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Nicht nur teure Mieten: Frankfurt ist Schlusslicht bei Wohnungs-Ranking

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Die Mieten in den Ballungszentren sind hoch, die Wohnflächen klein. Ein Blick auf die Wohnsituation in Hessen offenbart große Unterschiede.

Frankfurt – Viele Menschen, wenig Platz: Das ist die Situation in den deutschen Ballungszentren. Mit dem Versprechen von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr war die Bundesregierung 2021 angetreten. Aufgrund der diversen Krisen (Pandemie, Ukraine-Krieg, Personalmangel, hoher Baukosten, um nur einige zu nennen), aber auch wegen langer Genehmigungsverfahren wurde dieses hochgesteckte Ziel bislang in noch keinem Jahr erreicht. 294.400 Wohnungen wurden 2023 fertiggestellt. Die Zahl fiel höher aus als zunächst erwartet, für das laufende Jahr dämpft der Bauindustrieverband allerdings die Erwartungen, rechnet nur mit 220.000 bis 230.000 neuen Wohnungen.

Die Fassade eines Mietobjektes in Frankfurt ragt in den Himmel.

Große Städte, kleine Wohnungen in Hessen

Der geringe Wohnraum in den Städten schlägt sich auch in der durchschnittlichen Größe der Wohnungen nieder. Je größer die Stadt, in der man lebt, desto kleiner ist tendenziell die eigene Wohnung. Das geht aus den neuesten Zahlen des Zensus hervor, die auf Erhebungen der statistischen Ämter von Bund und Ländern basieren.

Demnach wohnen Menschen im Örtchen Ammeldingen an der Our in Rheinland-Pfalz auf durchschnittlich 240 Quadratmeter – mit Abstand die größte Wohnfläche im bundesweiten Vergleich. Auf Rang zwei folgt das Dorf Berscheid, ebenfalls in Rheinland-Pfalz, mit durchschnittlichen 194 m². In beiden Ortschaften wohnen keine tausend Menschen. Platz drei belegt Wiedenborstel in Schleswig-Holstein, das mit rund zehn Einwohnern zu den kleinsten Gemeinden in ganz Deutschland gehört. Sie wohnen durchschnittlich auf 190 m². Die Schlusslichter in den Zensus-Daten bilden hingegen die großen Städte: Berlin (73 m²), München (73 m²), Hamburg (77 m²) und Frankfurt (74 m²).

Auch auf Hessen trifft die Gleichung zu, je größer die Stadt, umso kleiner durchschnittlich der Wohnraum. Von den zehn größten hessischen Städten finden sich acht auf den letzten Rängen der Zensus-Daten zur Wohnfläche wieder. Vor Schlusslicht Frankfurt belegen Offenbach mit 75 m² und Gießen mit 78 m² die hintersten Plätze. Im Folgenden die weiteren Platzierungen im Überblick:

Rüsselsheim85 m²
Marburg85 m²
Wiesbaden83 m²
Darmstadt82 m²
Kelsterbach82 m²
Neu-Isenburg82 m²
Kassel80 m²
Gießen78 m²
Offenbach75 m²
Frankfurt74 m²

Mehr Wohnfläche im ländlichen Raum in Hessen

Auf den vorderen Rängen verorten die Daten dagegen Gemeinden aus dem eher ländlichen Raum, allen voran Glashütten im Taunus, wo der Wohnraum durchschnittlich 136 m² beträgt. Knapp dahinter folgen Freiensteinau (135 m²) und Lautertal (134 m²), beides im Vogelsbergkreis. Im Folgenden die hessischen Top-Ten-Platzierungen:

Glashütten136 m²
Freiensteinau135 m²
Lautertal134 m²
Schwalmtal134 m²
Ottrau133 m²
Münchhausen132 m²
Rosenthal132 m²
Breuna131 m²
Haina (Kloster)131 m²
Twistetal131 m²

Mit 88 m² hat Hanau durchschnittlich die größte Wohnfläche unter den hessischen Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern. Für die Auswertung unerheblich ist die Tatsache, ob es sich um eine angemietete Wohnung oder Eigentum handelt.

Ein Blick auf die Wohnfläche in den hessischen Landkreisen zeigt: Auch hier die belegen die kreisfreien Städte Frankfurt, Wiesbaden, Kassel, Darmstadt und Offenbach die hinteren Plätze. Der Kreis mit den statistisch betrachtet größten Wohnungen ist der Vogelsbergkreis mit durchschnittlich 119 m² Wohnfläche, gefolgt vom nordhessischen Schwalm-Eder-Kreis mit 114 m².

Zum Jahresende 2022 gab es laut Zensus bundesweit rund 43,4 Millionen Wohnungen, inklusive Einfamilienhäusern, die als eine Wohneinheit gelten. In Hessen zählten die Behörden zum gleichen Stichtag rund 3 Millionen Wohnungen.

Die durchschnittlich kleinen Wohnflächen in Frankfurt stehen im krassen Gegensatz zu den Mieten in der Mainmetropole, die neben den Mieten im Main-Taunus-Kreis zu den teuersten in Hessen gehören.

Rubriklistenbild: © Andreas Arnold/dpa

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