VonHanna Wieheschließen
Die Arbeitslosigkeit in der Region Fulda ist im Mai auf nahezu unverändertem Niveau geblieben. Das teilt die Arbeitsagentur mit - und warnt zugleich: „Das ist kein Grund zur Freude.“
Fulda - Die Zahl der Arbeitslosen im Landkreis Fulda liegt um zehn höher als im April - bei 4954 Menschen. Die Arbeitslosenquote beträgt weiterhin 3,8 Prozent (Vorjahr: 3,6 Prozent), schreibt die Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda in ihrer monatlichen Bilanz.
Zahl der Arbeitslosen im Landkreis Fulda nahezu unverändert
„Auch wenn wir in der Region weiterhin die niedrigste Arbeitslosenquote im Vergleich der hessischen Agenturbezirke haben (Hessendurchschnitt: 5,7 Prozent), ist die aktuelle Entwicklung kein Grund zur Freude“, sagt Katharina Henkel, Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda, und fügt hinzu. „Schauen wir auf das Vorjahr, sieht man die negative Entwicklung auch bei uns in der Region.“
Denn: Die Arbeitslosigkeit im Bereich der Arbeitslosenversicherung stieg binnen eines Jahres um 331 Personen (+20,7 Prozent) an. Im Zuständigkeitsbereich der Agentur für Arbeit in Fulda sind zum Ende des Monats 1933 Menschen arbeitslos gemeldet. Das Jobcenter des Landkreises verzeichnete im gleichen Zeitraum ein Plus von 3 Personen, bzw. 0,1 Prozent auf 3021.
Am stärksten vom Anstieg der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Mai 2024 betroffen ist die Personengruppe der jungen Menschen zwischen 20 und 25 Jahren, heißt es im Bericht der Behörde weiter: „Hier könnte sich ein schwächelnder Arbeitsmarkt zeigen. In unsicheren Zeiten werden eher Menschen mit geringerer Berufserfahrung entlassen. Das sind häufig jüngere Menschen“, so die Geschäftsführerin.
Bedarf an Fachkräften bei Unternehmen bleibt hoch
Der Bedarf an Arbeits- und vor allem Fachkräften ist gleichwohl weiterhin hoch, schreibt die Arbeitsagentur. Dem Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur liegen demnach insgesamt 1373 Stellen zur Vermittlung vor. Die Dauer bis zur Besetzung einer Arbeitsstelle sei gestiegen: „Die Anforderungen passen nicht immer zum Angebot.“ Die Agentur für Arbeit wolle mit der Arbeitsmarktberatung dagegenhalten und Besetzungsalternativen aufzeigen. „Der Markt erfordert neue Strategien, um auch weiterhin den Bedarf an Arbeits- und Fachkräften decken zu können“, so Henkel.
Berufliche Möglichkeiten bieten sich demnach in vielen Bereichen - im Gesundheits- und Pflegesektor wie in der öffentlichen Verwaltung, im Groß- und Einzelhandel sowie in der Zeitarbeit. Vielfältige Beschäftigungsansätze biete auch das Handwerk.
Die Unternehmen in der Region nutzen weiterhin zunehmend das Instrument der Kurzarbeit zur Stabilisierung von Beschäftigungsverhältnissen. Im Landkreis Fulda haben seit Januar 86 Betriebe für 1392 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt. Im November 2024 haben 31 Betriebe für 1425 Mitarbeiter Kurzarbeitergeld in Anspruch genommen, vor allem im verarbeitenden Gewerbe.
