VonHanns-Georg Szczepanekschließen
Für eine „starke Schiene“ in Hessen erneuert die Deutsche Bahn mit mehr als 50 Millionen Euro die Infrastruktur im Kinzigtal. Das hat Folgen für Reisende.
Kinzigtal - Um die Auswirkungen der damit verbundenen Arbeiten so gering wie möglich zu halten, setzt die Deutsche Bahn (DB) auf eine Bündelung der Bauarbeiten zwischen Hanau und Fulda in der Zeit vom 22. März bis 7. Juni.
Fulda-Frankfurt: Bauarbeiten auf der Bahnstrecke ab dem 22. März
Dabei setzen die Fachkräfte laut dem Schienenkonzern allein nördlich von Steinau bis nach Fulda parallel 38 verschiedene Bauvorhaben ins Werk. Auf dem Südabschnitt im Main-Kinzig-Kreis von Hanau bis Bad Soden-Salmünster setzt die DB weitere 24 Oberbauprojekte und Arbeiten für den Streckenausbau zwischen Hanau und Gelnhausen um.
Konkret sei dies die Erneuerung von 22 Kilometern Schienen und 49 Weichen, vor allem in den Bereichen zwischen Hanau und Langenselbold, Fulda, Flieden und Neuhof sowie in Gelnhausen und Steinau.
Außerdem sind zahlreiche Oberleitungsmasten zu gründen und begleitende Arbeiten im Bereich des Bahnhofs Gelnhausen zu tätigen, die Baugrube für eine neue Personenunterführung im Bahnhof Gelnhausen vorzubereiten und die Renovierung von 1,5 Gleiskilometern samt Einbau neuer Weichen zur Vorbereitung des viergleisigen Ausbaus der Strecke in Niedermittlau und Gelnhausen umzusetzen.
Da die Züge während der Arbeiten nicht regulär über die zum Teil baubedingt gesperrten Gleise fahren können, hat die Deutsche Bahn mit Aufgabenträgern, Verkehrsverbünden und Eisenbahnunternehmen „ein umfassendes Verkehrskonzept entwickelt“, heißt es in einer Pressemitteilung.
Bahnausbauarbeiten im Kinzigtal: Reisende müssen mit Einschränkungen rechnen
Demnach können die Züge im Nahverkehr je nach Bauphase eingleisig über die Strecke fahren. Vorrangig an Wochenenden, zu Ostern und nachts sind für die Regionalzüge ersatzweise Busse im Einsatz. Die Fern- und Güterzüge müssen im gesamten Bauzeitraum über alternative Routen umgeleitet werden.
Die Auswirkungen im Detail
Während der nächtlichen Streckensperrungen vom Freitag, 22. März, (22 Uhr) bis Donnerstag, 28. März, (4 Uhr) richtet die Deutsche Bahn zwischen Hanau und Fulda für die Fahrgäste einen Bus-Ersatzverkehr ein.
Am verlängerten Osterwochenende vom 28. März (22 Uhr) bis 2. April (4 Uhr) muss die Strecke Hanau–Fulda nach Angaben der Deutschen Bahn gesperrt werden. Auch in dieser Zeit verkehrt für die Fahrgäste ein Ersatzverkehr mit Bussen. Am 2. April können die Züge zwischen Bad Soden-Salmünster und Fulda fahren. In der Gegenrichtung, im Abschnitt Bad Soden-Salmünster–Hanau (Hauptbahnhof) sind weiter Ersatzbusse unterwegs.
Von Mittwoch, 3. April, (22 Uhr) bis Donnerstag, 16. Mai, (4 Uhr) fahren in den Nächten ersatzweise Busse im Streckenabschnitt von Langenselbold bzw. von Schlüchtern nach Fulda.
Außerdem kommt es an mehreren Wochenenden ab dem 22. März zu Sperrungen im genannten Streckenverlauf. Die Deutsche Bahn richtet in diesen Fällen für die Fahrgäste zwischen Schlüchtern und Fulda sowie zwischen Langenselbold und Fulda ebenfalls einen Ersatzverkehr mit Bussen ein.
Für den Fernverkehr heißt dies: Die ICE- und IC-Züge fahren während der Bauarbeiten über Umleitungsstrecken. Die Fahrzeiten verlängern sich dadurch je nach Verbindung um 30 bis zu 110 Minuten.
Dieses Umleitungs- und Ersatzkonzept sei bis Mitte Mai abgestimmt und wird sukzessive in Auskunftsmedien hinterlegt. Für die Etappe ab dem 17. Mai bis zum 7. Juni würden die Angebote noch abschließend entwickelt, weil in dieser Zeit weitere Baustellen im bundesweiten Schienennetz zu berücksichtigen seien. Die Bahn will hierüber im April noch ausführlich informieren.
Im Regionalverkehr können während des Bauzeitraums die Linien RE 5 (Frankfurt-Bebra), RE 50 (Frankfurt-Fulda) und RB 51 (Frankfurt-Wächtersbach) grundsätzlich nicht regulär verkehren. Hierbei sind laut der DB aber nicht immer alle Linien gleichermaßen betroffen.
Die Planer der Bahn seien bemüht, dass die Regionalzüge möglichst montags bis freitags tagsüber verschiedene Streckenabschnitte auf einem Gleis fahren. Einige Bauverfahren, etwa der Einsatz von Spezialmaschinen oder der Einbau von Weichen und Behelfsbrücken, erforderten jedoch Vollsperrungen. Dafür nutze die Bahn vor allem die nächtlichen Zugpausen, die Wochenenden, sowie die Schulferien, in denen jeweils weniger Pendler und Schüler unterwegs sind.
