VonBernd Schlegelschließen
Der Arbeitsmarkt in Südniedersachsen erholt sich im September. Die Arbeitslosenquote liegt aber über dem Wert von vor einem Jahr.
Göttingen – Neben vielen sonnigen Tagen brachte der September in Südniedersachsen auch einen leichten Rückgang der Arbeitslosenzahlen. Allerdings fiel die Erholung verhaltener als saisonal üblich aus, berichtet die Göttinger Agentur für Arbeit.
So waren in diesem Monat 15 447 Menschen bei der Agentur für Arbeit Göttingen und den Jobcentern der Region arbeitslos gemeldet, 555 weniger als im August (minus 3,5 Prozent).
Qualifizierungen drücken Arbeitslosenquote
Dies lag unter anderem daran, dass mehr Menschen an Qualifizierungsangeboten teilnahmen, um ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern. Zum anderen nahmen nach dem Ende der Ferienzeit mehr Menschen eine Beschäftigung auf.
Die Arbeitslosenquote ging im Vergleich zum August um 0,2 auf 6,4 Prozent zurück. Vor einem Jahr lag die Quote bei 5,7 Prozent.
Mehr Arbeitslose als vor einem Jahr
Im Vergleich zum Vorjahresmonat weisen die Arbeitslosenzahlen fast durchweg deutlich höhere Werte auf. Dies zeigt sich insbesondere in einem Zuwachs von 33,7 Prozent in der Gruppe der älteren Arbeitslosen über 55 Jahre. In dieser Gruppe sind jetzt 3597 Menschen arbeitslos gemeldet. In diesem Fall wirkt sich eine gesetzliche Neuregelung zur Betreuung älterer Arbeitsloser in den Jobcentern seit Jahresanfang aus.
Um 12,0 Prozent hat sich binnen Jahresfrist auch die Zahl ausländischer Arbeitsloser auf 4966 erhöht, darunter sind Geflüchtete aus der Ukraine, die von den Jobcentern betreut werden.
5659 offene Stellen in Südniedersachsen
In Südniedersachsen gibt es aktuell 5659 offene Stellen, 157 weniger als vor einem Monat und 1104 weniger als vor einem Jahr.
Klaudia Silbermann, Chefin der Göttinger Agentur für Arbeit, hat weiter die Herausforderungen bei der Besetzung der offenen Arbeitsplätze im Blick: „Es wird nicht leichter werden, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer für Betriebe zu finden, die dem Wunschprofil entsprechen. Gefragt sind insbesondere Fachkräfte und Experten, ein großer Teil der Arbeitslosen verfügt jedoch nicht über eine abgeschlossene oder anerkannte Ausbildung.“
Das bedeutet laut Silbermann auch, dass die Agentur für Arbeit weiterhin verstärkt Ungelernte fördert, damit sie zusätzliche Qualifikationen und möglichst einen Berufsabschluss erwerben. „Natürlich ist Weiterbildung auch für Fachkräfte mehr denn je ein Thema. Denn lebenslanges Lernen, insbesondere im beruflichen Kontext, muss für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer die Antwort auf die Transformationsprozesse am Arbeitsmarkt sein, um die eigene Beschäftigung zu sichern und sich neue Perspektiven zu eröffnen“, sagt Silbermann.
Stellenbesetzung wird herausfordernder
Da aus Sicht von Silbermann die Stellenbesetzung zunehmend herausfordernder wird, sind nach ihrer Darstellung auch Betriebe gefordert, über Alternativen nachzudenken.
Im Bereich Göttingen sank die Arbeitslosenquote im Monatsvergleich um 0,1 auf 7.3 Prozent. Aus dem Bereich der Uni-Stadt werden 2108 offene Stellen gemeldet.
Im Untereichsfeld ging die Arbeitslosenquote im Vergleich zum Vormonat um 0,3 auf 4,2 Prozent zurück. Aus dem Bereich Duderstadt werden 355 offene Stellen gemeldet. (Bernd Schlegel)

