VonChristoph Sahlerschließen
Hessens Kriminalitätsstatistik zeigt Licht und Schatten. Rückgang bei einigen Delikten, doch politisch motivierte Straftaten steigen.
Update vom Donnerstag, 6. März, 14.33 Uhr: Die Kriminalität in Hessen ist 2024 im Vergleich zum Vorjahr leicht zurückgegangen – zugleich ist die Zahl politisch rechts motivierter Straftaten deutlich gestiegen. Laut Polizeilicher Kriminalstatistik wurden 388.226 Straftaten registriert und damit 2,3 Prozent weniger als noch 2023. Das sei der erste Rückgang seit dem bundesweiten Wiederanstieg der Kriminalität nach den Corona-Pandemiejahren.
Der Anstieg am rechten Rand (siehe Erstmeldung) sei in Wahlergebnissen ablesbar und spiegele sich auch in entsprechenden Straftaten wider, betonte CDU-Innenminister Roman Poseck. Rechtsextremismus werde selbstbewusster, sagte auch Landespolizeipräsident Robert Schäfer. Ein Drittel dieser Taten seien zwar Propagandadelikte. „Das macht es aber nicht weniger besorgniserregend“, betonte Schäfer. Die AfD verschiebe fortwährend Grenzen im Diskurs, das Unsagbare werde auf einmal sagbar, sagte Poseck. Das sei eine „hochgefährliche Entwicklung“ und biete auch Nährboden für rechtsextreme Straftaten bis hin zu Gewaltdelikten.
Hessens Kriminalitätsstatistik 2024 vorgestellt – Leichter Rückgang bei häuslicher Gewalt
Zugleich stiegen im Jahr 2024 der Auswertung zufolge die Straftaten gegen Amts- und Mandatsträgern auf 478 Delikte an, was einem Zuwachs von 50 Prozent entspricht. Rund die Hälfte der Fälle machten Beleidigung, üble Nachrede und Verleumdung aus. In fünf Fällen wurde Gewalt ausgeübt.
Bei häuslicher Gewalt gab es nach dem Rekord im Krisenjahr 2023 demnach zwar einen leichten Rückgang, dennoch verharrten die Straftaten mit 11.879 Fällen auf einem hohen Niveau (2023: 12.000). Zudem müsse in diesem Bereich von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen werden. Knapp 80 Prozent der Tatverdächtigen seien Männer – und rund 81 Prozent der Opfer Frauen. Besseren Schutz soll die Ausweitung der Videosicherheitstechnik auf sogenannte Angsträume sowie ein erweiterter Einsatz der elektronischen Fußfessel bieten, erklärte Poseck.
Innenminister Poseck: „Diese Straftaten finde ich besonders verwerflich“
Auch bei der Gewalt gegen Einsatzkräfte gab es nur einen minimalen Rückgang. Für 2024 wurden 5.240 derartige Straftaten registriert (2023: 5.251). „Diese Straftaten finde ich besonders verwerflich“, sagte der Innenminister. Deshalb setze er insbesondere auf „konsequente und spürbare Strafverfolgung“. Es müsse für solche Angriffe eine Mindeststrafe von sechs Monaten geben, forderte er.
Das Jahr 2025 werde sicherheitspolitisch erneut fordernd. Für innere Sicherheit sehe das Innenministerium deshalb Rekordausgaben von 2,3 Milliarden Euro vor. Poseck sagte: „Hessen ist und bleibt ein sicheres Land.“ Bislang hätten die meisten Länder noch keine Vergleichszahlen vorgelegt, doch er vermute, „dass wir zumindest den Platz mit der viertniedrigsten Kriminalitätsbelastung behaupten konnten“. Im Jahr 2023 lag Hessen auf dem vierten Platz – hinter Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz.
„Höchstwert, der allen Grund zur Sorge bereitet“: Rechte Straftaten in Hessen nehmen stark zu
Erstmeldung vom Donnerstag, 6. März, 10.47 Uhr: Wiesbaden – Im Vergleich zum Vorjahr ist die Kriminalität in Hessen 2024 leicht gesunken. Die Polizeiliche Kriminalstatistik verzeichnete 388.226 Straftaten, was einem Rückgang von 2,3 Prozent gegenüber 2023 entspricht. Dies berichtet die Deutsche Presseagentur am Donnerstagvormittag (6. März).
Kriminalitätsstatistik in Hessen: „Die Zahlen bieten Licht und Schatten“
„Die Zahlen für das vergangene Jahr bieten Licht und Schatten“, äußerte Innenminister Roman Poseck (CDU) in Wiesbaden. Besonders erfreulich sei, dass der Anstieg der registrierten Straftaten in den vergangenen Jahren gestoppt wurde.
Es gebe jedoch weiterhin Bereiche mit einer Zunahme der Kriminalität, erklärte der Minister. Politisch rechts motivierte Straftaten hätten im Vergleich zum Vorjahr um 57 Prozent zugenommen. „Das ist ein neuer Höchstwert, der allen Grund zur Sorge bereitet“, so Poseck. Wie in den vergangenen Jahren machten Propagandadelikte den größten Anteil aus. (csa/dpa)
Rubriklistenbild: © Andreas Arnold/dpa

