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Die fabrikneuen ICEneo der Deutschen Bahn kommen nun mit einem frischen Innendesign auf die Schiene. Jetzt startete der erste Zug mit Fahrgästen - von Frankfurt nach Köln.
Immer mehr Menschen fahren immer länger Zug, sagt Michael Peterson, Personenfernverkehr-Vorstand der Deutschen Bahn. Was die Dauer betrifft, nicht immer freiwillig, möchte man hinzufügen.
Wohlfühlen sollen sich die Fahrgäste in jedem Fall. Deshalb bekommen die ICE ein frisches Innendesign. Am Montag ging der erste Zug in neuer Ausstattung auf die Strecke – es war der ICE 900 von Frankfurt am Main nach Köln.
Unerwünschtes E-Mail-Mitlesen: Sicht im ICEneo eingeschränkt
Die Bahn lässt erneut ihre Sitze überarbeiten; hier beschwerten sich Reisende. Es gebe mehr Verstellmöglichkeiten, verspricht das Unternehmen. Grautöne bestimmen bei den Bezügen das Bild in der ersten Klasse, in den anderen Wagen geht es ins Blaue - ähnlich wie in den Lounges für Vielfahrende und künftig in den Reisezentren.
Die Sicht nach vorne und hinten ist eingeschränkt, um unerwünschtes E-Mail-Mitlesen zu erschweren.
Bei dem Premierenfahrzeug handelt es sich um den 17. von insgesamt 90 bestellten Zügen des Herstellers Siemens Mobility. Schon die bisherigen ICE des Typs „Neo“ sind mit Fensterscheiben unterwegs, die Mobilfunkstrahlen durchlassen. Smartphone- und Tablethalterungen versüßen das Filmeschauen. Und eine Tür pro Seite ist speziell ausgestattet für Menschen mit eingeschränkter Bewegungsfähigkeit.
Deutsche Bahn: ICEneo bis zu 300 km/h schnell
Der Hersteller verspricht, alle 16 Tage ein weiteres Fahrzeug aus dem Werk Krefeld auszuliefern. Die achtteiligen Züge, zugeordnet der ICE-Flotte 3, gehören zu den stärksten der Deutschen Bahn. Sie können auf einigen Schnellfahrstrecken die dort erlaubten 300 Kilometer pro Stunde ausschöpfen.
Zum Vergleich: Die bis zu 13-teiligen ICE4 („XXL-ICE“), ebenfalls von Siemens Mobility, schaffen in der Regel nur 250 Kilometer pro Stunde. Manche sind schon nachgerüstet für Tempo 265. Ende des Jahres erhält die Bahn zudem die ersten von 79 ICE L des spanischen Herstellers Talgo - ebenfalls im jetzt vorgestellten Innendesign. Der Typ wird eher auf Nebenstrecken rollen und kommt dort auf 230 Kilometer pro Stunde. Bis zum Ende des Jahrzehnts könnten laut Peterson 460 ICE unterwegs sein - etwa Hundert mehr als bis Ende dieses Jahres angepeilt sind.
Der „ICEneo“ soll auch so schnell wie möglich jene Züge ersetzen, die bisher in die Niederlande und nach Belgien rollen. Der Wechsel auf von Deutschland abweichende Stromsysteme stellt an sie hohe technische Anforderungen. Die aktuellen Fahrzeuge erweisen sich als zunehmend störanfällig - was zu zahlreichen Ausfällen führt. Der „Neo“ hat die nötigen Versuchstouren bereits hinter sich; die Genehmigungen stehen noch aus.
Deutsche Bahn will im Fernverkehr 3500 Mitarbeiter:innen einstellen
Bleibt nur zu hoffen, dass es genügend Personal gibt, das die schicken Züge steuert. Bahn-Manager Peterson gibt sich hier optimistisch: Die Fernverkehr-Sparte werde im Jahr 2023 etwa 3500 zusätzliche Frauen und Männer einstellen - das seien 500 mehr als geplant, kündigte er im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau an. „Damit können wir den erweiterten Winterfahrplan fahren.“
Generalsanierung der Riedbahn
Ohne neue Züge und Personal, das sie fährt, wird die Bahn nicht vorankommen. Genauso entscheidend ist eine funktionierende Infrastruktur. Die Generalsanierungen sollen hier die Wende nach vorne bringen.
Los geht es auf der Riedbahn zwischen Frankfurt und Mannheim. Die Frankfurter Rundschau begleitet dieses Projekt eng. Alle Informationen zum Konzept, den konkreten Arbeiten und den Auswirkungen für Pendelnde und Reisende fassen wir auf unserer Themenseite zur Generalsanierung der Riedbahn zusammen.
Verkehrsminister Volker Wissing und Bahnmanager informierten sich über die Riedbahn vor Ort - und die FR war auch dabei. Die Reportage.
Rubriklistenbild: © Michael Bayer




