VonRosemarie Gerhardyschließen
Der Matratzen- und Bettenhersteller Breckle in Northeim schließt seine Türen. Ein möglicher Investor aus Osteuropa ist abgesprungen.
Northeim – Der traditionsreiche Northeimer Matratzen- und Bettenhersteller Breckle wird spätestens Anfang August seine Pforten für immer schließen. Das wurde den Mitarbeitern am Mittwoch in einer Betriebsversammlung mitgeteilt, bestätigte Geschäftsführer Christian Paar auf HNA-Anfrage.
Man hatte gehofft, das in wirtschaftliche Schieflage geratene Unternehmen retten zu können, indem man einen Investor findet. Doch ein Interessent aus Osteuropa sei nun „wegen der allgemeinen Lage in Deutschland“ abgesprungen, berichtet Paar.
Matratzen- und Bettenhersteller Breckle in Northeim schließt Werkstore – Investor ist abgesprungen
Bereits Ende März hatte das Northeimer Unternehmen Insolvenz beim Amtsgericht Göttingen angemeldet. Als vorläufiger Insolvenzverwalter wurde der Jurist Rainer Eckert von der Hannoverschen Kanzlei Eckert Rechtsanwälte eingesetzt.
Im März war man noch optimistisch, einen Investor finden zu können. Doch diese Hoffnung habe sich nun zerschlagen. Betroffen von der Schließung sind die Breckle GmbH Matratzenfabrik, die Breckle Polsterbetten GmbH, die Lapur GmbH und die darüberstehende PB Holding GmbH Northeim. Eventuell gebe es für die Lapur- Schaumproduktion noch einen Interessenten, so Paar, aber dazu könne er noch nichts Genaueres sagen.
Zum Unternehmen
Die Breckle GmbH wurde 1932 von Emil Breckle in Benningen gegründet. Die 1975 erbaute und 2014 um eine Schäumerei erweiterte Produktions- und Vertriebsstätte in Northeim zählt zu den größten Matratzen- und Polsterbettenwerken Europas. Die Familie Breckle verkaufte 2020 das Northeimer Unternehmen an eine Hamburger Unternehmerfamilie. Bis zu 3000 Matratzen täglich wurden zeitweise in Northeim hergestellt sowie Lattenroste und Boxspring-Betten.
Für rund 250 Mitarbeiter bedeutet die Schließung des Werks nun den Verlust des Arbeitsplatzes. 100 Mitarbeiter wurden bereits freigestellt, weitere sollen laut Paar nun folgen. Mit einer „Rumpfmannschaft“ werden nun noch letzte, offene Aufträge abgearbeitet, so Paar. Dann sei endgültig Schluss. Er bedauere die Entscheidung sehr, da ihm das Unternehmen in den vergangenen zweieinhalb Jahren seiner Zugehörigkeit sehr ans Herz gewachsen sei. Doch schon bei seinem Eintritt in die Firma sei leider vieles schon nicht mehr in Ordnung gewesen.
Betriebsratsvorsitzender Henning Rosenau ist von der Schließung sehr betroffen, denn alle hätten bis zuletzt auf eine Rettung gehofft. Besonders enttäuschend sei, dass es keine Transfergesellschaft geben wird, denn dafür sei laut Insolvenzverwalter nicht genügend Kapital vorhanden.
Herber Schlag für den Wirtschaftsstandort Northeim
Northeims Bürgermeister Simon Hartmann (SPD) zeigt sich sichtlich, betroffen: „Das ist ein harter Schlag für den Wirtschaftsstandort Northeim und eine schwierige Situation für die Beschäftigten, die nun in unsicheres Fahrwasser entlassen werden.“ Er kündigte an, Unterstützung anzubieten, wo immer es möglich sei.
(Rosemarie Gerhardy)
Auch die Metzgerei Prado in Kassel muss sich von ihrer Kundschaft verabschieden. Der Betrieb schließt noch im Juni.

