sie. (dpa)

Rubriklistenbild: © dpa

Kommentare