Mehr illegaler Müll im Kreis

Autoreifen, Sperrmüll, Flaschen: Kommunen müssen Müll für Tausende Euro beseitigen

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Die Menge an illegal entsorgtem Unrat nimmt vielerorts zu und kostet Kommunen teils Zehntausende Euro. Die Täter werden oft nicht gefunden.

Werra-Meißner – „Ein gesellschaftliches Problem, das sichtbar zunimmt“, sagt Wilhelm Gebhard, Bürgermeister von Wanfried, über den „achtlos weggeworfenen Wohlstandsmüll in Natur und Landschaft.“

Für die Entsorgung zahlt der Steuerzahler: Säckeweise Müll haben die Arbeiter einer Fremdfirma im Werra-Meißner-Kreis entlang der Straßen gesammelt.

Zweimal im Jahr erfolgt eine Abfallsammlung an „neuralgischen Knotenpunkten von Bundesstraßen“, teilt dazu der Pressesprecher von Hessen Mobil, Nico Beck, mit. Die Abfallmenge pro Jahr beträgt im Werra-Meißner-Kreis insgesamt sechs Tonnen. „Die Kosten für die Sammlung im Kreis durch Fremdfirmen belaufen sich auf viele Tausend Euro, wir bewegen uns hier schon deutlich im unteren fünfstelligen Bereich“, schreibt Beck.

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„Wenn man das auf alle Landkreise in Deutschland hochrechnet, kommen mehrere Millionen Euro zusammen“, rechnet Gebhard vor und betont, dass die illegalen Abfallmengen an Parkplätzen und Raststätten nicht einkalkuliert sind, die Woche für Woche überall sichtbar anfallen.

Müllmenge hat sich verdoppelt

Auch die anderen Bürgermeister im Kreis kennen die Problematik der illegalen Müllentsorgung gut: In Neu-Eichenberg hat sich laut Verwaltung die Menge in den vergangenen Jahren nahezu verdoppelt.

Am häufigsten müsse sich die Gemeinde um Autoreifen, Sperrmüll, Flaschen und Verpackungen kümmern, die achtlos in der Landschaft hinterlassen werden. Nur in seltenen Fällen könne ein Verursacher ermittelt und somit ein Bußgeld verhängt werden, meistens bleibt die Gemeinde auf den Kosten sitzen – rund 2000 Euro jährlich. In Eschwege sind laut Stadtverwaltung im vergangenen Jahr sogar 25.000 Euro für die Entsorgung von Abfällen angefallen, die außerhalb der routinemäßigen Straßenreinigung eingesammelt werden mussten.

Entsorgung ist zeitaufwendig

„Kommunen, die dem Zweckverband Abfallwirtschaft Werra-Meißner-Kreis angehören, können illegal entsorgten Müll dort kostenfrei melden und entsorgen lassen“, erklärt Bürgermeister Frank Koch. Die Arbeitszeit für das Aufladen und Abfahren des Mülls müsse aber die Kommune tragen, sofern der Verursacher nicht ermittelt werden kann. „Das Aufladen des Mülls ist teilweise sehr zeitaufwendig und kann unter Umständen sogar gefährlich sein“, so Koch weiter. hbk

Auch in Hessisch Lichtenau wird laut Bürgermeister Dirk Oetzel deutlich mehr Hausmüll illegal entsorgt, als noch vor wenigen Jahren. Zunächst würde man auch hier versuchen, Hinweise auf den Verursacher zu bekommen. Dies gelänge aber nur selten. In der Regel müsse der Baubetriebshof zum Einsammeln und zur ordnungsgemäßen Entsorgung beauftragt werden. Jährlich würden so Kosten zwischen 8000 und 10 000 Euro entstehen. Nur in Weißenborn hat laut Bürgermeister Thomas Mäurer die Müllmenge nicht zugenommen.

Rubriklistenbild: © Wilhelm Gebhard

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