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Was sonst nur in der Polarregion zu sehen ist, hat sich nun auch am Rhöner Nachthimmel gezeigt: Polarlichter. Eine Fotografin aus der Region konnte das seltene Naturschauspiel mit ihrer Kamera einfangen.
Rhön - Infolge eines Sonnensturms können über Deutschland Polarlichter zu sehen sein. Das hatte die Vereinigung der Sternfreunde im hessischen Heppenheim Anfang der Woche angekündigt. Und so kam es, dass das Naturschauspiel am Dienstagabend (19. September) über der Wasserkuppe in der Rhön zu sehen war. Das Himmelsspektakel konnte die Fotografin Martina Junk aus Fulda mit ihrer Kamera festhalten.
Rhön: Polarlichter über der Wasserkuppe - Foto zeigt Naturschauspiel
Das beeindruckende Foto, das uns Junk zur Verfügung gestellt hat, hat sie auf der Abtsrodaer Kuppe unterhalb der Wasserkuppe aufgenommen. „Auf dem Bild sieht man außer den rosafarbenen Polarlichtern noch die Milchstraße und grünlich schimmernden Airglow. Dieser tritt häufig zusammen mit schwachen Polarlichtern auf“, erklärt sie gegenüber unser Zeitung.
Außerdem verrät die Fotografin Details - unter anderem ihre Kamera-Einstellungen: „Das Foto wurde mit einer Langzeitbelichtung von zehn Sekunden und einem lichtstarken Objektiv (f1. 8) um 21.20 Uhr bei sehr starkem Wind aufgenommen.“
Mit dem bloßen Auge war das bunte Naturschauspiel in der Rhön am Dienstag übrigens nicht oder nur schwer zu erkennen. „Wäre es länger gewesen, hätte man es vielleicht ganz schwach erkennen können“, antwortete Martina Junk einem interessierten Instagram-User auf eine Frage in diese Richtung. Doch die Fotografin, die eine Vorliebe für Aufnahmen aus der Natur hat, ist optimistisch. „Vielleicht gibt‘s ja die Möglichkeit mal irgendwann“, so Junk, „hat ja gerade erst angefangen“.
Wann und in welcher Region die Polarlichter noch zu sehen sind, ist noch unklar. „Im Zweifelsfall in der Nacht oder am frühen Morgen einfach mal rausschauen“, rät Carolin Liefke von der Vereinigung der Sternfreunde. Die besten Chancen hätten Menschen auf dem Land bei klarem Himmel, während in den hellen Großstädten Polarlichter weniger auffielen.
Die Sonnenaktivität hat in den vergangenen Monaten zugenommen, mehr Sonnenstürme entstehen. Im Norden Deutschlands waren etwa im März bereits Polarlichter zu sehen. Ursache sind Sonneneruptionen, bei denen es zu einem sogenannten koronalen Massenauswurf Richtung Erde kommt, der aus Elektronen, Protonen und Atomkernen besteht.
Video: Magisches Phänomen - Die Polarlichter tanzen wieder
Weil Bestandteile des Plasmas elektrisch geladen sind, wechselwirken sie mit dem Erdmagnetfeld und stauchen es quasi zusammen. Durch magnetische Kurzschlüsse im Schweif des Erdmagnetfeldes werden Teilchenströme in die Polarregionen erzeugt, die die Luftteilchen zum Leuchten anregen, was als Polarlicht sichtbar wird.
Auch im August war über der Rhön ein besonders Naturschauspiel zu sehen. Bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde konnte man am nächtlichen Himmel beobachten. (mit dpa-Material)
Wie hna.de berichtet konnte man Anfang des Jahres vielerorts in Deutschland Polarlichter beobachten. Unter anderem war das Naturschauspiel auch über den Kassler Bergen zu sehen.