Nahost-Konflikt

Krieg im Nahen Osten: 380 Straftaten in Hessen registriert – Antisemitische Vorfälle vervierfacht

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In Hessen sind innerhalb eines Monats 380 Straftaten mit Nahost-Bezug registriert worden, eine Vervierfachung – Gedenken an den 9. November 1938.

Frankfurt/Wiesbaden – Seit dem Angriff der islamistischen Hamas auf Israel vor einem Monat hat die hessische Polizei insgesamt 380 Straftaten im Zusammenhang mit dem Krieg registriert. Bei einem Großteil handele es sich um Volksverhetzung, teilte das hessische Innenministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Wiesbaden mit. Dazu zählten das Herunterreißen der israelischen Flagge von Rathäusern unter anderem im Rhein-Main-Gebiet in Frankfurt und Hanau (Main-Kinzig-Kreis) sowie in Mittelhessen in Gießen und Marburg.

„Nur eine vergleichsweise geringe Anzahl waren Gewaltdelikte wie Körperverletzungs- und Widerstandsdelikte.“ Wie viele der Straftaten als antisemitisch motiviert eingestuft werden, könne noch nicht gesagt werden. Die im Innenministerium eingerichtete Meldestelle „Hessen gegen Hetze“ verzeichnete seit den Terrorangriffen auf Israel eine Vervierfachung der Meldungen mit antisemitischem Inhalt im Vergleich zu den Vormonaten. Demnach gingen seither 350 entsprechende Meldungen ein, zuvor waren es etwa 80 pro Monat.

Die Flaggen von Frankfurt (links) und Israel sind auf dem Balkon des Römers gehisst.

380 Straftaten mit Nahost-Bezug in Hessen registriert – Gedenken an den 9. November 1938

Angesichts der Kampfhandlungen im Nahen Osten steht die hessische Polizei nach Angaben des Innenministeriums in engem Austausch mit dem Landesverband der Jüdischen Gemeinden in Hessen und passt ihre Schutzmaßnahmen für anstehende Veranstaltungen individuell an. Die Gefährdungslage werde weiterhin kontinuierlich analysiert.

Mit Blick auf das bevorstehende Gedenken an den 9. November 1938 seien die Aufklärungsmaßnahmen für den Jahrestag selbst sowie für die Tage davor und danach verstärkt worden. In allen Polizeipräsidien seien mit Unterstützung der Bereitschaftspolizei zusätzliche Kräfte mobilisiert worden. „Hinweise auf konkrete Bedrohungen liegen den hessischen Sicherheitsbehörden derzeit nicht vor“, hieß es. (cas, dpa)

Rubriklistenbild: © Arne Dedert/dpa

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