89 Absolventen

OG-Schüler in Eschwege bekommen ihre Abiturzeugnisse

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Glückliche Absolventen: 89 Schülerinnen und Schüler haben das Abitur am Oberstufengymnasium bestanden. Am Freitagnachmittag wurden ihnen ihre Zeugnisse nach einer Feierstunde überreicht. Alle
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Den Mut zu haben, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen, das sei einer der Aufträge gewesen, die das Kollegium des Oberstufengymnasiums (OG) für diesen Abitur-Jahrgang 2024 übernommen habe.

Eschwege – Das berichtete Schulleiterin Marion Lentz während der feierlichen Verabschiedung der Schülerinnen und Schüler. Der Plan der sieben Tutoren und ihrer Kollegen: den Schülern eigenständiges Denken zu lehren. Das hätten die 89 erfolgreichen Abiturienten während der Prüfungen bewiesen. Jetzt ist ihre Schulzeit beendet.

Abi-Jahrgang vom Oberstufengymnasium Eschwege erlebte Pandemie in Mittelstufe mit

Der aktuelle Abiturjahrgang hat die Pandemie voll miterlebt. Als es losging, waren sie am Ende der Mittelstufe. „Die Phase, in der die Grundlagen für die Oberstufe gelegt werden“, sagte Lentz in ihrem Rückblick. Die Einführungsphase im Jahrgang elf habe deshalb dazu gedient, Rückstände aufzuholen.

Bestes Abitur: Rayhana Yasmin Djeloul und Alix Bürmann haben am Ende eine 1,1 erreicht. Dr. Michael Gerloff (rechts) und Georg Hofmann vom Förderverein haben sie deshalb besonders geehrt.

Das hat nicht bei allen geklappt. 115 Schüler sind 2021 in fünf Tutorengruppen gestartet. Ab der zwölf waren es sieben Tutorengruppen, die von Katharina Gatzemeier, Dr. Jürgen Freitag, Ursula Döring, Marion Lentz, Thorsten Wolff, Tanja Peters und Anke Salzburger geleitet wurden.

99 wurden zum Abitur zugelassen, 89 haben am Ende die Reifeprüfung bestanden.

Bestenehrung für besondere Leistungen der Eschweger OG-Abiturienten

Am besten haben das Alix Bürmann und Rayhana Yasmin Djeloul gemeistert. Die Schülerinnen hatten am Ende mit 1,1 die besten Durchschnittsnoten und wurden vom Förderverein des Oberstufengymnasiums deshalb in besonderer Weise gewürdigt. Aber auch andere Schüler warteten mit außergewöhnlichen Leistungen auf und wurden dafür ausgezeichnet.

Den Scheffel-Preis im Fach Deutsch bekam Franka Horn. Der Wenten/Weinstein-Preis in Englisch ging an Mika Bergt, der Prix des francophiles an Leonie Sprenger. Chiara Bergner, Nina Eyrich, Antonia Salzburger und Lasse Schmandt waren besonders erfolgreich in Musik, Johannes Furch und Maximilian Schmidt im Aufgabenfeld II.

Sind in verschiedenen Kategorien die besten ihres Jahrgangs: Liese-Lotte Ludwig, Lara Knigge (Biologie), Franka Horn, (Deutsch), Mika Bergt (Englisch), Johannes Furch, Maya Biertümpfel, Marla Hoffmann (Soziales Engagement und Religion), Maximilian Schmidt (AF II), Antonia Salzburger, Chiara Bergner, Lasse Schmandt, Nina Eyrich (Musik), Timon Bohnhardt (Mathematik), Tom Iwanyzkyj (Physik), Jean-Luc Meister (Herausragendes soziales Engagement), Jannik Fischer und Clara-Marie Siebke (Chemie) sowie Leonie Sprenger (Französisch).

Der Preis der evangelischen Kirche von Kurhessen Waldeck ging an Marla Hoffmann, die zusammen mit Johannes Furch und Maya Biertümpfel auch für ihr soziales Engagement für die Schulgemeinde geehrt wurde. Herausragend sei hier der Einsatz von Jean-Luc Meister gewesen. Er fährt auf Einladung des Bundestagsabgeordneten Michael Roth für drei Tage in die Bundeshauptstadt Berlin.

Die Gesellschaft deutscher Chemiker ehrte Jannik Fischer und Clara-Marie Starke. Der Karl-von-Fritsch-Preis in Biologie ging an Liese-Lotte Ludwig und Lara Knigge. Timon Bohnhardt wurde von der deutschen Mathematiker-Vereinigung ausgezeichnet, Tom Iwanyzkyj von der Deutschen Physikalischen Gesellschaft.

Der Chor der Eschweger Gymnasien unter der Leitung von Andreas Worm begleitete die Verabschiedung mit einem Medley aus James-Bond-Titelsongs. Das Orchester unter der Leitung von Anke Salzburger spielte drei Stücke. Antonia Salzburger und Nina Eyrich sangen „A million dreams“, Lasse Schmandt „All of me“. Am Samstagabend feierten Schüler mit Lehrern und Eltern einen heißen Abiball in der Stadthalle.

Neuerungen und Herausforderungen für Abi-Jahrgang am Oberstufengymnasium

Digitalisierung und Künstliche Intelligenz (KI) seien die Herausforderungen, denen Lehrer und Schüler dieses Jahrgangs bereits voll ausgesetzt waren. „Chat GTP war unser bester Freund, wenn es darum ging, die Lernzeit zu verkürzen“, sagte Jean-Luc Meister, der die Abschiedsrede für die Schülerschaft hielt.

Schulleiterin Lentz befürchtete in ihren Rezitierungen eher, dass durch KI das Denken ausgelagert werde. Das führe zu Abhängigkeiten. Digitalisierung biete für die Schüler sicher mehr Möglichkeiten, beim Lernen sei die analoge Variante aber die bessere.

Gemeinsam Erinnerungen geschaffen

Egal wie: Es sei nicht immer einfach mit ihnen gewesen, hatte Jean-Luc Meister in seiner Ansprache im Namen der Schüler Verständnis für die Lehrer. „Aber seien Sie beruhigt: Uns ging es genauso“, frotzelte er. Gemeinsam hätten Schüler und Lehrer aber Erinnerungen geschaffen, die blieben.

Bis zum Abitur hätten sich die Schüler mit Fächern beschäftigen müssen, die ihnen vorgegeben wurden. Auf die persönlichen Befähigungen sei da wenig Rücksicht genommen worden.

„Aber schulische Leistungen definieren uns als Menschen nicht“, sagte er. Er dankte den Lehrern besonders, die die Schüler auch als Menschen wahrgenommen hatten. Und für seine Mitschüler hatte er noch eine Hoffnung für die Zukunft: „Macht etwas, in dem ihr gut seid oder Spaß habt. Am besten beides.“

Jubiläen am Oberstufengymnasium in Eschwege

Auf zwei Jubiläen ging Lentz in ihrer Rede noch ein. Zum einen hatte dieser Jahrgang dazu beigetragen, dass das 50-jährige Jubiläum des Oberstufengymnasiums im vergangenen Jahr gefeiert werden konnte. Sie beteiligten sich an den Sportveranstaltungen am Samstagvormittag und gestalteten den Teich neu. Das habe ebenso zum Gemeinschaftsgefühl beigetragen wie die Studienfahrt nach Prag.

Und auch das Jubiläum des Grundgesetzes (75 Jahre) sprach Lentz an und bezeichnete die deutsche Verfassung als ein großartiges Geschenk. . Wenn die Abiturienten jetzt in die Welt hinauszögen, sollten sie ebenso für Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität einstehen: „Mit Herz und Verstand.“

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