Keine Verletzten

Blitzeinschlag, Stromausfall, Überschwemmungen: Unwetter sorgt für mehrere Einsätze

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    Anja Hildmann
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In der Nacht tobte ein Unwetter in Osthessen. Die Feuerwehren der Region hatten alle Hände voll zu tun. Verletzt wurde aber glücklicherweise niemand.

+++ 15.37 Uhr: Die höchste Niederschlagsmenge in der Region wurde mit 43,9 Litern in Schlitz gemessen, berichtet Meteorologe Oliver Reuter auf Nachfrage unserer Zeitung. „Das Ereignis lässt sich als starkes Unwetter einordnen. Es war kein einfaches Hitzegewitter, sondern eine große Gewitterfront, die vielerorts für Schäden sorgte“, so der Wetter-Experte aus Eiterfeld.

Unwetter in Hessen: Wasserstände steigen - Gartenschau-Brücke kurz gesperrt

Die heftigen Regenschauer sorgten in der Nacht zu Donnerstag im Vogelsbergkreis für insgesamt 74 Einsätze der Feuerwehren. Einen Großteil davon - nämlich 41 Einsätze - verzeichnete die Feuerwehr der Stadt Alsfeld, wie Stadtbrandinspektor Daniel Schäfer berichtet.

Für die Fuldaer Feuerwehr blieb es in der Gewitter-Nacht verhältnismäßig ruhig: „Wir hatten 21 Einsätze, aber es war gut zu handeln“, bilanziert Oliver Schmidt von der Feuerwehr Fulda-Mitte.

Durch die starken Regenfälle in der Nacht sind die Pegelstände in Hessen angestiegen - auch die Fulda ist teilweise übergetreten.

Aufgrund des starken Regens stiegen in ganz Hessen die Wasserstände. Das bekam auch die Landesgartenschau in Fulda zu spüren. Zwischenzeitlich war eine Fußgängerbrücke auf dem Gelände gesperrt, und kritische Stellen am Damm wurden verstärkt. „Aber nur als reine Vorsichtsmaßnahme, falls die Wetterlage sich wieder verschlechtert“, so LGS-Geschäftsführer Marcus Schlag. Bis auf ein paar weggeflogene Schirme hätte es keine Schäden auf dem Gartenschau-Areal gegeben.

+++ 13.48 Uhr: Nun hat auch der Main-Kinzig-Kreis eine erste Bilanz der Gewitternacht bekanntgegeben. Demnach sei es zu zahlreichen vollgelaufene Kellern und einigen umgefallenen Bäumen gekommen sein. Der erste vollgelaufene Keller wurde um 21.30 Uhr in Schöneck gemeldet, zahlreiche weitere Anrufe folgten über Stunden hinweg. Die Zentrale Rettungsleitstelle Main-Kinzig hatte kurzfristig Personal verstärkt, um alle eingehenden Anrufe entgegen nehmen zu können.

Unwetter-Einsätze: Blitzeinschlag, Stromausfall, Überschwemmungen

246 vollgelaufene Keller wurden registriert (davon 36 in Hanau), wobei davon auszugehen ist, dass die tatsächliche Zahl um einiges höher liegen dürfte. 24 Bäume stürzten um, Menschen wurden jedoch nicht verletzt. So gut wie alle Feuerwehren dürften während der gesamten Nacht im Einsatz gewesen sein. Alarmiert wurde auch die DLRG Maintal. Die Straßenmeistereien von Hessen mobil rückten ebenfalls aus. Derzeit werden noch immer Keller ausgepumpt, da vielerorts Schäden erst am Morgen festgestellt wurden.

+++ 11.44 Uhr: Das Unwetter mit Starkregen hat in der Nacht zum Donnerstag auch zahlreiche Schäden in Unterfranken verursacht. Die Feuerwehren im Landkreis Aschaffenburg waren mit rund 600 Kräften an über 350 Einsatzstellen gefordert. Besonders betroffen war die Gemeinde Laufach, wo mehrere Bäche über die Ufer traten und Straßen, Keller und Gebäude überfluteten, wie die Kreisbrandinspektion Aschaffenburg mitteilte. Über Verletzte sei bislang nichts bekannt.

In Großostheim und Stockstadt wurde die Feuerwehr ebenfalls zu mehreren Einsätzen alarmiert - hier waren meist vollgelaufene Keller vom eingedrungenen Wasser zu befreien oder umgestürzte Bäume zu beseitigen.

Im weiteren Verlauf der Nacht zog das Unwetter in den Kahlgrund. In Schöllkrippen richtete die Kahl dabei größeren Schaden an: Der dortige Ortsteil Langenborn ist aufgrund von Brückenarbeiten derzeit nur über eine asphaltierte Behelfszufahrt zu erreichen. Die kurzzeitig angeschwollene Kahl überschwemmte und unterspülte diese Zufahrt. Äste im Wasser beeinträchtigten die Tragfähigkeit des Bauwerks, so dass dieses wieder neu hergestellt werden muss und der Ortsteil Langenborn seit Donnerstag nur über einen größeren Umweg zu erreichen ist.

Im Landkreis Main-Spessart trat die Aura wegen des Starkregens über die Ufer. In der nach dem Fluss benannten Ortschaft Aura im Sinngrund wurde die Hauptstraße stark überflutet. Das Wasser gelang in mehrere Keller, die von der Feuerwehr leergepumpt wurden.

Update vom 17. August, 9.29 Uhr: Am Mittwochabend, gegen 21.37 Uhr, trafen mehrere Unwetterzellen das Stadtgebiet Hanau. „Innerhalb von wenigen Minuten häuften sich die Einsätze in der gesamten Stadt Hanau, dass kurzer Hand Vollalarm für alle Stadtteile ausgelöst wurde“, teilte die Feuerwehr der Stadt mit.

Der Schwerpunkt der Einsätze lag bei umgestürzten Bäumen und Wasser in Kellern und Gebäuden. Es wurden keine Personen verletzt. 130 Einsatzkräfte waren rund fünf Stunden im Einsatz und konnten rund 55 Einsätze abarbeiten.

Erstmeldung vom 17. August, 6.55 Uhr: Fulda - Bereits am Freitagmittag kam vom Deutschen Wetterdienst (DWD) eine Vorabinformation, die ein schweres Gewitter im Kreis Fulda ankündigte. Am späten Abend gingen dann auch die amtlichen Unwetterwarnungen ein, zuletzt sogar vor einem extremen Gewitter (Stufe 4 von 4), mit dem Appell, den Aufenthalt im Freien möglichst zu meiden.

„Bei uns war es insgesamt nicht so schlimm“, bilanziert ein Sprecher der Polizei in Fulda am Donnerstagmorgen. Zwar habe es in der Nacht einige Einsätze gegeben, aber zu Personenschäden sei es glücklicherweise nicht gekommen.

Im Hanauer Stadtgebiet kam es zu Überschwemmungen.

Für Feuerwehr-Einsätze sorgten unter anderem Schlamm auf den Straßen sowie Bäume und Äste, die auf die Fahrbahn gerieten. Auch Gullydeckel wurden durch den Starkregen angehoben. In Hauswurz kam es zu einem Stromausfall, für den möglicherweise das Unwetter die Ursache war. Dieser konnte jedoch schnell behoben werden.

Ein Blitzeinschlag sorgte in Alsfeld-Reibertenrod für Aufregung. Gegen 23.20 Uhr meldete die Leitstelle Vogelsberg einen Gebäudebrand in der Willingshäuser Straße. Durch den Blitzeinschlag kam es zu einem Entstehungsbrand in der Zwischendecke zwischen dem obersten Wohngeschoss und dem Dachgeschoss, berichteten Reporter vor Ort.

In einem Haus in Alsfeld ist in der Nacht ein Blitz eingeschlagen.

„Zum Glück konnten wir durch schnelles Öffnen und Eingreifen aus zwei Richtungen den Brand im Wohnhaus begrenzen, sodass der Schaden relativ gering ist“, so Daniel Schäfer, Stadtbrandinspektor der Feuerwehr Alsfeld. Zehn Minuten später und es wäre zu einem „ausgewachsenen Dachstuhlbrand gekommen“, um es mit den Worten von Schäfer zu sagen.

Verletzt wurde bei dem Blitzeinschlag niemand. Die Polizei schätzte den Schaden am Morgen auf über 10.000 Euro. Vor Ort waren neben den 25 Einsatzkräften der Feuerwehr auch der Rettungsdienst und eine Streife der Polizei Alsfeld.

Im Vogelsberg liefen wegen des Unwetters auch Keller vor.

Die Polizei in Offenbach vermeldete 30 Einsätze, dabei ging es um Bäume auf Fahrbahnen und einen Erdrutsch auf einer Landstraße in Jossgrund (Main-Kinzig-Kreis). Verletzt worden sei niemand. Auch in Südhessen seien hunderte Feuerwehrleute im Einsatz gewesen, sagte ein Sprecher der Polizei. Überflutete Keller sowie überschwemmte Straßen und Unterführungen beschäftigten die Kräfte.

Aufgrund der Regenfälle über Frankfurt wurden am dortigen Flughafen zudem Dutzende Flüge gestrichen: Am Mittwochabend hätten sich unter anderem auf dem Vorfeld große Wassermengen gesammelt, sagte ein Sprecher des Flughafens. Auf der Webseite des Flughafens waren rund 70 Flugstreichungen bis zum Beginn des Nachtflugverbots vermerkt. Auch 23 geplante Ankünfte seien aufgrund des Nachtflugverbots auf andere Flughäfen umgeleitet worden. Nach ersten Schätzungen des Frankfurter Flughafens war eine Passagierzahl im vierstelligen Bereich von den Problemen betroffen. (mit dpa-Material)

Rubriklistenbild: © Paula-Rosa Henkel

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