VonStefanie Wehrschließen
Das Vordach ist porös, die Turnhalle zu klein für die vielen Klassen, für AGs fehlt schlicht der Raum. Nach einem Hilferuf von Eltern und Lehrern soll sich der OB schockiert gezeigt haben.
Frankfurt – Die Eltern der Friedrich-Fröbel-Schulkinder schlagen Alarm: Sie wollen die Raumnot und deren Folgen an der völlig überfüllten Grundschule nicht mehr hinnehmen. Mit 530 Kindern in sechs Zügen ist sie die größte Grundschule Frankfurts - was leider nicht die Größe der Gebäude betrifft, sondern die Anzahl der Schüler.
„Die Schule war einmal für 350 Schüler konzipiert“, sagt Lucia Pasemann, die hier früher selbst Pennälerin war.
Baulicher Zustand an Frankfurt Kindschule ist schlecht: Kinder meiden stinkende Toiletten
Der bauliche Zustand der ursprünglichen Schule ist schlecht: Das Vordach ist porös, sodass bei Regen das Wasser durchläuft. „Die Toiletten sind in so fürchterlichen Zustand, dass sich die Kinder gegenseitig davor warnen, sie zu benutzen“, beschreibt die Mutter. Für 560 Schüler gibt es aber nur eine Toilettenanlage. In den vergangenes Jahr neu errichteten Containern, in denen Klassenräume untergebracht sind, sind zwar Toiletten eingebaut. Doch sie wurden offenbar noch nicht abgenommen und bleiben abgeschlossen. Inzwischen stehen drei Container-Gebäude auf dem Schulhof, in einem davon ist die Mensa für die Kinder, die nachmittags in der ESB betreut werden.
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Der Grund, warum so viele Kinder die Fröbel-Schule kommen, ist die noch fehlende Grundschule fürs Lyoner Quartier. Dort hat die Stadt jahrelang nach einem Standort gesucht, bevor sie sich auf das Gelände an der Hahnstraße, wo die TSG Niederrad ihre Sportplätze hat, festgelegt hat. Dort kann die Schule wegen des Fluglärms nur mit Ausnahmegenehmigung des Regierungspräsidiums gebaut werden.
Leidtragende an der Frankfurter Schule sind die Kinder
Leidtragende der Verzögerung sind die Kinder. Die Eltern schildern, dass wegen des Platzmangels Fachräume wie der Musikraum zu Klassenräumen umgebaut wurden, die Musikinstrumente wurden zum Großteil weggeräumt. „Nachmittags-AGs wie die Trommel-AG und die Theater AG werden nicht mehr angeboten, weil Räume und Personal fehlen. Der Sportunterricht hat sich teilweise auf den Schulhof verlagert, weil die Sporthalle mit den vielen Klassen überlastet ist“, so die Eltern.
Inzwischen haben sich Eltern und Lehrerschaft zusammengetan, um bei der Stadt Druck zu machen. Mit Erfolg: OB Mike Josef und die Bildungs- und Baudezernentin Sylvia Weber (beide SPD) folgten kürzlich der Einladung an die Schule, um sich die Situation anzusehen. „Mike Josef war schockiert, dass er vor zehn Jahren schon einmal dagewesen sei und sich seither nichts verbessert hat“, erinnert sich Pasemann. Eine Liste mit Forderungen ging im Anschluss ans Bildungsdezernat: Als erstes sollen die Toiletten regelmäßiger geputzt werden. „Wir wollen pragmatische Lösungen, die jetzt umgesetzt werden können“, so die Eltern. Und: „Wir hoffen, damit die Situation zu lindern, denn so kann es nicht weitergehen.“ (Stefanie Wehr)
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