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Der italienische Star-Architekt Stefan Boeri gestaltet den Pavillon des Ehrengastlands Italien auf der Frankfurter Buchmesse im Oktober 2024.
Frankfurt – Italien wird von 16. bis 20. Oktober 2024 Ehrengastland auf der Frankfurter Buchmesse sein. Es ist der zweite Ehrengastauftritt Italiens dort, der erste war 1988. Die Veranstaltung steht unter dem Motto „Verwurzelt in der Zukunft“: Etwa hundert Autorinnen und Autoren würden beim Gastlandauftritt erwartet, berichteten die Verantwortlichen am Dienstag im Frankfurter Literaturhaus.
Während Schriftsteller:innen wie Umberto Eco und Elena Ferrante auch in Deutschland bekannt seien, wolle der Gastlandauftritt auch jungen Autorinnen und Autoren eine Plattform schaffen, um mehr Bekanntheit zu erlangen.
Frankfurter Buchmesse 2024: Italien in der Gastland-Rolle
Beispielhaft sprachen die Autorinnen Ginevra Lamberti („Der Aufruhr unserer Herzen“) und Anna Giurickovic Dato („Das reife Mädchen“), die aus der Generation Y oder Millennials stammen, über ihre Bücher. Zur Frankfurter Buchmesse sollen etwa 600 Übersetzungen aus dem Italienischen ins Deutsche vorliegen, führte Innocenzo Cipolletta, der Vorsitzende des italienischen Verlegerverbands, aus. Jährlich gebe es etwa 70 000 Neuerscheinungen auf Italienisch.
Neben zahlreichen Lesungen auf dem Messegelände und im Stadtgebiet veranstalten das Ehrengastland und Partner ein umfangreiches Begleitprogramm zur Buchmesse. Es beginnt mit einem Konzert mit Werken von Puccini und Rossini in Dortmund am 12. Juni und setzt sich mit einem Konzert in Berlin unter anderem mit Stücken von Wolfgang Rihm und Ravel am 29. August fort.
Frankfurter Buchmesse 2024: Konzerte zu Puccini und Verdi
In Frankfurt stehen Konzerte in der Alten Oper am 15. Oktober (Arien von Puccini) und 16. Oktober (italienische Tänze) auf dem Programm. Die italienischen Sänger Piero Barone, Ignazio Boschetto und Gianluca Ginoble treten als „Il Volo“ am 19. Oktober in der Frankfurter Festhalle auf. Die Oper Frankfurt nimmt Verdis „Rigoletto“ von Oktober an erneut in den Spielplan auf.
Den Ehrengastpavillon auf der Frankfurter Buchmesse hat der Architekt Stefano Boeri gestaltet, der durch den Bau von begrünten Hochhäusern, etwa dem Bosco Verticale in Mailand, bekannt geworden ist. Boeri will den Pavillon als eine italienische Piazza gestalten, einen offenen Platz, der von Kolonnaden gerahmt sei, wie sie aus der klassischen griechischen und römischen Architektur bekannt seien. Auf etwa 400 Quadratmetern sei Platz für die zahlreichen Literaturveranstaltungen und für Gespräche.
Auf weiteren 200 Quadratmetern würden kleinere Räume zu verschiedenen Themen gestaltet. So gebe es etwa eine Ausstellung zu Goethe und dessen „Wahlverwandschaften“, zu Illustration und Comic, zu digitalisierten Ausgaben von botanischen Handbüchern und Rezepten aus dem 16. bis 19. Jahrhundert. „Wein und Essen made in Italy“ wird ebenfalls eine Rolle spielen. Es soll auch Lesungen im Dunkeln geben.
„Wein und Essen made in Italy“: La Dolce Vita auf der Frankfurter Buchmesse
„Unsere deutschen Freunde kommen oft zu uns. Nun wollen wir Italien nach Frankfurt bringen“, versprach der italienische Botschafter in Deutschland, Armando Varricchio. Im Pavillon gebe es auch eine Ausstellung zu Nova Gorica (Slowenien, Ehrengast 2023 auf der Frankfurter Buchmesse) und Gorizia (Italien), die gemeinsam europäische Kulturhauptstadt 2025 sind.
„Ich hoffe, Sie lassen uns nicht erneut 36 Jahre bis zum nächsten Gastlandauftritt warten“, sagte Mauro Mazza vom Gastlandkomitee. Er trägt den barocken Titel „Außerordentlicher Beauftragter der Regierung für die Koordinierung der Aktivitäten im Zusammenhang mit der Teilnahme Italiens als Ehrengast an der Frankfurter Buchmesse“. (Florian Leclerc)

