ICE L und ICE 3neo: Die neuen Super-Züge der Deutschen Bahn im Vergleich
VonOliver Schmitz
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Die Deutsche Bahn erweitert ihre Schnellzug-Flotte um dutzende Züge der Typen ICE L und IC 3neo. Wie sie aussehen, was sie können und worin sie sich unterscheiden.
Köln – Ganze 73 weitere ICE-Züge will die Deutsche Bahn in den kommenden Jahren auf die Schienen bringen. Das bedeutet für Passagiere nicht nur mehr Kapazitäten im Fernverkehr, sondern auch frische Züge. Denn für die Flottenerweiterung wurden die neuen Bahn-Modelle ICE L sowie ICE 3neo bestellt. Dabei handelt es sich um zwei sehr unterschiedliche Arten von Schnellzügen. Ein erster, vollständiger ICE L ist auch bereits in Deutschland angekommen. 24RHEIN zeigt, was die beiden ICE-Modelle ausmacht und wie sie aussehen.
ICE L wurde als EC-Zug konzipiert – und hat einen großen Vorteil
Hersteller: Talgo
Start: Oktober 2024
Geplante Stückzahl: 79 Züge (Option auf 21 weitere) – 23 davon wurden bereits vorher bestellt
Höchstgeschwindigkeit: 230 km/h
Leistung: 6400 kW (8700 PS)
Sitzplätze: 562 (85 in der 1. Klasse, 477 in der 2. Klasse)
Anzahl Wagen: 17 Stück
Länge: 256 Meter
Gewicht: 406 Tonnen (leer)
Besonderheiten: An allen Türen stufenloser Einstieg (am Standardbahnsteig mit 76 Zentimeter Höhe), neuer Sitztyp und mobilfunkdurchlässige Scheiben
Hinweis: Stand vom 19. Mai 2023 – alle Angaben ohne Gewähr
Schon beim ersten Blick auf den ICE L fällt auf, dass er sich von den bisherigen Schnellzügen der Deutschen Bahn unterscheidet. Mit 230 km/h ist er langsamer als das aktuelle „ICE 4“-Modell (250 km/h) und deutlich langsamer als die Vorgänger „ICE 3“ (320 km/h). Die Ursache ist der Zugtyp des ICE L. Im Gegensatz zu anderen ICEs handelt es sich dabei um eine sogenannte „Mehrsystemlokomotive“, mit der der grenzüberschreitende Verkehr (also Fahrten ins Ausland) deutlich einfacher möglich sind. Das heißt, er wird von einer extra Lok gezogen, wie aktuell auch andere IC- und EC-Modelle. Ursprünglich war der ICE L deshalb auch als „ECx“ geplant.
Seitdem hat sich aber viel getan. Mit der jetzigen Version des ICE L wird vor allem auf einen stufenlosen Einstieg und somit möglichst hohe Barrierefreiheit gesetzt. Die neue Bahn soll nach und nach die alten Intercity-1-Züge ablösen. Mit dem „L“ im Namen des neuen ICE-Zuges, möchte die Deutsche Bahn dieses Merkmal besonders hervorheben. Dieses steht für „Low Floor“, also dem englischen Begriff für „Niederflur“.
Neben der generell moderneren Inneneinrichtung verfügt der ICE 3neo auch über einige digital-fokussierte Neuerungen wie Tablethalter, besondere Reserviereungsanzeigen oder mobilfunkdurchlässige Scheiben.
Hinweis: Stand vom 19. Mai 2023 – alle Angaben ohne Gewähr
Auch wenn es teils noch Jahre dauert, bis alle ICE L und ICE 3neo in Deutschland unterwegs sind, arbeitet die Deutsche Bahn bereits kräftig an der Entwicklung der neuen ICE 5-Generation. Dabei dienen zwei Hightech-Modelle von Siemens und Alstom als Vorbild. (os) Fair und unabhängig informiert, was in Deutschland und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.