Anschlüsse in Felsberg

Arbeiten vor sechs Monaten bei Anwohnern angekündigt – nun kommt doch kein Glasfaser-Ausbau

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Glasfaserplus zieht sich aus Felsberg zurück. 
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Die Anwohner von Felsberg im Schwalm-Eder-Kreis müssen nun auf Alternativen zurückgreifen: Die Firma Glasfaserplus, die einst einen Glasfaser-Ausbau angekündigt hatte, zieht sich zurück.

Felsberg – Glasfaserplus zieht sich aus Felsberg zurück. Das Gemeinschaftsunternehmen der Deutschen Telekom und des IFM Global Infrastructure Funds wird keinen Glasfaser-Ausbau vornehmen.

Dies geht aus Schreiben hervor, die Kunden der Telekom zugesandt bekommen haben. „Der Auftrag für Ihren Glasfaser-Anschluss wurde storniert“ heißt es darin. Und: „Leider kann der Glasfaser-Ausbau in Felsberg nicht realisiert werden.“

Firma Glasfaserplus nicht für Glasfaser-Ausbau in Felsberg beschäftigt

Noch vor sechs Monaten wurden Bewohner der Felsberger Kernstadt angeschrieben und der Ausbau dort angekündigt. Alle, die über die Telekom nun den Glasfaser-Anschluss durch Glasfaserplus beauftragt hatten, schauen nun in die Röhre, was Glasfaser angeht.

„Die Glasfaserplus kalkuliert ihre Ausbauvorhaben grundsätzlich gründlich und gewissenhaft, immer mit dem Ziel, möglichst viele Haushalte mit dem Netz der Zukunft zu erschließen“, heißt auf Anfrage von dem Unternehmen. Das Ergebnis dieser Kalkulation zwinge Glasfaserplus nun dazu, von den ursprünglich vorgestellten Ausbauplänen in Felsberg Abstand zu nehmen und sich „vollständig aus der Kommune zurückzuziehen“.

Es würden bei der Analyse Faktoren wie Inflation, steigende Baukosten, Personalverfügbarkeit der Baupartner sowie Wettbewerbsaktivitäten berücksichtigt werden, heißt es von Glasfaserplus auf die Frage, ob der Rückzug etwas mit dem fortgeschrittenen Ausbau von Unsere Grüne Glasfaser (UGG) zu tun hat. UGG hat nach Angaben des Felsberger Stadtrats Hartmut Wagner bereits 80 bis 85 Prozent der Kernstadt ausgebaut.

Stadt bekam keine Information

Zu dem Vorhaben von Glasfaserplus und der Telekom habe die Stadt keine offizielle Information erhalten. Zu dem wohl nun ausbleibenden Doppelausbau heißt es aus dem Rathaus: „Natürlich geschieht das Aufreißen der Straßen nicht ohne Grund, jedoch möchten wir stets für unsere Bürgerinnen und Bürger, dass die negativen Beeinträchtigungen durch die Glasfaserverlegung so gering wie möglich ausfallen.“

Glasfaserplus baut in Melsungen aus

Aus Felsberg zieht sich Glasfaserplus zwar zurück, in Melsungen baut das Unternehmen aber aus. „Es gibt keine weiteren Kommunen im Schwalm-Eder-Kreis, die wir entgegen vorgestellten Planungen doch nicht realisieren“, heißt es von Glasfaserplus auf Anfrage. Dazu gehören noch Wabern, Borken, Homberg und Fritzlar. „Ein Gebietsrückzug der Glasfaserplus kommt nur in sehr seltenen Ausnahmefällen vor.“

Für die Kunden, die nun kein Glasfaser-Anschluss bekommen, bietet die Telekom in ihrem Stornierungsbrief an, „Alternativen für schnelles Internet“ zu besprechen. Dazu zählt, dass die Kunden bis Jahresende die Möglichkeit haben, „Next Speed for free“ zu nutzen. Damit erhalten sie die nächsthöhere Bandbreite dauerhaft für denselben Preis, den sie derzeit bezahlen, teilt die Telekom auf Anfrage mit. (waq)

Im Café „Einfach nur so“ an der Felsberger Obergasse ist seit einem Monat wieder was los. Und das nicht zu knapp, wie Inhaber Christian Jacob und Mitarbeiter Hans-Georg Finke berichten.

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