Sars-CoV-2

Die Corona-Maske in Hessen ist zurück

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Es gibt wieder mehr Corona-Fälle in Hessen - und es werden deutlich steigende Zahlen für den Herbst erwartet. Ein Grund für Vorsicht, nicht nur in Zahnarztpraxen.

Frankfurt – Das Zahnarztteam trägt wieder Mund-Nasen-Schutz. Eine Reaktion auf die zunehmenden Terminabsagen, sagt die Chefin. Es gebe eine Infektionswelle - ungewöhnlich früh für die Jahreszeit und angesichts der sommerlichen Temperaturen. „Normalerweise erleben wir das erst im Oktober oder November.“ Ein Blick in den Corona-Pandemie-Radar der Bundesregierung bestätigt den Eindruck: Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt. Deutschlandweit liegt die Zahl der Covid-19-Fälle pro 100 000 Einwohnerinnen und Einwohner bei neun, in Hessen sind es zehn.

Ein Grund für Vorsicht – nicht alleine in Zahnarztpraxen. Die Leitung der Frankfurter Uniklinik hat an die Beschäftigten die „dringende Empfehlung“ ausgesprochen, wieder Mund-Nasen-Schutz zu tragen, sagt Jürgen Graf, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender. Nicht alleine wegen Corona, sondern generell als „präventive Maßnahme gegen saisonale Infektionen und dadurch bedingten Krankenstand“. Die Begeisterung des Personals halte sich in Grenzen.

Corona in Hessen: Auch auf der Straße ist die Maske wieder zurück

Auch im Straßenbild ist die Maske wieder zurück. Im öffentlichen Nahverkehr oder im Supermarkt sind wieder Menschen zu sehen, die sich des in der Pandemie bewährten Hilfsmittels besinnen, zum eigenen Schutz oder dem ihrer Mitmenschen.

Es gibt keine Maskenpflicht, aber eine Empfehlung - zum Eigenschutz und zu dem der Mitmenschen. Renate Hoyer

Gelassenheit im hessischen Sozialministerium: „Derzeit besteht mit Blick auf die zirkulierenden Varianten und die gute Grundimmunität der Bevölkerung durch Impfungen und durchgemachte Infektionen kein Anlass für Überlegungen bezüglich flächendeckender Schutzmaßnahmen“, versichert Sprecher Benjamin Donath der Frankfurter Rundschau. Sollte sich daran etwa ändern, müsse zunächst der Bund einen entsprechenden Rechtsrahmen schaffen.

Ungeachtet dessen sei das freiwillige Tragen einer Maske im Herbst ratsam, „besonders für Personen, die Kontakt zu vulnerablen Gruppen wie grunderkrankten oder alten Menschen haben“. Für die sei eine Corona- oder Influenza-Infektion ein erhebliches Gesundheitsrisiko. „Geht man mit solchen Personen um, können auch freiwillige Tests ratsam sein, weil das Corona-Virus ansteckender ist als die üblichen Erkältungsviren“, ergänzt der Sprecher, und dass die Ständige Impfkommission älteren Menschen und Risikogruppen empfehle, sich erneut impfen zu lassen.

Corona-Pandemie-Radar gibt Aufschluss: Wer besonders häufig betroffen ist

Die Altersgruppe über 80 Jahre ist laut Pandemieradar besonders häufig betroffen. Als Indikatoren dienen positive PCR-Tests, Arztbesuche wegen Atemwegserkrankung mit Covid 19 sowie Viruslast im Abwasser. In Hessen ist das Landesprogramm zur Abwasserbeprobung Ende 2022 abgelaufen. Es gibt jetzt ein Bundesprojekt.

Zurück zur Uniklinik Frankfurt: Der Krankenstand bei den Beschäftigten steige, die Zahl der Corona-Patienten in der Klinik sei aber „nach wie vor niedrig“, sagt Graf. Begleitend zur „dringenden Empfehlung“, Maske zu tragen, sei eine Kampagne zur Influenzaimpfung und Auffrischung der Coronaimpfung gestartet. Ziel sei, die für den Herbst zu erwartenden „deutlich steigenden Infektionszahlen“ im Griff zu halten, damit es nicht zu Personalengpässen und nachfolgend Versorgungsengpässen komme. Die anderen hessischen Kliniken gingen mit den steigenden Corona-Infektionen unterschiedlich um. Das Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt im Fall einer Covid-Infektion eine Isolation von drei bis fünf Tagen. Wer symptomfrei ist, kann dann an den Arbeitsplatz zurückkehren. (Jutta Rippegather)

Rubriklistenbild: © Renate Hoyer

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