„Schön, Sie zu sehen!“

Innenstadtoffensive - Polizei in Hessen verstärkt Präsenz für mehr Sicherheit

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Ein Polizist steht vor einem Streifenwagen vor dem Rathaus von Bad Hersfeld in Osthessen. Eine stärkere Polizeipräsenz und ein erhöhter Kontrolldruck sind Mittel, mit denen die Innenstadtoffensive der Polizei für mehr Sicherheit in den hessischen Städten sorgen will.

Mehr Sicherheit in den Städten in Hessen - die Innenstadtoffensive der Polizei zeigt Wirkung. Neue Teilnehmerstädte berichten von positiven Erfahrungen.

Fulda/Bad Hersfeld - Mehr Polizeipräsenz, verstärkte Kontrollen, ein passgenauer Personaleinsatz - die Polizei in Hessen berichtet von positiven Erfahrungen mit der „Innenstadtoffensive“. Zwei neue Städte, darunter auch Bad Hersfeld in Osthessen, sind seit August Teil des Programms.

Seit fast einem Jahr verfolgt die Polizei in Hessen das Ziel, durch die von der Landesregierung initiierte „Innenstadtoffensive“ die Sicherheit in den Stadtzentren durch erhöhte Präsenz und Kontrolldruck zu verbessern. Besonders im Fokus stehen dabei Razzien in Brennpunkten wie dem Frankfurter Bahnhofsviertel, aber auch in kleineren Städten zeigt die Initiative Wirkung.

Neue Städte profitieren von Innenstadtoffensive der Polizei in Hessen

Bad Hersfeld und Biedenkopf sind seit August Teil des Programms. Die bisherigen Erfahrungen in diesen Städten sind laut den zuständigen Polizeipräsidien positiv.

Die sichtbare Polizeipräsenz im Rahmen der „Innenstadtoffensive“ wird in Bad Hersfeld überwiegend „von der Bevölkerung sehr positiv wahrgenommen“, berichtet Dominik Möller, Sprecher des Polizeipräsidiums Osthessen. Dies gilt auch für Fulda, das von Anfang an Teil der Initiative ist.

Die Innenstadtoffensive hat sich im Jahr 2024 erfolgreich etabliert.

 Dominik Möller, Sprecher Polizeipräsidium Osthessen

Durch die häufigeren Streifen werde die Polizei verstärkt als „Freund und Helfer“ wahrgenommen, sagt Möller. Die Beamtinnen und Beamten erfahren dabei quasi auf dem kleinen Dienstweg, wenn Menschen irgendwo der Schuh drückt. „Die Polizei ist ansprechbar und nahbar“, betont Möller.

Bei den Begegnungen mit den Bürgerinnen und Bürger reiche die Palette vom kurzen Gruß bis hin zum Informationsaustausch und mitunter sogar zu ausführlichen Beratungsgesprächen. Die Streifenbesatzungen hören laut Dominik Möller oft Wertschätzung für ihre Arbeit, wie „schön, Sie zu sehen!“ oder „Danke für Ihre geleistete Arbeit“.

Bei seinem Gang durch die Stadt Fulda informierte sich Innenminister Roman Poseck (Mitte) im April 2024 spontan bei einer Streife in der Bahnhofstraße über die aktuelle Lage.

Die erhöhte Polizeipräsenz wird von Straftätern und Verkehrssündern vermutlich anders bewertet. So konnte in Bad Hersfeld ein Verdächtiger nach einem Messerangriff schnell festgenommen werden. Ein anderer Autofahrer, der unter Alkoholeinfluss in einem gestohlenen Fahrzeug unterwegs war, wurde gefasst, nachdem er einer Streife aufgefallen war.

Anke Hoffmann, Bürgermeisterin der Kreisstadt, betont, dass die Sicherheit und das Sicherheitsempfinden der Bürger höchste Priorität haben. „Um diese zu gewährleisten, ist als ein Baustein auch die Sichtbarkeit und Präsenz der Polizei unerlässlich“, erklärt sie.

Konzept soll fortgesetzt werden

Die Rückmeldungen aus der Bevölkerung seien durchweg positiv. „Das freut mich natürlich sehr“, sagt Anke Hoffmann und ergänzt: „Ich wünsche mir, dass es aufgrund der Innenstadtoffensive gelingt, Straftaten zu verhindern.“

„Die Innenstadtoffensive hat sich im Jahr 2024 erfolgreich etabliert“, erklärt Polizeisprecher Dominik Möller. „Daher wird das Konzept auch 2025 fortgeführt und in der Ausgestaltung stetig überprüft und bei Bedarf angepasst.“ Die Polizei vor Ort erhält Unterstützung durch das Hessische Polizeipräsidium Einsatz, um die Personalressourcen optimal zu nutzen.

160.000 Einsatzstunden bei Innenstadtoffensive der Polizei

Bei der Innenstadtoffensive hat die Polizei in Hessen nach Angaben des Innenministeriums von Februar bis Dezember 2024 über 50.000 Personenkontrollen mit fast 28.500 Einsatzkräften durchgeführt. Dabei wurden zwischen Oktober und Dezember 540 Personen festgenommen und knapp 140 Haftbefehle vollstreckt. Hessenweit wurden den Angaben zufolge 160.000 Einsatzstunden geleistet.

Die Stadt Biedenkopf hatte sich nach Polizeiangaben in das Programm aufnehmen lassen, nachdem es im Stadtgebiet mehrfach zu öffentlichen Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Personengruppen und dabei auch zu Straftaten gekommen war.Diese Vorfälle führten zwischen Februar und Juli 2024 zu mehreren Polizeieinsätzen, was das Sicherheitsgefühl der Bürger beeinträchtigte, so eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Gießen.

Wie im Rahmen der Innenstadtoffensive vorgesehen, seien zudem in Biedenkopf verstärkt Gaststätten und Spielotheken kontrolliert und zusätzliche Streifengänge vorgenommen worden. Dies werde «von der Bevölkerung sehr positiv wahrgenommen», so die Sprecherin.

Seit Beginn sind Darmstadt, Frankfurt, Fulda, Gießen, Hanau, Kassel, Limburg, Marburg, Offenbach, Rüsselsheim, Wetzlar und Wiesbaden Teil des Programms. Auch in Gießen berichtet das Polizeipräsidium Mittelhessen von positiven Erfahrungen und hebt den gezielten Einsatz personeller Ressourcen hervor.

Video: Innenstädte in Hessen im Fokus der Polizeikontrollen

2024 waren im Einzugsgebiet des Polizeipräsidiums Mittelhessen monatlich zwischen rund 100 und bis über 600 Einsatzkräfte aktiv. Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) kündigte an, die „Innenstadtoffensive“ 2025 „mit Hochdruck“ fortzusetzen, „denn Sicherheit ist eine Daueraufgabe“.

Das Innenministerium plant, künftig auch die erweiterten Möglichkeiten des hessischen Polizeirechts, wie den Einsatz von Künstlicher Intelligenz bei der Videoüberwachung, zu nutzen. „Die Innenstadtoffensive wirkt. Die Polizei bleibt auch in diesem Jahr in allen Städten dran und wird den Kontrolldruck weiter hochhalten“, sagte der Minister (dpa).

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