VonRomina Kunzeschließen
Im Nahen Osten eskaliert der Konflikt zwischen Israel und Palästina nach Angriffen der Hamas. Auch in Deutschland ist die Stimmung angespannt, wie ein Berliner-Vorfall zeigt.
Berlin – Nach dem Überfall der radikal-islamistischen Hamas auf Israel sind zwei Schüler und ein Lehrer in einer Berliner Schule aneinander geraten. Wie mehrere Medien berichten, soll ein Schüler auf dem Schulhof in Neukölln eine Palästina-Flagge gezeigt haben. Als die Lehrkraft das untersagen wollte, kam es zu den Handgreiflichkeiten.
Nach Hamas-Angriff auf Israel: Junge zeigt auf Schulhof Palästina-Flagge – Lehrer schreitet ein
Demnach habe der 61-jährige Lehrer am Montagmorgen (9. Oktober) den Schüler (14) ermahnt und versucht, ihm die Flagge abzunehmen. Daraufhin sei ein weiterer Schüler hinzugekommen. Nach Informationen des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB) verpasste der 15-Jährige dem Lehrer einen Kopfstoß, der ohrfeigte wiederum den Schüler. Anschließend soll der Jugendliche den Lehrer in den Bauch getreten haben.
Von dem Vorfall kursierte ein Video auf der Plattform X (Twitter), das vermutlich von einem Schüler aufgenommen wurde. Es ist nicht zu hören, was die Schüler oder der Lehrer sagen; die Auseinandersetzung auch nur teilweise zu sehen, da immer wieder Schüler durchs Bild laufen.
🇮🇱🇵🇸 Po ataku Hamasu na Izrael w poniedziałek doszło do fizycznej sprzeczki pomiędzy uczniem a nauczycielem w Ernst-Abbe-Gymnasium w Berlinie-Neukölln . Jak podała policja, 14-latek wywołał kłótnię, ponieważ pojawił się w szkole w pelerynie z flagą Palestyny i palestyńskim… pic.twitter.com/96ktSRrsbQ
— Lemingopedia (@Lemingopedia) October 11, 2023
Der Vorfall ereignete sich zwei Tage, nachdem die Terror-Gruppe Hamas am Samstagmorgen (7. Oktober) überraschend Raketen auf Nachbarland Israel abgefeuert hatte. Etliche Mitglieder hatten auch zu Land, Wasser und aus der Luft die Landesgrenzen übertreten. In mehreren Siedlungen und auf einem Musikfestival im Süden Israels richteten die Terroristen ein regelrechtes Massaker an; über tausend Israelis sollen bei dem Überfall getötet worden sein, etliche als Geisel nach Gaza verschleppt.
Streit um Israel-Krieg: Schüler suspendiert, Lehrer krankgeschrieben – Tritt und Ohrfeige seien „Notwehr“
Die Schulleitung des Ernst-Abbe-Gymnasiums sei noch am selben Nachmittag zu einer Krisensitzung zusammengekommen, schreibt der RBB. Die beiden beteiligten Schüler seien vorerst von der Schule suspendiert worden. Der Lehrer sei indes krankgeschrieben, heißt es.
Nach Meinung eines Mitglieds der Elternvertretung liege die Verantwortung bei dem Lehrer. Von ihm sei die Gewalt ausgegangen, sagte sie gegenüber dem RBB. Keiner der auf dem Pausenhof zahlreich anwesenden Schüler könne den Kopfstoß des 15-Jährigen bestätigten, der laut Polizeibericht der Ohrfeige des Lehrers vorausgegangen war.
„Der Schüler befand sich in Notwehr“, so die Aussage der Elternvertreterin, laut der es vor rund zwei Wochen schon einmal zu einem Zwischenfall mit dem Lehrer und einer Schülerin gekommen sei. „Der Lehrer hat vor zwei Wochen eine Schülerin weinend aus der Klasse geworfen, die eine Halskette mit der Palästina-Flagge trug“, sagte El-Houschi.
Gewalt auf Neuköllner Pausenhof wegen Palästina-Flagge – Behörde überprüft Vorfall
Der Vorfall schlug vor allem in den sozialen Netzwerken hohe Wellen und ging durch die internationale Presse. Auch die Behörden beschäftigten sich damit. „Wir prüfen den Vorgang aktuell eingehend, dazu laufen intensive Befragungen“, teilte die Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie mit. „Klar ist: Lehrkräfte dürfen gegenüber Schülerinnen und Schülern nicht übergriffig oder gar gewalttätig werden.“
Oberste Priorität habe die Sicherstellung des Schulfriedens, heißt es von der Bildungsverwaltung. „Ein Gutheißen der terroristischen Attacken auf Israel werden wir auf unseren Schulhöfen nicht tolerieren.“ Eine von der Elternvertretung für den Mittwoch (12. Oktober) geplante Kundgebung „Kein Platz für Rassismus, kein Platz für Gewalt“ wurde von der Polizei als Vorsichtsmaßnahme untersagt. Zuvor hatte die Behörde per E-Mail Berliner Schulleitungen vor möglichen Zwischenfällen angesichts der Lage in Israel gewarnt.
Neukölln gilt als Hochburg in Deutschland von Bewohnern mit palästinensischen Wurzeln. Am Samstag versammelten sich zahlreiche Anhänger des Palästinensischen Gefangenen-Solidaritätsnetzwerks „Samidoun“ im Berliner Stadtteil und feierten den Angriff der Hamas auf Israel. (rku)
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