Vergehen kostet 55 Euro

Kein Platz an Ladesäulen: Verbrenner besetzen in Kassel Parkplätze für E-Autos

  • schließen

Dass Verbrenner die Parkplätze für E-Autos blockieren, passiert in Kassel immer häufiger. Obwohl das Vergehen besonders teuer ist und 55 Euro kostet.

Kassel – Immer häufiger kommt es dazu, dass Benziner auf für E-Autos ausgewiesenen Parkplätzen parken und damit Ladesäulen blockieren. Über dieses Problem in der Stadt Kassel diskutierten die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung, Mobilität und Verkehr in ihrer jüngsten Sitzung.

Besonders das Beispiel des Auebads am Auedamm hob der SPD-Stadtverordnete Dieter Seidel im Ausschuss hervor. Dort soll es zu Stoßzeiten immer wieder dazu kommen, dass die beiden Parkplätze für E-Autos von Verbrennern besetzt seien. Infolgedessen käme es dann regelmäßig dazu, dass die blockierenden Autos abgeschleppt würden.

140 000 Parkverstößen in Kassel pro Jahr

Auf HNA-Anfrage sagt das Ordnungsamt, dass es im laufenden Jahr nachweislich bisher zu etwa 50 solcher Ordnungswidrigkeiten gekommen sei. Zwar stelle das laut einem Stadtsprecher in Anbetracht von insgesamt 140 000 Parkverstößen in Kassel pro Jahr kein größeres Problem dar, es kann aber äußerst ärgerlich für E-Auto-Besitzer werden, die dringend ihr Fahrzeug aufladen müssen. Wie oft falsch parkende Verbrenner dann auch abgeschleppt werden, werde von der Stadt nicht erfasst.

Immer häufiger kommt es dazu, dass Benziner auf für E-Autos ausgewiesenen Parkplätzen parken und damit Ladesäulen blockieren. (Symbolfoto)

Die Städtischen Werke, die eine Vielzahl an Ladesäulen in der Stadt betreiben, bekommen keine Rückmeldung, wie oft Verbrenner widerrechtlich auf Plätzen für E-Fahrzeuge parken. Bei der Wahl potenzieller Ladestandorte wird die allgemeine Parksituation jedoch mit berücksichtigt, wie eine Sprecherin der Kasseler Verkehrs- und Versorgungs-GmbH (KVV) erklärt. Im Jahr 2024 sollen zu den bestehenden Ladesäulen der Städtischen Werke 90 dazukommen.

Parken auf E-Auto-Plätzen kostet 55 Euro

Auf eine mangelnden Sichtbarkeit der Beschilderung kann das Falschparken von Benzinern nicht zurückgeführt werden, erklärt sie weiter. Der Straßenverkehrsordnung nach sollte auch im ruhenden Verkehr Rücksicht genommen werden. „Parkflächen an E-Ladesäulen wie am Auebad sind so ausgeschildert, dass E-Fahrzeuge nur während des Ladevorgangs dort parken dürfen, um die Lademöglichkeit zugänglich zu halten“, sagt die KVV-Sprecherin.

Falschparken zieht laut dem aktuellen Bußgeldkatalog je nach Vergehen verschiedene Strafen nach sich. Das Parken im absoluten oder eingeschränkten Halteverbot kostet demnach 25 Euro, die mit zusätzlicher Behinderung auf 40 Euro ansteigen können. Das unzulässige Parken auf für E-Fahrzeuge vorgesehenen Plätzen ist jedoch besonders teuer und kostet Verkehrssünder 55 Euro. Punkte in Flensburg gibt es dafür aber nicht. (Fabian Diekmann)

Gekappte Förderung hat das rasante Wachstum im E-Auto-Markt gestoppt. Kassel überholt Kreis bei Zulassungen von neuen E-Autos.

Rubriklistenbild: © Hendrik Schmidt/dpa

Kommentare