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Mit der Goldnetz-Methode kann die Gebärmutterschleimhaut verödet werden. Das hilft Frauen mit starken Monatsblutungen. Im Raum Kassel wendet Dr. Konstantin Wagner die OP an.
Kassel – Frauen kurz vor den Wechseljahren leiden häufig unter starken und lang anhaltenden Monatsblutungen. In der Vergangenheit ist den Betroffenen dann oftmals eine Hormonspirale eingesetzt oder sogar die gesamte Gebärmutter entnommen worden.
Mittlerweile gibt es jedoch eine andere Möglichkeit: Mit der Goldnetz-Methode wird die Gebärmutterschleimhaut verödet. Seit einigen Monaten übernehmen in Deutschland die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für diese Operation. Im Raum Kassel wendet nach eigener Aussage bislang nur Dr. Konstantin Wagner mit seiner gynäkologischen Praxis in der Wilhelmshöher Allee 1 diese Methode an. Fragen und Antworten dazu.
Was ist die Goldnetz-Methode?
Viele Frauen haben kurz vor dem Beginn ihrer Wechseljahre Probleme mit den Monatsblutungen. „Im Körper kommt es zu Hormonschwankungen. Der Östrogenspiegel schwankt sehr stark, das führt bei einigen Frauen zu sehr starken, sehr lang andauernden Blutungen mit starken Schmerzen“, erklärt Dr. Konstantin Wagner, Gynäkologe in Kassel. Von den starken Blutungen betroffen sind häufig Frauen ab 45 Jahren.
Ist die Methode neu?
In den USA wird sie bereits seit mehr als 20 Jahren häufig eingesetzt, in Deutschland ist sie noch nicht so stark verbreitet.
Wie funktioniert sie?
Vor dem Eingriff wird die Größe der Gebärmutter mit einem speziellen Gerät in Stiftform ausgemessen. Die sogenannte Führungshilfe des Geräts „Nova Sure 5“ der Firma Hologic wird anschließend in die Gebärmutter eingeführt. „Dort wird das daran befestigte Goldnetz ausgeklappt, und durch einen Unterdruck legt sich die Gebärmutterschleimhaut an das Netz.
Den Rest macht das Gerät quasi von allein, da kontinuierlich der Gewebewiderstand gemessen wird“, erklärt Wagner. Deshalb sei auch die Fehlerquote enorm niedrig. Mit hochfrequentem Strom wird die Schleimhaut der Gebärmutter oberflächlich verödet, ohne hingegen die Muskulatur zu beschädigen.
Wie lang dauert der Eingriff?
Nur etwa zwei Minuten. „Vorher und nachher wird noch einmal mit einer Kamera geschaut, ob alles in Ordnung ist“, sagt Wagner. Die gesamte Vollnarkose mit Propofol dauere insgesamt nur etwa 15 Minuten. Eine anästhesistische Fachkraft ist dabei anwesend.
Was ist mit den Kosten für den Eingriff?
Die Goldnetz-Methode ist vergleichsweise teuer: „Man kann das komplette Gerät nur einmal verwenden. Es kostet fast 900 Euro“, sagt Wagner. Seit April 2023 werden die Kosten für das Gerät sowie die medizinische Leistung aber von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Die Patientin muss nichts selbst zahlen.
Was muss man bei der Operation beachten?
Etwa einen Tag lang machen sich gewöhnliche Beschwerden nach einer Narkose bemerkbar: „Man ist etwas durch den Wind.“ Außerdem können für etwa 24 Stunden Schmerzen wie bei der Periode auftreten.
„Die Frauen müssen nach der OP abgeholt werden, selbst Auto fahren dürfen sie nicht“, sagt Wagner. Man sollte sich einen Tag lang schonen und zur OP nüchtern erscheinen. Eine Nachuntersuchung mit einem Ultraschallgerät ist notwendig.
Sind die starken Blutungen nach der OP komplett verschwunden?
Durch die Verödung der Gebärmutterschleimhaut bleiben Blutungen meist komplett aus. In mehr als 90 Prozent der Fälle werden sie deutlich geringer, und auch die Schmerzen lassen nach, sagt der Mediziner, der in der Tagesklinik am Kirchweg pro Woche meist zwei Frauen mit der Goldnetz-Methode operiert. „Die Nachfrage ist schon jetzt groß“, sagt Wagner.
Wer kann einen Termin zur OP anfragen?
Jede Frau, auf die die Beschwerden zutreffen, kann einen Termin anfragen. „Die Familienplanung muss aber auf jeden Fall abgeschlossen sein“, betont der Gynäkologe. Denn eine Schwangerschaft sei zwar noch möglich, aber mit vielen Komplikationen verbunden. „Die Goldnetz-Methode ist deshalb auch keine Verhütungsmethode“, sagt Wagner. (Anna-Laura Weyh)
Kontakt: praxis-wagner-kassel.de
Die Spiekershäuserin Esrah Katharina Schneider ist Hebamme in einem Geburtshaus. Sie erzählt von ihren Aufgaben und den verschiedenen Möglichkeiten der Geburt.
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