Neue Impfstoffe

Corona-Variante „Pirola“ auf dem Vormarsch – wer sich im Herbst impfen lassen sollte

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Der neue Impfstoff von Biontech ist bereits auf neue Corona-Varianten angepasst. Angesichts einer drohenden Infektionswelle, spricht die Stiko Empfehlungen aus.

Frankfurt – Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt weiterhin, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Mediziner:innen warnen vor im Herbst und Winter steigenden Corona-Zahlen. Wer sollte sich deshalb jetzt impfen lassen?

Corona-Variante „Pirola“ breitet sich aus – neuer Impfstoff von Biontech bald verfügbar

Im Herbst und Winter sollen 14 Millionen Impfdosen von Biontech zur Verfügung stehen, die an aktuelle Varianten des Coronavirus angepasst sind. Wie das Bundesgesundheitsministerium mitteilte, werden diese zwischen September und November ausgeliefert. Bereits ab dem 18. September sollen die ersten Impfstoffe in den Praxen ankommen. Der Ärzteverband prognostiziert allerdings Probleme. Der Impfstoff von Biontech ist an die Omikron-Sublinie XBB.1.5 angepasst, noch geprüft wird, ob er gegen aktuell kursierende Varianten wie „Pirola“ ebenso wirksam ist.

Ab September sollen nach und nach die ersten Dosen des angepassten Corona-Impfstoffes in den Arztpraxen ankommen.

Bald soll zusätzlich ein angepasster Impfstoff des Herstellers Novavax verfügbar sein, dieser wartet allerdings noch auf eine Zulassung durch die Europäische Kommission. Zur Verfügung würden dann insgesamt rund 25 Millionen neue Impfdosen von Biontech und Novavax stehen. Unklar ist bislang, ob der Impfstoff auch gegen den Virus-Typ BA.2.86 wirkt. Die als „Pirola“ bekannte Variante grassiert vor allem in Israel, kam jedoch bereits in mehreren europäischen Ländern vor, unter anderem der Schweiz und Dänemark. Von Experten wird befürchtet, dass „Pirola“ den aufgebauten Immunschutz durch Impfungen oder Infektionen unterlaufen könnte, da es sich stark von Varianten wie „Eris“ unterscheidet. Dies wird derzeit näher untersucht.

Wer sollte sich im Herbst und Winter gegen das Coronavirus impfen lassen?

In den letzten Monaten verlief die Nachfrage nach Corona-Impfungen nur schleppend. Neben den bald kommenden 14 Millionen Impfdosen von Biontech liegen deshalb noch fast 70 Millionen ältere Dosen herum. Ein Großteil davon kommt ebenfalls von Biontech, die Impfstoffe waren an die Varianten BA.4 und BA.5 angepasst. Aufgrund der großen Rücklagen wurden bereits die Verträge mit Biontech auf EU-Ebene geändert, um weitere Lieferungen zu verringern oder zu strecken.

Ob die älteren Impfdosen überhaupt noch verwendet werden, wenn der neue Impfstoff kommt, darf hinterfragt werden. Der neue und angepasste Impfstoff ist laut Ständiger Impfkommission (Stiko) für alle empfehlenswert, die 60 Jahre oder älter sind oder zu einer Risikogruppe zählen. Darunter fallen alle Menschen ab einem Alter von sechs Monaten, die infolge einer Grunderkrankung ein besonderes Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf aufweisen. Für gesunde Menschen wird weiterhin eine Grundimmunisierung empfohlen, also mindestens drei „immunologische Ereignisse“. Davon sollten mindestens zwei Impfungen sein, als drittes Ereignis ist auch eine Corona-Infektion möglich. (rd mit dpa)

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