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Es wird turbulent in Osthessen: Neben Sonnenschein und hochsommerlichen Temperaturen erwarten die Meteorologen schwere Gewitter und Starkregen zur Wochenmitte.
Fulda - „Da kommt etwas Dickes auf Deutschland zu! Vieles haben es Montagmorgen schon gemerkt: die Luft war drückend schwül! Wir hatten verbreitet Frühwerte um oder knapp über 20 Grad und damit die erste tropische Nacht des Jahres 2023“, berichtet Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterdienst Q.met am Montag.
Wetter: Gewitter und Starkregen in Hessen - Meteorologen warnen
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach rechnet damit, dass das Wetter auch rund um Fulda im Laufe der Woche recht ungemütlich wird. Ein Tiefdruckgebiet über dem Norden der Britischen Inseln bringt aus Südwesten sehr warme bis heiße, feuchte und zu Gewittern neigende Luft heran.
„Am Montagnachmittag bis -abend kann es in Fulda schon zu einzelnen Schauern kommen“, berichtet Meteorologe Nils Damke. In der Nacht zu Dienstag (20. Juni) ziehen von Südwesten Gewitter und Schauer auf, die sich ab Mitternacht auch über Osthessen „ergießen“ können. „Wir rechnen mit kräftigen Gewittern und kurzzeitig auch Starkregen. Zudem können Sturmböen bis 70 Stundenkilometern auftreten“, sagt Damke.
Am Dienstagmorgen ziehen die Unwetter Richtung Nordosten ab. Während es tagsüber mit Temperaturen um 28 bis 32 Grad zwar sehr heiß wird (siehe Kasten zur Hitzewarnung), aber eher ruhig bleibt, steigt gegen Abend das Gewitter- und Unwetterrisiko in ganz Osthessen. „In der Nacht ziehen die Unwetter sehr schnell über Fulda, das bringt auch schwere Sturmböen mit sich“, so Damke.
Hitzewarnung am Dienstag
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt vor einer starken Wärmebelastung am Dienstag in Hessen. Am Montag veröffentlichte die Behörde dazu eine offizielle Hitzewarnung für das gesamte Bundesland bis zu einer Höhe von 600 Metern. „Vermeiden Sie direkte Sonne und körperlich anstrengende Aktivitäten“, heißt es seitens des DWD. Auch sollte ausreichend getrunken und die eigene Wohnung möglichst kühl gehalten werden. Die Warnung gilt am Dienstag für den Zeitraum zwischen 11 und 19 Uhr.
Der DWD warnt nach eigenen Angaben dann vor Hitze, wenn eine starke Wärmebelastung vorhergesagt ist und auch nachts die Wohnräume erwartbar nicht mehr ausreichend abkühlen. „Denn bleibt die Nacht zu warm, verschlechtert sich die Schlafqualität. Durch diese zusätzliche Belastung wird die Hitze tagsüber schlechter verkraftet“, erläuterten die Wetter-Experten.
Es gibt zwei Warnstufen: Als starke Wärmebelastung gilt, wenn die gefühlte Temperatur am frühen Nachmittag die Marke von 32 Grad Celsius überschreitet. Vor extremer Wärmebelastung wird gewarnt, wenn der gefühlte Wert am frühen Nachmittag den Wert von 38 Grad Celsius überschreiten. Die gefühlte Temperatur beschreibt laut DWD das Temperaturempfinden eines Menschen, das neben der eigentlichen Lufttemperatur auch von Luftfeuchte, Wind und Strahlung abhänge. (dpa)
Zur Wochenmitte ziehen die Unwetter Richtung Osten ab. „Vormittags kann mit einzelnen Schauern gerechnet werden. Wir erwarten zudem einen Sonne-Wolken-Mix, bei dem Gewitter nicht ganz auszuschließen sind.“ Der Meteorologe rechnet am Mittwoch (21. Juni) mit Temperaturen um 27 bis 30 Grad. Zum Abend steigt das Gewitterrisiko dann erneut. Zur Nacht lösen sich die Schauer langsam auf.
„Am Donnerstag bringt ein neues Tief weitere Gewitter nach Osthessen“, so der Wetter-Experte, „Es kann zu kräftigem Starkregen kommen, der über mehrere Stunden anhält. Wann die Unwetter an Fulda erreichen, ist aktuell noch schwer festzulegen.“ Dabei würden die zu erwartenden Regenmengen bereits im Unwetterbereich liegen, berichtet Damke weiter. Der Wetter-Experte rechnet mit Temperaturen um die 22 bis 27 Grad, in Hochlagen Höchstwerte um 20 Grad.
Das Tief zieht erst am Freitag ab. Zum Start ins Wochenende könnten nur noch vereinzelt Schauer auftreten. „Der Regen klingt dann langsam ab, und ab Samstag erwarten wir wieder durch den Hochdruckeinfluss viel Sonne“, so der Meteorologe.
Trotz der gemeldeten Gewitter und Schauer, bringt diese Woche der Natur nach den trockenen Tagen der vergangenen Wochen nur wenig Erholung. „Es kommt wieder alles auf einmal. Wir bräuchten jetzt dringend länger Landregen. Bei dem gemeldeten Starkregen kann der trockene Boden die Feuchtigkeit nicht richtig aufnehmen und das Wasser läuft ab, ohne zu versickern“, betont der DWD-Meteorologe.
„In dieser Woche wird besonders den Feuerwehren sicherlich nicht langweilig werden. Überschwemmte Straßen und Keller sollten diese in einigen Regionen ganz schön auf Trab halten. Bitte in den nächsten Stunden und Tagen genau die Wetter- und Unwetterwarnungen verfolgen“, rät Meteorologe Dominik Jung. (mit dpa-Material)
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