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Sachbeschädigungen bei „Spontandemo“ für die verurteilte Aktivistin Lina E in Frankfurt Bockenheim. Schaufensterscheibe, Werbetafeln und Auto demoliert, Hauswände beschmiert.
Frankfurt – Bei einer nicht angemeldeten Sympathiekundgebung für die verurteilte linke Aktivistin Lina E. ist es am Mittwochabend in Bockenheim zu mehreren Sachbeschädigungen gekommen. Wie die Polizei mitteilte, meldeten Anrufer:innen gegen 22.20 Uhr eine Personengruppe, die randalierend die Leipziger Straße entlangzog. Die Polizei stellte 20 bis 30 Personen fest, die auf ihrem Weg mehrere Rauchtöpfe zündeten. Als weitere Polizeistreifen eintrafen, entfernte sich die Gruppe.
Im Nachgang registrierte die Polizei entlang der Leipziger Straße mehrere Sachbeschädigungen. Eine größere Papiermülltonne, die in Brand gesetzt worden war, musste von der Feuerwehr gelöscht werden. Darüber hinaus wurden zwei Werbetafeln und ein Schaufenster entglast. An einem Fahrzeug wurde das Herstelleremblem abgeknickt. Mehrere Hausfassaden und Schaufenster wurden außerdem mit den Schriftzügen „Free Lina, „ACAB“ und „AntiFa“ beschmiert.
Antifa Rhein-Main bezeichnete Aktion als „kraftvolle Spontandemonstration“
Die Antifa Rhein-Main bezeichnete die Aktion in einer Mitteilung als „kraftvolle Spontandemonstration“ und sprach von 150 Antifaschist:innen, die unangemeldet durch Bockenheim gezogen seien. Die Aktion sei eine Reaktion auf die hohen Haftstrafen, die das Oberlandesgericht Dresden am Donnerstag gegen Lina E. und ihre Mitangeklagten verhängt habe. Das Gericht habe trotz dünner Beweislage höhere Strafen verhängt als gegen Personen, die dem rechtsextremen NSU-Kern zuzurechnen seien, heißt es in der Mitteilung. Die Sachbeschädigungen seien ein „Ausdruck der Wut“.
Auch die Polizei hat einen Zusammenhang zu der Urteilsverkündung in Sachsen hergestellt. Daher ermittle der Staatsschutz der Kriminalpolizei in der Sache. (Oliver Teutsch)
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