VonAnna Kirschnerschließen
Orange Farbe und das Logo der Letzten Generation auf einem Banner: Vertreter der Gruppe haben eine Aktion am Campus Westend der Goethe-Uni gestartet.
+++ 16.05 Uhr: Goethe-Universität und Letzte Generation haben sich nun zum Vorfall auf dem Campus Westend geäußert. Banner und Farbe seien unmittelbar entfernt und die Protestaktion von den Aktivisten nach kurzer Zeit freiwillig beendet worden, heißt es von Seiten der Universität. Zu weiterer Sachbeschädigungen sei es ihrem Wissen nach nicht gekommen, man habe aber die Polizei eingeschaltet. „Die Hochschulleitung betont, dass die Goethe-Universität ein Ort ist, an dem Debatten sachlich und diskursorientiert geführt werden. Sachbeschädigungen gehören nicht zur Form der Auseinandersetzung“, heißt es weiter in der Stellungnahme der Universität.
Aktivist der Letzten Generation äußert sich zum Protest am I.G.-Farben-Campus
In einer Pressemitteilung der Letzten Generation heißt es, der Protest „verdeutlicht die Notlage, in die uns die aktuelle katastrophale Klimapolitik der Regierung Scholz katapultiert hat und appelliert vor allem an Studierende und Mitarbeitende der Universität, sich dem tödlichen Regierungskurs entgegenzustellen“. Die ersten Auswirkungen der Klimakatastrophe seien auch hier bereits deutlich spürbar.
Ein am Protest Beteiligter, der zufolge der Mitteilung auch Student an der Goethe-Universität ist, äußert sich zu seiner Motivation: „Es ist nicht zeitgemäß, lediglich weiter wissenschaftliche Arbeiten zu veröffentlichen, die die bevorstehende Vernichtung beschreiben.“ Weiter wird er in der Mitteilung zitiert: „Das Motto der Goethe-Universität ist ‘Wissenschaft für die Gesellschaft’. Aber was die Gesellschaft jetzt braucht, ist Klimaschutz, der mit dem Leben der Menschen vereinbar ist.“
Update von Montag, 15. Januar, 15.20 Uhr: Nach einer Protestaktion am Morgen auf dem Campus Westend der Goethe-Universität Frankfurt hat die Polizei die Personalien mehrerer Beteiligter aufgenommen. Sieben oder acht Aktivisten von der Gruppe „Letzte Generation“ waren vor Ort. Die Aktivisten beschmierten die Fassade des Hörsaalzentrums mit Farbe. Zudem hängten sie ein Banner mit der Aufschrift „Wissen ist Verantwortung“ auf, zwei weitere Personen hielten ein Banner mit der Aufschrift „Letzte Generation vor den Kipppunkten“.
Wie die Polizei Frankfurt auf Nachfrage mitteilte, wurde sie kurz nach der Aktion hinzugerufen. Außerdem habe die Universität Anzeige wegen Sachbeschädigung erstattet. Die Farbe war am frühen Nachmittag schon nicht mehr zu sehen. Eine Anfrage dieser Redaktion an die Goethe-Universität wurden bisher noch nicht beantwortet.
Das Presseteam der „Letzten Generation“ bestätigte am Nachmittag, dass es sich um einen Protest ihrer Organisation handelte.
Letzte Generation beschmiert Campus-Gebäude der Goethe-Universität
Erstmeldung von Montag, 15. Januar, 11.30 Uhr: Frankfurt – Vermutlich eine Aktion der Letzten Generation spielte sich am Montagvormittag (15. Januar) auf dem Campus Westend der Goethe-Universität ab. Dort brachten bisher Unbekannte orange Farbe an den Fenstern des Hörsaalzentrums in der Mitte des Campus an. Sie hissten außerdem ein Banner an der Terrasse darüber. Darauf stand „Wissen ist Verantwortung“. Ob die Polizei eingeschaltet wurde und die Aktivisten angezeigt werden, ist noch unklar.
Aktuell (Stand: 11.30 Uhr) wird die Farbe bereits von den Glasscheiben entfernt. Auch vom Banner ist nichts mehr zu sehen. Erst im Oktober war ein Gebäude der Universität in Kassel beschmiert worden. (anki)
Die Klimaaktivisten der Letzten Generation können den Frust der Bauern nachvollziehen – und wollen sogar gemeinsam mit ihnen demonstrieren.
Rubriklistenbild: © Lulu Esch


