Unwetter

„Katastrophal“: Tierpark Sababurg nach Überflutung geschlossen – riesige Schäden

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Hier stand mal eine massive Steinmauer: Die Wassermassen zerstörten die Mauer am Tierpark Sababurg in der Nacht zu Freitag völlig.
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Die gute Nachricht: Kein Tier kam beim Unwetter zu Schaden. Ein Teil des Parks ist jedoch zerstört, alle Gebäude sind beschädigt. In der Gaststätte gab es eine besondere Gefahr.

Sababurg – Kaputte Zäune an Tiergehegen, umgestürzte Bäume, mit Wasser und Schlamm vollgelaufene Gebäude und löchrige Wege: Den Tierpark Sababurg hat das Unwetter in der Nacht zu Freitag hart getroffen. Wann das 130-Hektar-Gelände wieder öffnen kann, ist unklar.

„Die Lage ist katastrophal. Wir werden noch lange mit den Aufräumarbeiten beschäftigt sein“, sagt Tierparkmitarbeiter Fabian Frank am Freitagmorgen. Seit 6.30 Uhr sind er und seine Kollegen an diesem Tag im Einsatz, um viele der über 900 Tiere in Sicherheit zu bringen. Und das hat glücklicherweise geklappt. „Nach jetzigem Stand ist kein Tier zu Schaden gekommen“, sagt Frank. In den nächsten Tagen werden sie erst einmal in ihren Ställen untergebracht – bis die Außengehege wiederhergestellt und die Zäune repariert sind.

Aufgequollen und schlammig: So fanden die Tierparkmitarbeiter am Freitagmorgen den Shop vor.

Tierpark Sababurg: Entwurzelte Bäume, beschädigte Häuser, Schlamm im Tierpark-Shop

In der Nacht müssen riesige Wassermassen aus dem Reinhardswald den Tierpark hinunter geflossen sein – das zeigen die Schäden an den Weiden, einigen Brücken und die entwurzelten Bäume, die am Morgen auf den Wegen herumliegen. „Das Wasser hat sich auch unten in den Gebäuden gesammelt. Alle Häuser sind beschädigt“, erklärt Frank. Den Tierpark-Shop, in dem normalerweise Eintrittskarten und Andenken verkauft werden, fanden die Mitarbeiter am Freitagmorgen auch überflutet vor. Schlammiges Wasser breitete sich im Raum aus – der Holzboden ist zerstört.

Und auch die Tierpark-Gaststätte „Zum Thiergarten“ lief voll. Das Gefährliche daran: Einige Stromleitungen und auch Rohre lagen deswegen am Morgen frei. „Solange der Strom nicht abgeschaltet ist, kann die Feuerwehr die Räume nicht auspumpen“, erklärt Fabian Frank.

Völlig abgesackt und nicht mehr begehbar sind zahlreiche Wege auf dem Gelände des Parks.

Wie viel es geregnet hat, sieht der Tierparkmitarbeiter auch, als er an einem eigentlich ausgepumpten Teich nahe des Ottergeheges vorbeigeht. Dieser ist randvoll. Vor einem halben Jahr hatte man den Teich extra trockengelegt. „Diese Trocknungszeit war völlig umsonst“, sagt er.

Am gesamten Vormittag waren Frank und seine Kollegen vor allem damit beschäftigt, Anrufe entgegenzunehmen, Führungen abzusagen und auch damit, Gäste wegzuschicken, die den Tierpark besuchen wollten. Aber das Verständnis der Besucher war groß: „Wir haben viele Hilfsangebote bekommen“, sagt er.

Das Ausmaß des Schadens war am Freitag noch nicht erkennbar. Und auch wie hoch der finanzielle Schaden ist, wird sich erst in den kommenden Tagen zeigen. Klar ist: Der Tierpark bleibt erst einmal auf unbestimmte Zeit geschlossen.

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