VonJutta Rippegatherschließen
Hessens Grüne brauchen frischen Wind. Dazu ist mehr nötig als zwei neue Gesichter.
Paukenschlag am Montagfrüh. Der Leidensdruck muss schon erheblich gewesen sein, wenn eine Co-Parteichefin wenige Wochen vor der Bundestagswahl hinschmeißt, gilt es doch, jetzt die Reihen geschlossen zu halten und alle Kraft darauf zu konzentrieren, die Partei ins beste aller Lichter zu rücken. Statt mit Inhalten beschäftigen die hessischen Grünen sich derzeit mit sich selbst. Nach knapp einem Jahr Amtszeit befindet sich der neu gewählte Vorstand wieder in der Abwicklung. Frischen Wind sollten die neuen Gesichter nach der versemmelten Landtagswahl symbolisieren. Doch wie es aussieht, können die Altgedienten schwer die Segel loslassen. So klappt das nicht mit dem Neustart.
Distanz zur Basis
Schon länger rumort es innerhalb der hessischen Grünen. Die Distanz zwischen langjährigen Berufspolitiker:innen und der Basis ist schon seit einiger Zeit spürbar. Bei Parteitagen ploppt das Thema immer wieder auf. Mit Hinweis auf anstehende Wahlen gelang es meist, die Kritiker:innen zu zügeln. Diesmal hat dieses Argument nicht gezogen. Kathrin Anders erklärt ihren Rücktritt als Co-Vorsitzende und rechnet in einem zweiseitigen Brief mit der Partei ab. Keine spontane Entscheidung, sondern wohl reiflich überlegt.
Ob andere Mitglieder ihre Kritik teilen, wird sich am Samstag zeigen. Bei einem Landesparteitag, der spannend werden könnte.
