Bank vor Übernahme

15.000 Commerzbank-Jobs in Gefahr – „Müssen an einem Strang ziehen, sonst wird diese Bank nicht überleben“

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Übernimmt die Unicredit die Commerzbank, stehen Tausende Jobs in Frankfurt auf der Kippe. Der scheidende Betriebsratsvorsitzende appelliert an den Konzern.

Frankfurt – Das große Zittern bei der Commerzbank wird auch zwischen den Jahren nicht weniger. Die Unicredit zeigt weiterhin Interesse an der Commerzbank und hat nun etwa 28 Prozent der Anteile des Frankfurter Dax-Konzerns erworben. In Frankfurt selbst zittern die Angestellten um ihre Jobs.

Der Commerzbank Tower, Konzernzentrale der Commerzbank im Frankfurter Bankenviertel. (Archiv)

Bundesregierung will Commerzbank-Übernahme nicht abwehren

Der scheidende Betriebsratsvorsitzende Uwe Tschäge spricht in einem Interview mit dem Handelsblatt von zwei Drittel der Stellen, die in Gefahr seien. „Es droht also der Abbau von gut 15.000 Arbeitsplätzen“, sagt Tschäge. Mit Bundeskanzler Olaf Scholz habe er bereits das Gespräch gesucht.

Noch vor den Weihnachtstagen kritisierte die Bundesregierung das Vorgehen der Unicredit als „unabgestimmt und mit unfreundlichen Methoden“. Allerdings stellte Regierungssprecher Steffen Hebestreit auch klar: Eine mögliche Übernahme der Commerzbank werde man nicht versuchen abzuwehren. Das sei „Sache der Kapitalmarktakteure“, sagte Hebestreit.

Staatsbeteiligung an der Commerzbank

Der Bund hatte die Commerzbank während der Finanzkrise 2008/2009 mit Steuergeldern gerettet und ist seitdem Großaktionär der Bank. Derzeit hält der Bund noch etwa zwölf Prozent der Anteile, nachdem ein großes Aktienpaket beim Teilausstieg im September an die Unicredit gewandert war. Der Bund hat beschlossen, vorerst keine weiteren Commerzbank-Aktien zu verkaufen.

Beteiligung von 30 Prozent an der Commerzbank verpflichtet Unicredit zu Kaufangebot

Eine mögliche Übernahme der Commerzbank könnte logischerweise auch ein Wahlkampfthema sein. Die italienische Bank hat zwar versichert, vor den Bundestagswahlen nicht weiter aktiv zu werden – aber die Übernahme weiterzuverfolgen. Unicredit hält direkt 9,5 Prozent der Commerzbank-Anteile, während weitere rund 18,5 Prozent auf Finanzinstrumente entfallen. Die Bank hatte bereits angekündigt, eine Genehmigung für eine Beteiligung von bis zu 29,9 Prozent an der Commerzbank einzuholen.

Der Knackpunkt: Ab einem Anteil von 30 Prozent wäre die Unicredit verpflichtet, den Commerzbank-Aktionären ein öffentliches Übernahmeangebot zu unterbreiten. Finanziell wäre ein Kauf der Commerzbank für die Unicredit machbar: Mit einem Börsenwert von fast 63 Milliarden Euro ist sie mehr als dreimal so groß wie der Dax-Konzern, der auf rund 18,7 Milliarden Euro kommt.

Das sind die wichtigsten Wolkenkratzer in Frankfurt

Die Frankfurter Skyline gehört zu den absoluten Wahrzeichen der Stadt am Main. 18 der insgesamt 19 deutschen Wolkenkratzer stehen in Mainhattan.
Die Frankfurter Skyline gehört zu den absoluten Wahrzeichen der Stadt am Main. 18 der insgesamt 19 deutschen Wolkenkratzer stehen in Mainhattan.  © Boris Roessler/dpa
Mit 259 Metern ist der Commerzbank Tower nicht nur das höchste Gebäude in Deutschland, sondern auch in der EU. Zählt man die Antenne mit, ist die Konzernzentrale der Commerzbank sogar ganze 300 Meter hoch.
Mit 259 Metern ist der Commerzbank Tower nicht nur das höchste Gebäude in Deutschland, sondern auch in der EU. Zählt man die Antenne mit, ist die Konzernzentrale der Commerzbank sogar ganze 300 Meter hoch. © Frank Rumpenhorst/dpa
Nur knapp kleiner (256 Meter) ist der Messeturm von Architekt Helmut Jahn geraten. Der Turm besticht mit seiner charakteristischen Spitze.
Nur knapp kleiner (256 Meter) ist der Messeturm von Architekt Helmut Jahn geraten. Der Turm besticht mit seiner charakteristischen Spitze. © Daniel Reinhardt/dpa
Jedes Jahr quälen sich beim SkyRun tausende Läufer die 1.202 Treppenstufen des Messeturms hoch.
Jedes Jahr quälen sich beim SkyRun tausende Läufer die 1.202 Treppenstufen des Messeturms hoch. © Arne Dedert/dpa
Westend 1 beherbergt den Hauptsitz der DZ Bank und ist mit seinen 208 Metern das dritthöchste Gebäude der Stadt.
Westend 1 beherbergt den Hauptsitz der DZ Bank und mit seinen 208 Metern das dritthöchste Gebäude der Stadt. © Arne Dedert/dpa
Mit seiner markanten gläsernen Fassade und der roten Antenne ist der runde Main Tower (Zentrale der Landesbank Hessen-Thüringen) stets gut zu erkennen.
Mit seiner markanten gläsernen Fassade und der roten Antenne ist der runde Main Tower (Zentrale der Landesbank Hessen-Thüringen) stets gut zu erkennen.  © Frank Rumpenhorst/dpa
Der Tower 185 in der Friedrich-Ebert-Anlage misst exakt 200 Meter und ist der Hauptsitz der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC.
Der Tower 185 in der Friedrich-Ebert-Anlage misst exakt 200 Meter und ist der Hauptsitz der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC. © Emily Wabitsch/dpa
Inmitten des Bankenviertels besticht der Omniturm (189,9 Meter) durch seinen „Hüftschwung“ und die Tatsache, dass er kein Finanzinstitut, sondern Büros und Wohnungen beherbergt.
Inmitten des Bankenviertels besticht der Omniturm (189,9 Meter) durch seinen „Hüftschwung“ und die Tatsache, dass er kein Finanzinstitut, sondern Büros und Wohnungen beherbergt.  © Stadt Frankfurt am Main, Foto: Nicole Brevoord
Auch das Hochhaus „One“ (190,9 Meter) fällt hier etwas aus der Reihe. Es ist Teil des Skyline-Plaza-Gebäudekomplexes und ist nicht die Zentrale einer Bank, sondern beherbergt ein 4-Sterne Hotel.
Auch das Hochhaus „One“ (190,9 Meter) fällt etwas aus der Reihe. Es ist Teil des Skyline-Plaza-Gebäudekomplexes und damit ebenfalls nicht die Zentrale einer Bank, sondern der Sitz eines 4-Sterne Hotel.  © Arne Dedert/dpa
Die Zentrale der DekaBank im Westend von Frankfurt besitzt die Form eines Dreiecks und wurde im Jahr 1993 fertiggestellt. Das Gebäude hört auf den Namen Trianon und misst 186 Meter.
Die Zentrale der DekaBank im Westend von Frankfurt besitzt die Form eines Dreiecks und wurde im Jahr 1993 fertiggestellt. Das Gebäude hört auf den Namen Trianon und misst 186 Meter. © Arne Dedert/dpa
Nur einen Meter kleiner ist der Sitz der Europäischen Zentralbank im Ostend der Stadt. Von hier aus wacht die EZB über die europäische Währung.
Nur einen Meter kleiner ist der Sitz der Europäischen Zentralbank im Ostend der Stadt. Von hier aus wacht die EZB über die europäische Währung. © Boris Roessler/dpa
Knapp 180 Meter misst der Grand Tower im Europaviertel und ist damit das höchste Wohnhochhaus Deutschlands.
Knapp 180 Meter misst der Grand Tower im Europaviertel und ist damit das höchste Wohnhochhaus Deutschlands. © Hannes P. Albert/dpa
Kein Hochhaus, aber dennoch das höchste Bauwerk in Frankfurt: der Europaturm. Der „Ginnheimer Spargel“ in Bockenheim ist ein Fernmeldeturm und misst 337,5 Meter.
Kein Hochhaus, aber dennoch das höchste Bauwerk in Frankfurt: der Europaturm. Der „Ginnheimer Spargel“ in Bockenheim ist ein Fernmeldeturm und misst 337,5 Meter.  © Sebastian Gollnow/dpa
Besonders bei Nacht ist der Anblick der Frankfurter Skyline ein Highlight.
Besonders bei Nacht ist der Anblick der Frankfurter Skyline ein Highlight. © Arne Dedert/dpa

Uwe Tschäge: „Wir müssen jetzt an einem Strang ziehen, sonst wird diese Bank nicht überleben“

Die Commerzbank reagierte gelassen auf die Nachrichten aus Mailand. Ein Sprecher der Bank äußerte: „Wir nehmen das zur Kenntnis und konzentrieren uns auf die Weiterentwicklung unserer Strategie, die wir am 13. Februar veröffentlichen werden.“ Das wird Tschäge, der Ende des Jahres auch den Posten des stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden der Commerzbank freimachen wird, aus dem Ruhestand verfolgen müssen. Sein letzter Appell in den Commerzbank Tower im Frankfurter Bankenviertel: „Wir müssen jetzt an einem Strang ziehen, sonst wird diese Bank nicht überleben.“ (esa)

Rubriklistenbild: © Helmut Fricke/dpa

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