VonAnna Kirschnerschließen
Die Deutschen essen im Schnitt 100 Eiskugeln im Jahr. In Kassel muss man für dieses Vergnügen in diesem Jahr noch tiefer in die Tasche greifen.
Kassel – Die Inflation macht auch vor dem wahrscheinlich liebsten Sommergenuss der Deutschen nicht halt: Speiseeis. Pro Jahr sollen wir im Schnitt 100 Eiskugeln verzehren – das sind acht Liter Eiscreme. Bei einem Durchschnittspreis von 1,72 Euro pro Kugel ist das kein günstiges Vergnügen. Rein rechnerisch würde eine vierköpfige Familie 688 Euro investieren.
Doch es macht einen großen Unterschied, wo man das Eis kauft. Das Magazin coupons.de hat einen Preisvergleich gemacht und 123 Eisdielen in 41 deutschen Großstädten angerufen, um die Preise abzufragen. Auch für drei hessische Großstädte und das nah gelegene Mainz hat das Magazin Ergebnisse vorzuweisen.
Eispreise pro Kugel in Frankfurt: Preissteigerung um 26 Prozent
Am teuersten ist die Kugel Eis demnach in Frankfurt, wo sie im Schnitt 1,93 Euro kostet. Im Vergleich zu 2022 ist das eine Steigerung um 40 Cent oder 26 Prozent.
| Stadt | ⌀ Eiskugelpreis 2024 | ⌀ Steigerung seit 2022 |
|---|---|---|
| Frankfurt am Main | 1,93 | + 40 Cent |
| Kassel | 1,80 | + 47 Cent |
| Mainz | 1,80 | keine Daten |
| Wiesbaden | 1,77 | keine Daten |
In Kassel stieg der Durchschnittspreis seit 2022 um 47 Cent oder 35 Prozent. Aus Wiesbaden und Mainz liegen keine Daten für die Vorjahre vor. In Kassel ist einer der bekanntesten Eisverkäufer, Antonio Galati von der Gärtnerplatzbrücke, vor kurzem gestorben.
Das günstige Eis in Deutschland kommt übrigens aus Bochum. Dort werden im Schnitt 1,40 Euro pro Kugel fällig. München belegt wie in den Vorjahren den ersten Rang. 2,12 Euro kostet dort im Schnitt eine Kugel Eiscreme. 2022 waren es noch 1,73 – damals auch der teuerste Preis.
Große Preisunterschiede bei Speiseeis in Deutschland
In den Umfrageergebnissen gab es insgesamt eine große Preisspanne: Die günstigste Kugel gab es für 1 Euro, die teuerste für 2,50 Euro. Grund für die Unterschiede sind wahrscheinlich unterschiedliche Betriebskosten und Mietpreise, Zutatenpreise und ob das Eis selbst hergestellt wird. Im Schnitt wurde die Eiskugel in Deutschland verglichen mit den Preisen von 2023 6,2 Prozent teurer. Die Eiscafé-Besitzer begründeten Preisanpassungen mit gestiegenen Produktionskosten und höheren Preisen für Milch und Co. Die Steigerung der Preise hat sich jedoch verlangsamt. In drei Städten sank der Durchschnittspreis sogar. Von 2022 auf 2023 stieg der Durchschnittspreis noch um 11 Prozent.
Zu den Umfrageergebnissen ist natürlich hinzuzufügen, dass die Größe der Eiskugeln nicht kontrolliert wurde. Aber eigentlich sind sie doch immer zu klein, oder? (anki)
