VonCaspar Felix Hoffmannschließen
Mit dem neuen Cannabisgesetz wird die Debatte über den Einfluss auf Jugendliche immer lauter. In Frankfurt diskutieren Experten über die Folgen.
Frankfurt – Das bevorstehende Inkrafttreten des neuen Cannabisgesetzes am Montag (1. April) sorgt bundesweit für Diskussionen, insbesondere in Fachkreisen der Pädagogik und Sozialarbeit. Ein kürzlich vom Drogenreferat der Stadt Frankfurt veranstaltetes Webinar mit mehr als 220 Fachleuten beleuchtete die vielfältigen Auswirkungen der Teillegalisierung von Cannabis, wie die Stadt Frankfurt am Freitag (22. März) mitteilte. Experten aus Suchthilfe und Polizei sowie Verantwortliche des Drogenreferats diskutierten die Konsequenzen für Prävention, Jugendschutz und Polizeiarbeit.
Nach dem neuen Gesetz dürfen Erwachsene künftig 25 Gramm Cannabis in der Öffentlichkeit mit sich führen und bis zu 50 Gramm zu Hause aufbewahren. Zudem wird der Anbau von bis zu drei Pflanzen für den Eigenbedarf legalisiert. Das Drogenreferat und die Polizei bereiten sich nach eigenen Angaben seit einiger Zeit auf die neue Rechtslage vor.
Neues Cannabisgesetz: Änderungen bei Prävention und Polizeiarbeit in Frankfurt
Eine repräsentative Umfrage unter Frankfurterinnen und Frankfurtern habe ergeben, dass die Mehrheit auch nach der Legalisierung keinen Cannabiskonsum plane, während ein kleinerer Teil den Konsum beibehalten oder wieder ausprobieren wolle, teilte die Stadt Frankfurt weiter mit.
| Weiterhin kein Cannabiskonsum | 61 Prozent |
|---|---|
| Beibehaltung des bisherigen Cannabiskonsums | 11,7 Prozent |
| Wissen noch nicht, wie sie reagieren | 13,5 Prozent |
| Wiederaufnahme des Cannabiskonsums nach längerer Abstinenz | 8 Prozent |
| Cannabis probieren | 3,6 Prozent |
Unklar ist, wie sich die Teillegalisierung auf Jugendliche auswirkt, für die der Konsum auch nach der Gesetzesänderung verboten bleibt. „Es kommt gut bei Jugendlichen an, wenn man ehrlich, sachlich und korrekt über Wirkungen und Risiken informiert“, sagte Stephanie Köster, Leiterin der Fachstelle Prävention. Wichtig sei der Bezug zur Lebenswirklichkeit der Jugendlichen. „Wenn man zum Beispiel über Folgen für Fahrerlaubnis und Führerschein spricht, nehmen Jugendliche Informationen sehr ernst.“
Suchtprävention und Beratung müssten sich an den Lebenswelten der Zielgruppen orientieren, betonte auch Oliver Krause vom Drogenreferat. Projekte wie „Rauchmelder“, die digitale und analoge Beratungsangebote kombinieren, seien Vorbilder für eine zeitgemäße Präventionsarbeit. Die Teillegalisierung von Cannabis erfordere nun neue Ansätze in der Aufklärung, insbesondere bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. (cas)
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