Gebrauchtwarenzentrum Eschwege

Gebrauchtwarenzentren Eschwege und Witzenhausen bieten Lösung für E-Schrott

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Haben eine Lösung für alte Elektrogeräte: Im Gebrauchtwarenzentrum (hier: Eschwege) kann man ausrangierte Elektronikartikel abgeben, wie (von links) Christine Schulmeister (GDW), Dr. Philipp Kanzow, Andrea Kommer (Gebrauchtwarenzentrum), Gabriela Maxisch, Thomas Otto und Dirk Gröling erklären.

Ausrangierte Elektrogeräte verwerten die Gebrauchtwarenzentren in Eschwege und Witzenhausen auf vielfältige Art und Weise.

Eschwege – Alte Elektrogeräte sind schwer zu entsorgen. Auch das Recycling dieser Produkte spielt eine wichtige Rolle. Eine weitere Lösung, ausrangierte Elektronikartikel zu entsorgen, bieten Gebrauchtwarenzentren in Eschwege und Witzenhausen an. Denn neben den allgemein bekannten Entsorgungsmethoden, der Straßensammlung sowie der Abgabe auf dem Wertstoffhof der Kreismülldeponie in Weidenhausen, nehmen auch die Gebrauchtwarenzentren die alten Geräte an – und verschrotten sie nicht automatisch.

Der Vorteil hieran ist, dass noch funktionstüchtige Geräte nicht direkt verschrottet werden, sondern weiterverkauft werden können. Und dieses Angebot findet laut Dirk Gröling, Geschäftsführer des Gebrauchtwarenzentrums in Witzenhausen, großen Anklang: „Besonders Großgeräte wie Herde oder Waschmaschinen sind heiß begehrt – die bleiben nicht lange hier“, meint er. Sogar eine sechsmonatige Garantie ist bei den Geräten mit inbegriffen, wenn sie vom Elektroprüfer des Gebrauchtwarenzentrum gecheckt wurden.

Funktionieren die Gerätschaften nun doch nicht mehr, werden sie fachgemäß entsorgt. In Kooperation mit der Genossenschaft der Werkstätten für behinderte Menschen (GDW) Kassel werden sogenannte Herstellerrücknahmen durchgeführt. Die hierbei zurückgenommenen Geräte werden anschließend in den Werkstätten der GDW in Kassel-Calden demontiert und die Einzelteile entweder weiterverkauft oder auf korrekte Weise entsorgt und bestmöglich recycelt. Dabei ist der Weiterverkauf der in den Geräten enthaltenen wertvollen Materialien wie etwa Kupfer oder Gold eine wichtige Finanzierungsquelle für die Werkstätten. Jährlich werden hier rund 250 Tonnen recycelt. „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dort haben eine anspruchsvolle Aufgabe, die sie selbst ausfüllt und dem Umweltschutz dient“, merkt Thomas Otto von der GDW dazu an. Das Programm hat damit neben der ökologischen auch eine soziale Komponente.

Darauf weist auch der Umweltdezernent des Kreises, Dr. Philipp Kanzow, hin: „Wir haben in den Gebrauchtwarenzentren also eine gute Verknüpfung von Umweltschutz und sozialer Arbeit.“ Diese Kooperation mit der GDW besteht seit bereits zehn Jahren. Vor allem in der jüngsten Zeit ist eine große Zunahme der abgegebenen Geräte zu erkennen. Betrug die Menge an gesammeltem Elektroschrott 2021 noch rund 21 Tonnen, so ist sie laut Kanzow 2023 auf mehr als 47 Tonnen gestiegen. Grund sei in großen Teilen die Öffentlichkeitsarbeit im vergangenen Jahr, wie Gabriele Maxisch, Umweltberaterin des Werra-Meißner-Kreises, berichtet. Ihr Blick in die Zukunft des Projekts wirkt überzeugend positiv. „Mal sehen, ob sich dieses tolle Ergebnis noch steigern lässt.“ (Felix Ellringmann)

Weitere Informationen: gebrauchtwarenzentrum2000.de

Seit 1998 am Markt

In den Gebrauchtwarenzentren in Eschwege und Witzenhausen bekommt alles eine zweite Chance: Möbel, Kleidung, Haushaltswaren und Elektrogeräte. 1998 hatte sich der Förderverein Arbeit, Recycling und Design gegründet und 1999 das Gebrauchtwarenzentrum in Witzenhausen eröffnet. 2013 kam das Pendant in Eschwege hinzu. Langzeitarbeitslose werden zudem durch die Beschäftigung in den Gebrauchtwarenzentren wieder in einen Arbeitsalltag eingegliedert. (ts)

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