Landesfest

Halbes Jahr vor dem Hessentag: Noch kein Programmpunkt in Fritzlar steht

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Auch Ende November steht noch kein Programm zum Hessentag in Fritzlar. In knapp einem halben Jahr startet das Landesfest. Wir haben nachgefragt.

Fritzlar – In knapp einem halben Jahr wird in Fritzlar der Hessentag eröffnet. Doch ist die Stadt bei der Vorbereitung des Festes längst noch nicht so weit, wie sie hatte sein wollen: Es gibt noch kein offizielles Programm. Zuletzt hieß es, man wolle im November erste Künstlernamen nennen, die beim Landesfest ab dem 24. Mai auftreten – daraus wird nichts. Geplant war, dass danach der Karten-Vorverkauf beginnen würde, um das Weihnachtsgeschäft mitzunehmen.

Jetzt aber heißt es: „Wenn die Verträge durch den Magistrat der Stadt gezeichnet sind und der Ticketverkauf beginnt, gehen wir an die Öffentlichkeit“, teilt Bürgermeister Hartmut Spogat (CDU) auf HNA-Anfrage mit. Einen neuen Termin für die Bekanntgabe nennt er nicht. „In der vergangenen Woche haben wir im Hessentagsbeirat verschiedene Abendveranstaltungen diskutiert, dabei wurden Künstlerwünsche zusammengetragen. Deshalb prüfen wir die Verfügbarkeit und auch eine wirtschaftliche Umsetzbarkeit für alle.“

Die Freude über den Zuschlag war groß: 2019 gab der damalige hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (links) bekannt, dass Fritzlar Hessentagsstadt 2024 sein wird.

Hessentag in Fritzlar: Für die Gäste bezahlbare Veranstaltungen anbieten

Denn man wolle den Gästen bezahlbare Veranstaltungen präsentieren, damit diese möglichst mehrere Konzerte besuchen können. Doch: „Aufgrund der Veranstaltungsdichte in der Umgebung und darüber hinaus wird es schwierig, die Künstler auf bestimmte Tage zu buchen“, so Spogat. Er nennt als Beispiele für nahe Veranstaltungsorte Wolfhagen, Kassel, Willingen. Gründe für die Verzögerung gibt er nicht an.

Es soll intensiv am Erfolg gearbeitet werden

Vertreter der Stadt Fritzlar hatten Montag mit dem Chef der Hessischen Staatskanzlei, Staatsminister Axel Wintermeyer, ein Gespräch über die Planungen: „Wir wollen einen erfolgreichen Hessentag in Fritzlar und es wird ein erfolgreicher in Fritzlar werden. Daran werden wir in den kommenden Monaten intensiv arbeiten. Die Voraussetzungen dafür sind gegeben“, so Wintermeyer und Spogat. Sie seien sicher, das Landesfest werde in guter Erinnerung bleiben. (may)

Ursprünglich hatte es geheißen, die Stadt dürfe Künstlernamen nach dem Hessentag in Pfungstadt nennen, der am 11 Juni endete. Bei der HNA-Sommertour Mitte Juni in Fritzlar sagte Michael Krzyzniewski, Geschäftsführer der Agentur MK Holding, dass man nach den Sommerferien Namen nennen wolle, also im September. Auch diese selbst gesetzte Frist verstrich, der Termin auf November verschoben. Ende Oktober der Paukenschlag: Spogat gab die Trennung von der Agentur bekannt. MK Holding war verantwortlich für die Gesamtprojektleitung, beriet die Stadt bei Veranstaltungen und Sicherheit. Trotzdem hielt Spogat am Ziel fest, Programmpunkte im November zu nennen.

Hessentag 2024 in Fritzlar: Staatsminister Axel Wintermeyer im Interview über die Planungen

Der Hessentag war das zentrale Thema eines Gesprächs der Hessischen Staatskanzlei und der Stadt Fritzlar. Dabei ging es um den Stand der Planungen, aber auch um einen weiteren Schwerpunkt: die aktuelle Finanzplanung und die Resolution der Stadt Fritzlar. Dazu äußert sich Staatsminister Axel Wintermeyer auf HNA-Anfrage.

Sie haben mit der Stadt Fritzlar über Probleme bei der Ausrichtung des Landesfestes gesprochen. Zu welchem Schluss sind Sie gekommen?
Es war ein sehr offenes und angenehmes Gespräch, das konstruktiv von allen Beteiligten begleitet worden ist. Gemeinsam haben wir uns darauf verständigt, diesen Austausch in den kommenden Monaten weiter zu intensivieren. Wir sind uns sicher: Dieses Landesfest wird in der Stadt und in der Region in guter Erinnerung bleiben.
Sie wollten „im persönlichen Austausch nochmal konkreter die positiven Aspekte des Landesfestes erläutern“. Warum war das überhaupt nötig?
Der Hessentag in Fritzlar ist durch die mediale Berichterstattung über die Finanzfragen als tolles Landesfest in den Hintergrund geraten, sodass wir auf die positiven Aspekte noch einmal hinweisen mussten. Das Landesfest schafft Identität, stärkt den Zusammenhalt vor Ort, sorgt für Aufmerksamkeit und ist ein Investitionsmotor für die jeweiligen Kommunen.
Wie unterstützt das Land Hessen die Hessentagsstädte, wenn es zu finanziellen Problemen kommt?
Unser Wort gilt. Wenn unabwendbare, unvorhersehbare Mehrkosten entstehen, werden wir das partnerschaftlich nach dem Hessentag lösen. Im Gespräch konnten wir auf unsere Bitte vereinbaren, dass die Stadt uns eine vorläufige Budgetplanung zur Verfügung stellt. Diese erste Schätzung liegt uns jetzt vor. Vereinbart haben wir mit der Stadt außerdem, eine Aufstellung über die zu erwartenden Kosten für die fünf Kernmodule, eine Aufstellung über die Aufwendungen für den Bereich Sicherheit und eine Aufstellung über die schon heute unvorhergesehenen und unabwendbaren Mehrkosten.
Liegt die Stadt Fritzlar aus Ihrer Sicht in allen Bereichen im Zeitplan?
Wir sehen derzeit keinerlei Gründe dafür, den derzeitigen Zeitplan infrage zu stellen.
Wie würde das Land eingreifen, sollte eine Hessentagsstadt bei der Ausrichtung des Landesfestes Probleme bekommen?
Wir sehen keinen Grund, solche hypothetischen Fragen zu stellen. Wir wollen einen erfolgreichen Hessentag und es wird ein erfolgreicher in Fritzlar werden. Daran werden wir gemeinsam in den kommenden Monaten intensiv arbeiten.
Mit welchen Problemen im Vorfeld hatten die drei letzten Hessentagsstädte aus Ihrer Sicht am meisten zu kämpfen?
Der Hessentag ist und bleibt ein Großprojekt, das von einer guten Kommunikation getragen werden muss. Das Wichtigste ist, die Menschen vor dem Hessentag mitzunehmen. Aus der Erfahrung wissen wir: Der Hessentag ist immer ein Gewinn. Für die Stadt, die Region und dementsprechend auch für das Land.
Wie wird es nun weitergehen?
Das Land und die Stadt haben sich darauf verständigt, den Austausch, den alle Beteiligten als sehr konstruktiv empfanden, in den kommenden Monaten weiter zu intensivieren.

(Maja Yüce)

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