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Verwüstung im Kreis Kassel: Aufräumarbeiten dauern an – Innenminister Poseck besucht Region am Montag

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Noch immer sind 150 Kräfte allein in Gottsbüren im Einsatz. Die Hohe des Schadens ist noch nicht klar. Er wird aber in die Millionen gehen.

Kassel – Im Kreis Kassel hat der Starkregen in der Nacht auf Freitag (2. August) eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Etliche Keller liefen voll, teilweise stand das Wasser bis zu zwei Meter hoch in den Straßen. Die ganz große Gefahr nach Unwetter nun wohl erstmal vorbei. Alle Infos im News-Ticker:

+++ 14.16 Uhr: Und noch ein Update am heutigen Samstag: Vom Parkplatz am Tierpark Sababurg gibt es einen Shuttle für freiwillige Helfer. Bis um 20 Uhr werden alle, die in Gottsbüren mit anpacken wollen, gefahren.

Helfer bereiten sich auf ihren Einsatz vor.

+++ 14.16 Uhr: In Nordhessen und speziell Trendelburg gehen die Aufräumarbeiten weiter. In Gottsbüren, ein Ortsteil von Trendelburg und der am stärksten betroffene Bereich, sind noch immer 150 Feuerwehrleute und drei Katastrophenschutzzüge im Einsatz, so eine Kreissprecherin gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Dort sind sie weiterhin damit beschäftigt, Wasser und Schlamm zu beseitigen. «Das wird noch etwas dauern.»

In den anderen betroffenen Gemeinden sind die Aufräumarbeiten größtenteils abgeschlossen, wobei die Bewohner natürlich noch mit den Nachwirkungen zu kämpfen haben, erklärte die Sprecherin. Neben Trendelburg verursachte der Starkregen auch in Hofgeismar, Bad Karlshafen, Reinhardshagen und Wesertal erhebliche Schäden. In Gottsbüren wurden Autos durch die Fluten wie Spielzeug durch den Ort getrieben. Eine Person wurde verschüttet und mehrere Menschen mussten aus ihren Autos gerettet werden. Ein Feuerwehrmann erlitt leichte Verletzungen während des Einsatzes. Weitere Verletzte gab es laut der Kreissprecherin nicht.

Unwetter im Kreis Kassel – die Bilder

Unwetter in Nordhessen
Anwohnerin Silke Kompfe hockt nach einem Unwetter in dem Trendelburger Stadtteil Gottsbüren an einer zerstörten Fahrbahndecke.  © Swen Pförtner/dpa
Das schwere Unwetter in Nordhessen hat auch zu Schäden im Wald geführt
Das schwere Unwetter in Nordhessen hat auch zu Schäden im Wald geführt. © Klemens Kahle
Unwetter in Nordhessen
dpa_5FB204004359A7AF.jpg © Swen Pförtner/dpa
Unwetter in Nordhessen
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Unwetter in Nordhessen
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Unwetter in Nordhessen
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Arbeiten in Gieselwerder
Arbeiten in Gieselwerder. © Thomas Thiele
Diese Straße in Gottsbüren wurden vom Wasser zerstört
Diese Straße in Gottsbüren wurden vom Wasser zerstört. © Thomas Thiele
Unwetter Hofgeismar
Bis hier stand das Wasser - so hoch wie noch nie, sagt ein Anwohner. © Thomas Thiele
Schlammmassen nach dem Starkregen
Schlammmassen nach dem Starkregen. © Tanja Temme
unwetter-hofgeismar
Ineinander geschobene Bilder in Gottsbüren. © Thomas Thiele
Unwetter Hofgeismar
Bilder aus Gottsbüren. © Thomas Thiele
Unwetter Hofgeismar
Bilder aus Gottsbüren. © Thomas Thiele
Unwetter Hofgeismar
Bilder aus Gottsbüren. © Thomas Thiele
Unwetter Hofgeismar
Bilder aus Gottsbüren. © Thomas Thiele
Unwetter Hofgeismar
Bilder aus Gottsbüren. © Thomas Thiele
Unwetter Hofgeismar
Bilder aus Gottsbüren. © Thomas Thiele
Unwetter Hofgeismar
Bilder aus Gottsbüren. © Thomas Thiele
Unwetter Hofgeismar
Bilder aus Gottsbüren. © Thomas Thiele
Unwetter Kreis Kassel
Die Schauenburger Einsatzkräfte geben alles. © Tanja Temme
Unwetter Kreis Kassel
Kämpfen mit Schlammmassen.  © Tanja Temme
Unwetter Kreis Kassel
Blick nach Hümme. © Tanja Temme
Unwetter Kreis Kassel
Einsatz in Hümme. © Tanja Temme
Unwetter Kreis Kassel
Schlammmassen in Hümme. © Tanja Temme
Auch den Tierpark Sababurg hat das Unwetter getroffen. Am Freitag, 2. August, ist er deswegen geschlossen.
Auch den Tierpark Sababurg hat das Unwetter getroffen. Am Freitag, 2. August, ist er deswegen geschlossen. © Landkreis Kassel
Auch den Tierpark Sababurg hat das Unwetter getroffen. Am Freitag, 2. August, ist er deswegen geschlossen.
Auch den Tierpark Sababurg hat das Unwetter getroffen. Am Freitag, 2. August, ist er deswegen geschlossen. © Landkreis Kassel
Auch den Tierpark Sababurg hat das Unwetter getroffen. Am Freitag, 2. August, ist er deswegen geschlossen.
Auch den Tierpark Sababurg hat das Unwetter getroffen. Am Freitag, 2. August, ist er deswegen geschlossen. © Landkreis Kassel
Auch den Tierpark Sababurg hat das Unwetter getroffen. Am Freitag, 2. August, ist er deswegen geschlossen.
Auch den Tierpark Sababurg hat das Unwetter getroffen. Am Freitag, 2. August, ist er deswegen geschlossen. © Landkreis Kassel
Unwetter im Kreis Kassel
Zerstörte Mühlenstraße in Helmarshausen. © Thomas Thiele
Unwetter im Kreis Kassel
Von Friedenseiche floss das Wasser schon am Abend gegen 20.30 Uhr in Strömen Richtung Ortskern Hombresse. © Tanja Temme
Unwetter im Kreis Kassel
Eine überschwemmte Wiese bei Hombressen. Der kleine Fluss Lempe ist weit übers Ufer getreten. © Tanja Temme
Sandsäcke in Hombressen am Straßenrand
Sandsäcke in Hombressen am Straßenrand. © Tanja Temme
Unwetter im Kreis Kassel
Ein nagelneuer Wohnwagen konnte in Hombressen gerettet werden. Aufgenommen wurde das BIld um 4.30 Uhr. © Tanja Temme
Unwetter im Kreis Kassel
Auch heute morgen steht die Scheune von Thorsten Scheffer noch unter Wasser. © Tanja Temme
Spur der Verwüstung in Gottsbüren
Spur der Verwüstung in Gottsbüren. © HessennewsTV
Die Folgen des Starkregens sind an vielen Stellen sichtbar
Die Folgen des Starkregens sind an vielen Stellen sichtbar. © Thomas Thiele
Die Folgen des Starkregens sind an vielen Stellen sichtbar
Die Folgen des Starkregens sind an vielen Stellen sichtbar. © Thomas Thiele
Die Folgen des Starkregens sind an vielen Stellen sichtbar
Die Folgen des Starkregens sind an vielen Stellen sichtbar. © Thomas Thiele
Überschwemmung nach starken Regelfällen im Kreis Kassel
Schlamm auf der Straße nach den starken Regenfällen. © Thomas Thiele
Überschwemmung nach starken Regelfällen im Kreis Kassel
Überschwemmung nach starken Regelfällen im Kreis Kassel. © Thomas Thiele
Überschwemmung nach starken Regelfällen im Kreis Kassel
Ein Auto kämpft sich durch die Fluten. © Thomas Thiele
Bei Gottsbüren ist eine Schafherde von der Holzape umschlossen
Bei Gottsbüren ist eine Schafherde von der Holzape umschlossen. © Thomas Thiele
Der Hofgeismarer Ortsteil Hombressen ist überflutet.
Der Hofgeismarer Ortsteil Hombressen ist überflutet. © Thomas Thiele
Unwetter im Kreis Kassel
Unwetter im Kreis Kassel © HessennewsTV
Unwetter im Kreis Kassel
Unwetter im Kreis Kassel © HessennewsTV
Unwetter im Kreis Kassel
Unwetter im Kreis Kassel © HessennewsTV
Unwetter im Kreis Kassel
Unwetter im Kreis Kassel © HessennewsTV
Unwetter im Kreis Kassel
Unwetter im Kreis Kassel © HessennewsTV
Unwetter im Kreis Kassel
Unwetter im Kreis Kassel © HessennewsTV
Unwetter im Kreis Kassel
Unwetter im Kreis Kassel © HessennewsTV
Unwetter im Kreis Kassel
Unwetter im Kreis Kassel © HessennewsTV
Unwetter im Kreis Kassel
Unwetter im Kreis Kassel © HessennewsTV
Unwetter im Kreis Kassel
Unwetter im Kreis Kassel © HessennewsTV
Unwetter im Kreis Kassel
Unwetter im Kreis Kassel © HessennewsTV
Unwetter im Kreis Kassel
Unwetter im Kreis Kassel © HessennewsTV
Unwetter im Kreis Kassel
Unwetter im Kreis Kassel © HessennewsTV
Unwetter im Kreis Kassel
Unwetter im Kreis Kassel © HessennewsTV
Unwetter im Kreis Kassel
Unwetter im Kreis Kassel © HessennewsTV
Unwetter im Kreis Kassel
Unwetter im Kreis Kassel © HessennewsTV
Unwetter im Kreis Kassel
Unwetter im Kreis Kassel © HessennewsTV
Unwetter im Kreis Kassel
Unwetter im Kreis Kassel © HessennewsTV
Unwetter im Kreis Kassel
Unwetter im Kreis Kassel © HessennewsTV
Unwetter im Kreis Kassel
Unwetter im Kreis Kassel © HessennewsTV
Unwetter im Kreis Kassel
Unwetter im Kreis Kassel © HessennewsTV
Unwetter im Kreis Kassel
Unwetter im Kreis Kassel © HessennewsTV

Eine erste Schätzung des entstandenen Schadens wird voraussichtlich Anfang der Woche möglich sein. Die Sprecherin geht jedoch davon aus, dass dieser sicherlich in die Millionen gehen wird. Der hessische Innenminister Roman Poseck (CDU) plant, am Montag den nördlichen Landkreis Kassel zu besuchen und sich persönlich ein Bild der Situation zu machen. Gespräche mit Politikern und Bewohnern der betroffenen Gemeinden sind laut Ministerium geplant.

+++ Update von Samstag, 3. August, 14.06 Uhr: Unfassbare Wassermassen kamen da in der Nacht zu Freitag auf Nordhessen runter. Laut dem Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) wurden an der Station Hofgeismar-Beberbeck bei dem Unwetter mehr als 90 Liter pro Quadratmeter Niederschlag gemessen. Lokal könnten es auch mehr als 150 Liter pro Quadratmeter in der einen Nacht gewesen sein. Sonst sind es im ganzen Julimonat durchschnittlich 75.

+++ Vizelandrätin Silke Engler richtet ihren Appell in der Pressekonferenz in Trendelburg-Stammen an alle Bürger von außerhalb, die betroffenen Orte zu meiden, Absperrungen zu respektieren und den Einsatzkräften die Wege freizuhalten. „Wir brauchen das Wochenende, um Ordnung zu schaffen.“ Schaulustige verurteilt sie. 

+++ Auswirkungen durch das Unwetter meldete am Freitag auch das Krankenhaus in Hofgeimsar: „Durch die enormen Regengüsse ist Wasser in einen der Lüftungsanlagen eingedrungen. Damit die Hygiene nicht durch mögliche Schimmelbildung beeinträchtigt wird, mussten wir die Lüftung, die unter anderem die Operationssäle versorgt, abschalten“, sagt Betriebsleiter Silvan Uick. Daher sind auf unbestimmte Zeit keine Operationen möglich. „Auch Entbindungen können wir derzeit nicht durchführen. Die Sicherheit unserer Patienten geht vor.“

Lediglich die Abteilungen für Innere Medizin sowie die Intensivstation können ihrem normalen Betrieb nachgehen. Die Notaufnahme ist für ernstere chirurgische Fälle gesperrt. „Wenn sich jemand ein Bein bricht, das chirurgisch versorgen werden muss, oder jemand eine Not-OP braucht, können wir derzeit in Hofgeismar keine Hilfe leisten. Leichtere Fälle, wie etwa eine kleine Wunde, werden jedoch behandelt“, ergänzt Uick.

Die Kreisklinik in Wolfhagen ist vom Unwetter nicht betroffen. Daher wurden dorthin einige Patientinnen und Patienten verlegt. Dort sind auch weiterhin Operationen möglich. Man setze derzeit alles daran, die Lüftung so schnell wie möglich reparieren zu lassen: „Derzeit können wir jedoch noch keine Aussage treffen, wann die Kreisklinik Hofgeismar wieder ihren Regelbetrieb aufnehmen kann“, so Uick abschließend.

+++ „Hier bei uns am Rehberg ist es wirklich schlimm - mein gesamter Keller stand unter Wasser und es wird noch Wochen dauern, bis ich das im Griff habe“, sagt Anwohner Jörg Altmann in Hümme

Schlammmassen nach dem Starkregen.

+++ Hildegard Gunkel-Becker, Ortsvorsteherin von Gieselwerder blickt mit Bedauern in Richtung Mühlenplatz, wo Miniaturbauten in einer Freilichtausstellung gezeigt werden. „Diesmal bekommen wir den sicher nicht wieder hin“, sagt sie. Auch der Schaden am dort stehenden Gebäude sei groß. „Im Erdgeschoss stand das Wasser 1,20 Meter hoch - was das bedeutet, kann sich wohl jeder denken.“ Außerdem wurden in Gieselwerder einige Autos von den Wassermassen in Bewegung gesetzt. „Die sind dann irgendwo im Straßengraben zum Stehen gekommen“, erzählt sie.

+++ Kea Bunjes, Meteorologin beim Deutschen Wetterdienst (DWD), erklärt hier die Ursache für das Extremereignis : Eine „Tiefdruckrinne in der Mitte Deutschlands“ habe dafür gesorgt, dass sich die Luftmassen zentriert um einen Kern, in diesem Fall über der Region nördlich von Kassel, rotierten und dort abregneten.

+++ Thorsten Scheffer, dessen Scheune bei Hombressen unter Wasser steht, sagt: „Mit den Aufräumarbeiten habe ich in den nächsten acht Wochen noch zu tun.“ Er muss es wissen, denn 1993 ereignete sich in dem Hofgeismarer Stadtteil schon mal ein ähnliches Unwetter. 80 Liter sollen laut des Brennholzlieferanten zwischenzeitlich auf einem Quadratmeter Fläche heruntergekommen sein. 

+++ In Gottsbühren werden mehrere Wohnungen aktuell auf ihre Bewohnbarkeit geprüft. Laut Bürgermeister Manuel Zeich sind Fachleute mit Statikern und auch die Bauaufsicht vom Landkreis vor Ort und prüfen das. In der Reinhardswaldhalle hat die Stadt einen Betreuungsplatz eingerichtet. Anwohner aus Gottsbühren sagten: „Beide Autos sind weg und jetzt auch noch die Wohnung.“

+++ Die Stadt Trendelburg, die mit dem Ortsteil Gottsbüren am meisten betroffen ist, sucht freiwillige Helfer und Unternehmen. Hilfangebote werden über die Mailadresse hauptamt@trendelburg.de koordiniert.

+++ Mittlerweile gibt es doch eine Meldung wegen eines Verletzten: Ein Mitarbeiter der Feuerwehr hat sich im Einsatz am Kopf verletzt.

+++ Die ersten Einsatzkräfte wurden laut Landkreis inzwischen abgelöst. Mittlerweile seien alle Katastrophenschutz-Löschzüge aus dem Landkreis Kassel eingebunden, denn die Einsatzlage dauert weiter an. „Derzeit sind etwa 650 Kräfte im Einsatz. Ein Hubschrauber der Polizeifliegerstaffel Egelsbach kreist für Erkundungsmaßnahmen über die betroffenen Gebiete“, so Pressesprecherin Alia Shuhaiber.

+++ Die Auswirkungen des Starkregens werden im Laufe des Tages immer ersichtlicher. Der Schwerpunkt liegt inzwischen im Bereich von Trendelburg-Gottsbüren und Wesertal-Gieselwerder, teilt der Landkreis Kassel mit. Die Bilder erinnerten teilweise an die Flutsituation im Ahrtal aus dem Jahr 2021. Die Straßen sind stark unterspült, viele Gebäude sind vollgelaufen und verschlammt. Im Ortskern von Gottsbüren gibt es aktuell noch keine Stromversorgung, die Reparaturarbeiten dauern an.

Einsatzkräfte sind nach einem Unwetter in dem Trendelburger Stadtteil Gottsbüren im Einsatz.

+++ Das schwere Unwetter hat auch zu Schäden im Wald geführt. Insbesondere sind Wege durch den Starkregen und die hohe Niederschlagsmenge stark in Mittleidenschaft gezogen worden, teilt Klemens Kahle von Hessenforst mit. Teilweise seien Wegabschnitte weggespült. Zum Schutz von Waldbesuchern hat das Forstamt daher Waldwege, für die eine besondere Gefahren festgestellt wurden, bis auf Weiteres gesperrt. Das Forstamt ist mit seinen Mitarbeitern dabei, den genauen Umfang der Schäden zu erfassen. Besonders betroffen von den Unwetterschäden ist der nördliche Reinhardswald.

+++ Das Unwetter in der vergangenen Nach führte insbesondere in Nord- und Osthessen zu Überflutungen an Bächen und Flüssen, teilt das Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) mit. Der Pegel Hofgeismar/Lempe erreichte die Meldestufe 3 mit einem Scheitelwasserstand von 254 Zentimeter um 4.30 Uhr. Die Unterliegerpegel Hümme/Esse, sowie Helmarshausen/Diemel überschritten die Meldestufe 2. Im Laufe des Freitags sanken die Pegel Hofgeismar/Lempe und Hümme/Esse auf Meldestufe 2 und Helmarshausen an der Diemel in Meldestufe 1. In den Morgenstunden hat zudem der Pegel Helsa/Losse die Meldestufe 1 kurzzeitig überschritten. Am Freitagmittag sanken laut HLNUG alle Pegel. 

+++ Folgende Sperrungen gab und gibt es (Stand 13.15 Uhr):

  • B80 Bad Karlshafen - Gieselwerder (gesperrt): Felsbrocken liegen im Kanal mindestens 30 bis 50 Zentimeter Schlamm auf der Straße - wird aktuell weggebaggert und weggefahren
  • B80 Gieselwerder: Schlammlawine mit Geröll und Bäumen - wird von Gemeinde frei gemacht
  • L763 Gottsbüren - Gieselwerder (gesperrt): großer Kanal komplett zu wegen einer Steinlawine. Überschwemmungen auf der Fahrbahn, dadurch wurden Böschungen weggespült, sodass die Straße droht abzubrechen
  • Gottsbüren: ist komplett abgeschottet. Alle Straßen nach Gottsbüren wurden gesperrt (K55 von Sababurg, L763 von Gieselwerder und von Trendelburg). Stützmauer komplett um 2 Meter verschoben, sodass zwischen Straße und Stützmauer ein riesen Loch ist - K55 nicht befahrbar
  • K55 Sababurg: Stützmauer von Wassermassen mitgenommen (Straße aber nicht gesperrt)
  • K76 Waldesruh - Helmarshausen (gesperrt): Wasser über der Straße mit Geröll mit Erdrutschen
  • B83 Hümme (gesperrt): Schlammlawine über Straße - macht Feuerwehr sauber
  • K54 Carlsdorf - Hombressen (aktuell gesperrt): Wasser über Fahrbahn mit Geröll - wird aktuell von beseitigt und im Laufe des Tages freigegeben
  • B80 Ortslage Veckerhagen wird derzeit gereinigt. Es herrscht stockender Verkehr
  • L3210 Ortsdurchfahrt Hümme gesperrt wegen Hochwasser
  • K74 ist ebenfalls gesperrt (Wülmersen) wegen Hochwasser

+++ Die B83 in Hümme ist wieder freigegeben. Dort können die Autos wieder fahren.

+++ Bei Instagram (@hnanews) finden Sie in den Stories und Reels weitere Aufnahmen aus den betroffenen Gebieten.

+++ Das Unwetter in der Nacht zum Samstag hat auch zu Stromausfällen geführt, vielerorts gibt es keinen Handy-Empfang. Die EAM teilt mit, dass es durch den extremen Regen zu einem technischen Defekt in der Schaltanlage Gottsbüren kam, der sich anschließend auf die 20-kV-Mittelspannungsleitung ausweitete und zu einer Unterbrechung der Stromversorgung im Bereich des Umspannwerks Hofgeismar führte. Außerdem seien mehrere Kabelverteilerschränke durch herumtreibende Fahrzeuge beschädigt. Von der Versorgungsunterbrechung waren knapp 5000 Einwohner in Teilen von Hofgeismar, Beberbeck, Carlsdorf, Friedrichsfeld, Gottsbüren, Hombressen, Sababurg, Schöneberg und Stammen betroffen.

Wegen überfluteter Straßen gestaltete sich die Fehlerbehebung sehr schwierig, so die EAM. Um 5.15 Uhr sei der Großteil der betroffenen Haushalte wieder ans Stromnetz angeschlossen gewesen. Derzeit ist allerdings noch der Ortskern Gottsbüren ohne Strom. Die Reparaturarbeiten dauern an.

Diese Straße in Gottsbüren wurden vom Wasser zerstört.

+++ Die Einsatzleitung rechnet damit, dass die Einsätze den ganzen Freitag und möglicherweise über das Wochenende dauern. Insbesondere in den Gebieten Trendelburg-Gottsbüren und Wesertal-Gieselwerder.

+++ Durch den extremen Regen wurden zwei Personen in Gottsbüren in einem Auto eingeschlossen, die mithilfe eines Radladers befreit werden konnten. In dem Trendelburger Ortsteil kam es zu Strom- und Netzausfällen, alle Zufahrtswege sind blockiert. In Wülmersen wurde ein Flüssiggastank weggerissen. Viele Straßen - wie etwa die B80 und B83 - sind weiter unpassierbar.

+++ Noch immer sind zahlreiche Helfer im Einsatz. Bisher wurden laut Landkreis mehr als 200 Einsatzstellen gemeldet, wobei die Anzahl noch deutlich ansteigen wird. Derzeit sind 500 Kräfte vor allem in folgenden Orts- und Stadtteilen im Einsatz: Wesertal-Gieselwerder, Hofgeismar-Hümme, Trendelburg-Gottsbüren und in der Kernstadt von Bad Karlshafen.

Bilder aus Gottsbüren.

+++ Der Landkreis Kassel meldet am Morgen zusammenfassend: „Im nördlichen Bereich des Landkreises Kassel, insbesondere in den Regionen Hofgeismar, Bad Karlshafen, Wesertal, Trendelburg und Reinhardshagen, kam es in der Nacht zu extremen Starkregen.“ In der Folge seien zahlreiche Schäden entstanden. Infos über Verletzte gebe es keine. „Der Regen setzte am Donnerstagabend um 20 Uhr ein, gegen Mitternacht spitzte sich die Lage zu, so der Landkreis. Am frühen Morgen gegen 5.30 Uhr hörte der Regen in den betroffenen Gebieten auf“, so die Info des Landkreises.

+++ Und es gibt noch ein Update aus Bodenfelde, nachdem von dort zunächste eine ruhige Lage gemeldet worden war: Die Feuerwehr Bodenfelde hatte doch gut zu tun. Das Wasser kam Donnerstagabend von den Feldern am Nienoverer Weg auf die Häuser zu. Die Feuerwehr verteilte daher Sandsäcke. Derzeit pumpt die Feuerwehr die Unterführung im Bahnhof Bodenfelde leer, der gerade saniert wird. Dort waren die sonst vorhandenen Pumpen abgestellt worden. 

+++ Auch im Altkreis Wolfhagen blieb es in der Nacht ruhig. Allerdings sind Katastrophenschutzzüge aus mehreren Kommunen im Bereich Hofgeismar im Einsatz.

+++ Seit 3 Uhr sind auch die Feuerwehren aus Kaufungen, Helsa und Kassel im Einsatz - unter anderem in Hümme.

+++ Hier finden Sie zahlreiche Bilder aus den betroffenen Gebieten:

+++ Die Mitarbeiter des Bauhofs Hofgeismar sind unterwegs und sorgen dafür, dass die Ortsteile vom Wasser befreit werden.

+++ In Gottsbüren versuchen die Anwohner ihre Wertsachen von Schlamm und Dreck zu retten. Da ist Nachbarschaftshilfe gefragt, wie Franziska Eberhard und ihr Mann der Hessenschau erzählen. Sie retteten in der Nacht ihren Nachbarn von einer Mauer. Dieser wollte nämlich sein Auto in Sicherheit bringen und schaffte es nicht mehr rechtzeitig ins Haus. Im Schlafanzug rettete er sich auf eine Mauer. Die Eberhards warfen ihm dann einen Gurt zu und zogen ihn durch das Wasser in Sicherheit.

+++ Die Ortsdurchfahrt von Hombressen ist gesperrt. Hier ist kein Durchkommen.

Spur der Verwüstung in Gottsbüren.

+++ Den Trendelburger Ortsteil Gottsbüren hat es dagegen heftig getroffen. Dort wurden nicht nur Autos ineinander geschoben, auch Bäume stürzten um. Hier werden die Einsätze wohl den ganzen Tag dauern.

+++ Bemerkenswert: Während es im Altkreis Hofgeismar zahlreiche Schäden und Auswirkungen gibt, ist es im Altkreis Kassel komplett ruhig geblieben. Selbst in den normalerweise überschwemmungsgefährdeten Gebieten rund um Losse, Nieste, Fahren- und Wahlebach. Die Wehren sind allerdings vielfach im Einsatz, um die Einsatzkräfte im Nordkreis zu unterstützen.

+++ Während es in Witzenhausen am Abend und in der Nacht ruhig blieb, gab es im Uslarer Land Feuerwehreinsätze in Sohlingen, in Bodenfelde und in Nienover. Tenor ist aber auch hier: Glück gehabt, nichts Schlimmes passiert.

+++ Wegen des Unwetters gab es in Stadt und Landkreis Göttingen keine größeren Einsätze. Einzig die unten vermeldeten Einsätze bei Lippoldshausen und Wiershausen wurden verzeichnet.

+++ Bei Hombressen sind Wiesen überschwemmt. Der kleine Fluss Lempe ist weit übers Ufer getreten. Von Friedenseiche floss das Wasser schon am Abend gegen 20.30 Uhr in Strömen Richtung Ortskern Hombressen.

+++ Hilfe für die Feuerwehren im Kreis Kassel gab es auch von anderen Wehren aus Nordhessen. So waren etwa die Katastrophenschutzzüge aus Fritzlar im Reinhardswald im Einsatz.

Unwetter in der Nacht zum Freitag: Südlich von Hofgeismar blieb es ruhig

+++ Während die Auswirkungen im nördlichen Kreis Kassel verheerend sind, ist es nur wenige Kilometer weiter ruhig geblieben: In der Gemeinde Staufenberg gab es laut einem Feuerwehrsprecher keine Einsätze. Die Feuerwehr Hann. Münden meldet etwas Schlamm auf den Straßen in den Ortsteilen Lippoldshausen und Wiershausen, aber sonst sei alles „ruhig“. „Wir haben Glück gehabt“, so der stellvertretende Stadtbrandmeister. Auch aus der Samtgemeinde Dransfeld heißt es, dass keine Einsätze gefahren werden mussten, obwohl es stark regnete. 

+++ Die Mühlenstraße in Helmarshausen ist teilweise zerstört. Auch ein Haus wurde dort überflutet, eine Mauer weggerissen.

+++ Während es den Altkreis Hofgeismar richtig erwischt hat, gibt es aus Nordhessen sonst noch keine Meldungen zu Schäden oder Auswirkungen des Unwetters. Die Polizei in Homberg und Fritzlar sagt auf Nachfrage, dass es im dortigen Gebiet keine Einsätze gab. Auch die Polizei in Frankenberg berichtet, dass sie keine Kenntnisse von Starkregen oder voll gelaufenen Kellern in ihrem Gebiet hat. Und auch in der Stadt Kassel blieb es wie berichtet ruhig.

+++ Die Folgen des Starkregen sind jetzt, wo es hell ist, an vielen Orten erst richtig sichtbar. Überall sind Straßen verschlammt, Bäume umgestürzt, teilweise Autos aufeinander geschoben.

In Gottsbüren wurden Autos ineinander geschoben.

+++ Die gute Nachricht am Morgen trotz all der schlechten: Berichte über Verletzte gibt es nicht.

+++ Der Tierpark Sababurg bleibt wegen der starken Unwetterschäden geschlossen. Wann wieder geöffnet werden kann, ist noch unklar.

+++ Betroffen vom Unwetter sind vor allem die fünf Gemeinden an der Weser. Hochwasser ist dort eigentlich nichts Ungewöhnliches, viele Anwohner sind darauf vorbereitet. Aber in Hombressen sei es lange nicht so schlimm gewesen, sagen Anwohner am Morgen.

+++ Der Tierpark ist aktuell nur aus Hann. Münden erreichbar. Immerhin: Aus Richtung Kassel gelangt man problemlos nach Hofgeismar. Die Auswirkungen des Dauerregens zeigen sich vor allem nördlich der Stadt. Zwischen Hofgeismar und Carlsdorf ist ein riesiger See entstanden.

Unwetter im Kreis Kassel: THW und Feuerwehren retteten zahlreiche Menschen

+++ Das Technische Hilfswerk und zahlreiche Feuerwehren aus der Region sind und waren im Einsatz gewesen, um Menschen zu retten.

+++ Autofahrer irren bei Gottsbüren ratlos umher, weil der Weg ins Wesertal aktuell unpassierbar ist.

+++ Es gibt eine große Gefahr von Erdrutschen. In Sababurg sind drei Häuser aktuell nicht zugänglich.

Ein Auto kämpft sich durch die Fluten.

+++ In allen Gemeinden gibt es aktuell Straßensperrungen. Da es so viele sind, konnte die Polizei am Morgen noch keinen Überblick geben.

+++ In Hombressen ist das Regeneückhaltebecken oberhalb des Dorfes 39 Zentimeter vor dem Überlaufen, sagt Hofgeismars Stadtbrandinspektor Rainer Wiegand.

B80 ist nach dem Starkregen zurzeit gesperrt

+++ Wegen des Regens ist die B80 zwischen Bad Karlshafen und Gieselwerder derzeit in beide Richtungen voll gesperrt, wie der ADAC mitteilt.

+++ Die Holzape, eigentlich ein kleiner Fluss, ist auf 50 Meter angeschwollen.

+++ In Hümme stand das Wasser einen Meter hoch auf der B83. Die Feuerwehr musste Menschen aus ihren Autos und Häusern befreien.

Bei Gottsbüren ist eine Schafherde von der Holzape umschlossen.

+++ Schon am Donnerstag hatte der Deutsche Wetterdienst (DWD) vor schweren Gewitter und extremen Starkregen bis in die Morgenstunden gewarnt. Immerhin: Inzwischen beruhige sich die Wetterlage vielerorts, sagte die Kasseler Vize-Landrätin Silke Engler (SPD) am Morgen gegenüber dem hr. Die Feuerwehr musste zahlreiche Keller leerpumpen, die Aufräumarbeiten dürften sich noch über Tage hinziehen.

+++ Die Stadt Kassel ist vom Hochwasser derzeit nicht betroffen.

+++ Im Kreisteil Hofgeismar wurden drei Katastrophenschutzzüge eingesetzt - auch um Menschen zu evakuieren. Viele Feuerwehren waren zum Keller- und Wohnungenauspumpen ausgerückt.

+++ In Sababurg wurde ein Haus überflutet. Am Tierpark war ein Riesensee entstanden.

Der Hofgeismarer Ortsteil Hombressen ist überflutet.

+++ Bad Karlshafen, Trendelburg, Hofgeismar und Wesertal sind von extremen Überflutungen betroffen gewesen. Gottsbüren ist zudem abgeschnitten. Hombressen und Carlsdorf waren ebenfalls nicht erreichbar. Auch die B83 in Hümme war vom Wasser blockiert. Auch Friedrichsfeld war nicht erreichbar.

+++ In der Nacht hatte das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe eine erste Warnmeldung für Nordhessen herausgegeben. Inzwischen warnt der Katastrophenschutz vor Überschwemmungsgefahr im Hofgeismarer Stadtteil Hombressen. Dort besteht die Gefahr, dass das Staubecken überläuft. Die Empfehlung der Behörde lautet, Keller und Tiefgaragen zu meiden und überflutete Unterführungen weder zu Fuß noch mit dem Fahrzeug zu durchqueren.

Rubriklistenbild: © Tanja Temme

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