Stadtkultur

Aus für Grüne-Soße-Festival in Frankfurt – Mögliche Lösung „können wir nicht machen“

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Das 18. Grüne-Soße-Festival wird das letzte in Frankfurt sein. Das Team sieht das Spektakel nicht mehr finanzierbar und sinniert über neue Formate.

Frankfurt – Seit 2008 malte ein Festival die Stadt jedes Jahr grün, satte 17 Mal wurde geschnippelt, probiert, gerockt und ganz viel gelacht. Selbst mit der Corona-Krise ging das Team extrem kreativ und gutgelaunt um. Doch jetzt ist Schluss: Das Spektakel 2025 wird das 18. und letzte Grüne-Soße-Festival in Frankfurt sein – zumindest vorläufig.

Das hat die Gründerin, Erfinderin und unermüdliche Promoterin des Festivals, Maja Wolff, jetzt bekanntgegeben. „Eigentlich hätten wir uns gar nicht vorstellen können, dass das Grüne-Soße-Festival irgendwann weg sein könnte“, sagt sie im Gespräch mit der FR. Immerhin sei es der größte kulinarische Wettbewerb weit und breit.

Grüne-Soße-Festival in Frankfurt 2025 zum vorerst letzten Mal – Massive Kostensteigerungen als Grund

„Die Gründe dafür sind so vielfältig wie die Soßen“, sagt Wolff. Eine der Hauptursachen: Geld – natürlich solches, das fehlt. „Seit Jahren steigen die Kosten für Zeltbau, Technik und Security“, zählt Wolff auf. Die Ausgaben, auf den Ticketverkauf umgelegt, würden den Preis für die Eintrittskarte auf das Doppelte hochschnellen lassen. „Das können wir nicht machen.“

Hinzu komme, dass die finanzielle Unterstützung durch Sponsoren zurückgegangen sei, dass die Menschen zudem seit Corona beim Ticketkauf zögerten und oft erst in letzter Minute entschieden, zu einem Ereignis zu gehen – oder eben nicht. Viel Servicepersonal, ein eigenes Spülteam für ein nachhaltiges Festival ohne Plastikgeschirr, alles Ausgaben, die mit dem inzwischen schleppenden Vorverkauf nicht mehr zu stemmen seien, sagt Wolff.

Sieben Gläser, sieben Soßen, aber welche ist die beste?

Das letzte Festival

Vom 17. bis zum 24. Mai lockt das Grüne-Soße-Festival ins Zelt auf den Frankfurter Roßmarkt - und schon vom 13. Mai an sind die Stände des Festival-Markts mit Imbiss und Getränken am Start.

Das Grüne-Soße-Festival sei immer weiter gewachsen zu einem Unternehmen mit mehr als 60 Menschen vor, auf und hinter der Bühne. In den Pandemie-Jahren improvisierte die Show mit einem Online- Auftritt – und erfand dann die Festspiele teilweise unter freiem Himmel vor der kräuterbepflanzten Klimawand. Ein immenser Aufwand. „Wir wollten unserer Stadt mit dem Festival jährlich ein Denkmal setzen und haben dafür immer wieder neue Ideen rund um die Grüne Soße entwickelt“, sagt Wolff. „Das lässt sich leider nicht einfach wegsparen.“

So heißt es also im Mai ein letztes Mal im Erkennungslied: „Über sieben Kräuter musst du gehen, sieben Grüne Soßen überstehen.“ – die „Oberräder Nationalhymne“, jeden Abend gesungen bis zur feierlichen Verkündung der Siegersoße. Ein rauschender Abgang soll es werden, ein großes Fest noch einmal mit den 49 Grünen Soßen.

Großes Finale zum Grüne-Soßen-Festival 2025 in Frankfurt geplant

„Wir fahren zum großen Finale nochmal ordentlich auf und zaubern mehr als sieben Soßen aus dem Hut“, versprechen Maja Wolff und Co-Veranstalter Torsten Müller. Das 2025er Programm hat vom 17. bis zum 24. Mai noch einmal acht Tage lang Musik, Comedy, Kabarett und Zauberei im Programm, dazu wie immer Grüne Soße zum Probieren und bewerten, Kartoffeln, Ei, Wein, Apfelwein, Bier und alkoholfreie Getränke, alles im Ticketpreis enthalten.

Und natürlich drumherum der Festival-Markt schon vom 13. Mai an mit Imbissständen rund um die Grüne Soße, langen Tischen und Bänken. Auch etwas, das künftig zur Grüne-Soße-Zeit arg in der City fehlen würde. Ist die Absage denn endgültig? „Das Festival, das wir jetzt machen, geht so nicht mehr, das ergibt keinen Sinn“, sagt Maja Wolff. „Aber wenn eine Tür zugeht, geht eine andere wieder auf.“ Das Team denke über neue Formate nach, wie „unser Nationalgericht“ und der Wettbewerb ums beste Rezept in Zukunft gefeiert werden könnte. Das Problem: Seit Corona gingen die Portemonnaies für Kultur nicht mehr so leicht auf, „die Leute haben Angst, sich festzulegen“, sagt Maja Wolff. Darunter habe nicht zuletzt die Kulturszene enorm gelitten. „Und hat der gesamte Kulturbereich inklusive Politik auch einen Auftrag, das aufzufangen.“ Die vielfach engagierte Schauspielerin und Sängerin stieß während der Pandemie mit dem Verein „Grie Soß United“ selbst eine Initiative an, um den plötzlich der Bühnen beraubten Künstlerinnen und Künstlern unter die Arme zu greifen.

„Wir haben bestimmt neue Ideen“, blickt Wolff nach vorne. Daher der Zusatz „vorläufig“ beim Adieu zum Roßmarkt-Spektakel. „Und wir sind unendlich dankbar für so viele Jahre Grüne-Soße-Festival.“

Rubriklistenbild: © Michael Schick

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